Gaia holt internationale Stars an den Thunersee

Heute startet der Vorverkauf für das Gaia-Musikfestival Oberhofen. Vom 3. bis 7. Mai wartet im Klösterli, im Schloss und neu im Parkhotel Gunten ein Feuerwerk mit zwanzig hochkarätigen Künstlern aus neun Ländern auf.

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Sechs Veranstaltungen an drei Standorten. Zwei Uraufführungen und zwei Schweizer Erstaufführungen. Zwanzig Starmusikerinnen und Starmusiker aus neun Ländern. Meisterklassekünstler und internationale Starmusikerinnen. Ein Cello mit einem Wert von 5,6 Millionen Franken und ein Quartet in residence aus New York.

Was das 3. Gaia-Musikfestival Oberhofen in der bevorstehenden Ausgabe bieten wird, beweist: Für das frühere Gaia-Kammermusikfestival hat sich der Schritt nach vorne mit einem neuen Konzept und teilweise neuen Köpfen gelohnt. Von 3. bis 7. Mai bietet der Anlass klassische und hochkarätige Musikperlen (vgl. Kasten Programm). Heute Freitag startet der Vorverkauf.

«Wir freuen uns sehr über die Stars, die an den Thunersee reisen und für unser Publikum konzertieren», sagt Jacqueline Keller. Sie ist seit drei Jahren Direktorin des Gaia-Festivals und seit mehreren Jahren auch für die Murten Classics tätig.

Zudem sei dank dem neuen Presenting Partner UBS die Zukunft von Gaia gesichert, dessen Budget insgesamt 120'000 Franken betrage. «Zudem hat die Gemeinde Oberhofen ihren Beitrag um 5000 auf 10'000 Franken verdoppelt – und in der Folge hat auch der Kanton seine Beteiligung leicht angepasst.»

Ein Slow-down-Festival

Ein Grund für den Erfolg sieht Jacqueline Keller insbesondere darin, dass Gaia den Ruf hochstehender Musikliteratur habe und zugleich für die international aktiven Künstlerinnen und Künstler eine Art Slow-down-Festival sei. «Wir setzen bewusst jedes Jahr einen Kontrapunkt zur schnelllebigen Welt und bieten ein inspirierendes Stelldichein mit Proben und Konzerten.»

Eine Woche lang würden die Musikerinnen und Musiker miteinander philosophieren, sich austauschen und für die Konzerte proben. «Wer einmal ­hinein­hören möchte, ist jederzeit willkommen und kann den Probeplan bei mir anfragen», sagt sie (unter info@gaia-festival.com). Da die geladenen Musikerinnen und Musiker dieses Jahr im Parkhotel Gunten residieren würden, finde dort erstmals auch ein Konzert statt.

Das diesjährige Gaia-Musikfestival Oberhofen steht unter dem Motto Magie. «Bei uns steht die Zeit für einen Moment nicht nur für den Austausch still, sondern auch zugunsten von Fantasie, Kreativität und Freiheit», erklärt Jacqueline Keller.

Vom Karneval der Tiere...

Gestartet wird nach der Opening-Night vom Mittwoch, 3. Mai, mit dem Eröffnungskonzert «Nacht der Märchen» am Donnerstagabend. «Der ‹Karneval der Tiere› von Camille Saint-Saëns ist das Hauptwerk dieses musikalischen Feuerwerkes», schwärmt die Direktorin. Dieses Konzert sei sowohl von den Stücken wie auch von der Besetzung her ausser­gewöhnlich stark.

Die Stars seien unter anderem Gwendolin Masin, Gaia-Initiantin und künstlerische Co-Leiterin, an der Violine, Alexander Lonquich am Klavier sowie Christoffer Sundqvist an der Klarinette und die beiden Schlagzeuger Pavel Bialiayeu und Andrei Pushkarev von der Camerata Baltaika.

Der Konzertabend «Origin» vom Freitag verstehe sich als Förderprogramm, welches mit «The Fates» für Streichquartett und Cimbalom eine Uraufführung biete. «Im Zentrum des Abends stehen talentierte Jungmusiker und bekannte Geigenmelodien», erklärt Keller. Gwendolin Masin spiele ein Programm mit Master­studenten aus Genf und jungen Hochschulabsolventinnen aus Amsterdam und London. «Mit dabei ist Miklós Lukács, einer der bekanntesten und vielseitigsten Cimbalom-Spieler der Zeit.»

... und von Geistern

Der Samstagabend und die beiden Konzerte am Sonntag stehen im Zeichen der Kammermusik. Am Samstag gehörten István ­Várdai am Violoncello und Pascal ­Rogé am Klavier zu den Stars. «Am Konzert vom Sonntagmorgen sind zwei Auftragswerke zu hören, welche Gaia bei Nachwuchskomponisten in Auftrag gegeben hat», sagt Jacqueline Keller. Es seien dies Maximilian Grossenbacher aus Bern und Marco Antonio Pérez-Ramirez aus Biel. «Das Schlusskonzert ‹Von Geistern und anderen Phantastwesen› wartet mit dem Kammerwerk überhaupt auf: mit Beethovens ‹Geistertrio›.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 10.03.2017, 08:04 Uhr

Programm

Klassische Perlen von Märchen und von guten Geistern

Das fünftägige Gaia-Musikfestival Ober­hofen von 3. bis 7. Mai findet nach der Neuorganisation nun zum dritten Mal statt (vgl. Haupttext). Das Programm steht unter dem Motto Magie und bietet Klassikperlen für Laien und Fans jeden Alters.


  • 3. Mai: Opening-Night im Klösterli, im Schloss und im Haus der Musik, ab 18.30 Uhr; Künstlerinnen und Künstler spielen an drei Orten und zu drei Zeiten jeweils während 30 Minuten Werke aus dem Festivalprogramm (Eintritt 5 Franken).

  • 4. Mai: «Nacht der Märchen» in der Kirche Hilterfingen, 20 Uhr; elf Stars aus elf verschiedenen Ländern – darunter Alexander Lonquich und Christoffer Sundqvist – bieten ein musikalisches Eröffnungs-Feuerwerk.

  • 5. Mai: «Origin» im Parkhotel Gunten (ab 20 Uhr) ist mit berühmten Geigenmelodien und Hackbrett speziell für die junge Zuhörerschaft ausgerichtet; einer der Stars ist der Ungar Miklós Lukács am Cimbalom.

  • 6. Mai: «Das Jagen der Magie» im Klösterli, ab 20 Uhr; ein Kammermusikabend – unter anderem mit dem Ariel Quartet aus New York, welches auch an den beiden Konzerten vom 7. Mai in jeweils anderer Zusammensetzung spielen wird.

  • 7. Mai: «Heiliger Dankgesang» im Schloss , ab 11 Uhr; nebst zwei bekannten Werken von Luigi Boccherini und Ludwig van Beethoven werden zwei Werke von Schweizer Komponisten – Maximilian Grossenbacher aus Bern und Marco Antonio Pérez-Ramirez aus Biel – ­uraufgeführt.

  • 7. Mai: «Von Geistern und ­anderen Phantastwesen» im Klösterli, ab 17 Uhr; mit bekannten Werken, wie beispielsweise Beethovens Klaviertrio «Geistertrio», Franz Liszts «Liebestraum für Violoncello und Klavier».


Der Ticketpreis beträgt 60 Franken (inklusive Festivalprogramm mit Werktexten und Biografien, einem Pausengetränk sowie einem Schlummertrunk mit den Musikerinnen und Musikern nach dem Konzert).

Mehr Infos: www.gaia-festival.com

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