Thun

Kuno Lauener: «Tönts gnue guet?»

ThunZwölf neue Songs und zwei neue Musiker – so präsentieren sich Züri West nach fast fünf Jahren Funkstille. ­Am Donnerstag beglückten sie das Publikum im Mokka mit einer Warm-up-Show.

Sind wieder da: Züri West mit Frontman Kuno Lauener im Mokka.

Sind wieder da: Züri West mit Frontman Kuno Lauener im Mokka. Bild: zvg/Raffael Thielmann

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«I bi gange, ohni z ga», haucht ­Kuno Lauener ins Mikrofon. Dem Publikum im ausverkauften Mokka ist das mehr als recht, erwartet es doch die Live-Interpretation des neuen Albums «Love». Fünf Jahre mussten die Fans auf die neue Scheibe warten. Lebenszeichen gab die Band in dieser Zeit nur spärlich von sich: Einzig für die beiden Schweizer Filme «Dr Goalie bin ig» und «Dürrenmatt – eine Liebesgeschichte» steuerte das Quintett die Titelmelodien bei.

Obwohl sich «Love» gegen die Neuerscheinungen von Lo & Leduc und Depeche Mode durchsetzte und gleich in der ersten Woche den Spitzenplatz in der Schweizer Albumhitparade bekleidete, zeigt sich eine Konzertbesucherin kritisch: «Kuno singt auf dem neuen Album nicht, er spricht eher.» Früher seien die Songs melodiöser gewesen und hätten sich besser zum Mitsingen geeignet.

Vielleicht fällt das Mitsingen nach einem erneuten «Ohrenschein» der noch jungen Scheibe leichter. Etwa, wenn im Mai die offizielle Tour losgeht. «Das Konzert im Mokka ist eine Vorpremiere», erklärte Geschäftsführer Marc Schär. Vor 31 Jahren haben Züri West bei der Eröffnung des Kulturlokals gespielt und seither auf jeder Tour an der Allmend­strasse Station gemacht. Eine Freundschaft zwischen Band und Mokka-Crew sei erwachsen, die auch nach dem Tod von Pädu Anliker fortdaure.

Neue Bandmitglieder

Drei Jahrzehnte nach dem ersten Auftritt im Mokka haben die Musiker nicht nur neue Songs im Gepäck, auch die Bandbesetzung ist neu. Vor einem knappen Jahr sind mit Manuel Häfliger an der Gitarre und Wolfgang Zwiauer am Bass zwei neue Mitglieder zu Züri West gestossen.

«Mir gefällt, wie die Musiker gegenseitig Rücksicht nehmen und aufeinander eingehen, wenn das Zusammenspiel nicht wie abgesprochen funktioniert», äussert sich eine Konzertbesucherin. Weniger glücklich findet sie die Tonmischung. Gitarre und Schlagzeug seien viel zu laut gewesen, meint sie nach dem Konzert. Sie habe Kunos Gesang nicht verstanden. Doch: «Fürs erste Konzert war es nicht schlecht», bilanziert sie.

Auch Kuno Lauener selber, der nicht bereit war, dieser Zeitung ein paar Fragen zu beantworten, scheint sich an die neue Bandkonstellation erst noch gewöhnen zu müssen: «Tönts gnue ­guet?», wendet er sich während des Konzerts ans Publikum und fügt an: «Mir hei güebt wie verruckt, mir üebe witer, es chunt guet!»

Züri-West-Bier

Die meisten Leute im Publikum bewerteten den Auftritt wohl als «gnue guet» oder sogar noch besser. Viele tanzten und sangen mit; der Boden bebte und der Sauerstoff in der Luft schwand dahin. So verlangte das Publikum nach Zugaben, als die Band nach eineinhalb Stunden die Bühne verliess.

Sieben Extrasongs sind der Lohn für unablässigen Applaus, darunter Klassiker wie «Echo» oder «I schänke dir mis Härz». Nicht gerade ihr Herz, aber viel Sympathie beschert eine Konzertbesucherin Kuno Lauener: «Der Schalk in Kunos Augen fasziniert mich. Es ist ein Klischee, aber es stimmt!»

Auch ihr Mann geniesst den Abend – und vor allem auch das exklusiv ausgeschenkte Züri-West-Bier: «Es schmeckt gut, sehr chüschtig.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 21.04.2017, 21:11 Uhr

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