Hand in Hand

Der Handschuh ist eines der ältesten Kleidungsstücke überhaupt. Doch welcher passt zu wem, und wann trägt man ihn?

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Eisblumen, der Duft von gebratenen Marroni in der Nase, tänzelnde Schneeflocken. Und: eisig kalte Hände, die sich kaum bewegen lassen und erst am Kaminfeuer in der warmen Stube wieder auftauen. Doch das müsste nicht sein. Denn dagegen helfen kuschelige Handschuhe. Und davon gibt es in diesem Winter eine ganze Menge.

Dass Handschuhe die Hände vor Kälte schützen, wussten bereits die Ureinwohner. Glaubt man Überlieferungen, haben sie sich Felle mit Knochenspangen um die Hände gebunden. Und auch im Alten Testament werden Handschuhe erwähnt. Ägypter, Griechen und Römer sollen ebenfalls in Handschuhe geschlüpft sein. Im alten Ägypten trugen sie die Pharaonen allerdings nicht wegen der frostigen Temperaturen – die Handschuhe waren vielmehr ein Statussymbol. So wurden im Grab von Tutanchamun 27 Paar Lederhandschuhe gefunden.

Die Römer sollen bereits verschiedene Ausdrücke für verschiedene Arten von Handschuhen gekannt haben, die zeigen, dass Handschuhe nicht nur zur Wintergarderobe gehörten. Und auch bei den Griechen ist die ­Rede von Handschuhen etwa in der «Odyssee». Heute ist der Handschuh nicht länger ein Statussymbol. Oder nur noch ein ganz kleines bisschen. Im Winter trägt hingegen jedermann Handschuhe.

Wir haben sechs Modelle für Sie ausgewählt:

1. Der Fäustling: Er erlebt derzeit ein Comeback. In hippen Läden stapelt er sich zu Dutzenden in den Auslagen. Es gibt ihn in Leder oder Wolle, gefüttert oder nicht, in Goretex und anderen Textilien, bunt oder unifarben. Der Fäustling erinnert an Kindheitstage, an Schlittenfahrten mit dem Plastikbob, rote Wangen und weiss gepuderte Mützen. Und an den Orangenpunsch, den Mami an die Schlittelpiste brachte. Dieser Fäustling ist von «House of Naive», einem Organic-Kleider-Label aus Litauen (Fr. 96.–). Die Macher legen Wert auf lokale und natürliche Produkte sowie eine nachhaltige Mode. Die Artikel werden alle von Hand gefertigt.

2. Der klassische Lederhandschuh: Ob gefüttert oder nicht – er hat sich die letzten Jahre kaum verändert. Ältere Semester tragen den Klassiker unter den Handschuhen genauso wie jüngere, er gibt warm und ist fürs ­Velofahren wie für Weihnachtsbummelzüge geeignet. Die Finger bleiben beweglich und warm, die Handschuhe können der Garderobe sogar das gewisse Etwas verpassen. Dieser gefütterte Lederhandschuh ist von Mink (Fr. 150.–). Entworfen hat ihn Joana Monteiro Costa, Modedesignerin aus Portugal. Die Handschuhe werden von Hand in einem Familienbetrieb hergestellt.

3. Der Galahandschuh: Er hat eine lange Geschichte. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts waren lange Handschuhe aus einer Ballgesellschaft nicht wegzudenken. Für die Damen war es Pflicht, diese den ganzen Abend über zu tragen und sie erst zu Hause abzulegen. Für den Fall, dass sie kaputt­gingen, sollen sie sogar ein Paar Ersatzhandschuhe eingepackt haben. Noch heute werden sie an Anlässen wie Hochzeiten oder Bällen getragen. Mit dem passenden Handschuh – dieser stammt von Roeckl (Fr. 120.–) – kann jedes Outfit etwas Besonderes sein. Die Galahandschuhe nennt man auch Abendhandschuhe oder Opernhandschuhe. Meistens sind sie aus Leder, Satin oder Samt.

4. Der Goretex-Handschuh: Er ist von Skipisten und Schlittelhängen nicht wegzudenken. Weil er die einzige Möglichkeit ist, die Hand warm und trocken zu halten. «M Expert Tour Glove Gore 3 in 1» (Fr. 150.–) ist ein wasserdichter Doppelhandschuh. Er ist robust und gehört in die Berge. So eignet er sich für Skitouren und zum Skifahren. Der Aussenhandschuh ist aus widerstandsfähigem Material gefertigt; er besteht aus Ripstop-Nylon mit einer Goretex-Membran, an den Handflächen findet sich Leder. Der ­Innenhandschuh ist aus Fleece, damit die Finger auch ja nicht steif werden.

5. Der Wollhandschuh: Er eignet sich für all die Tage, an denen der Wind nicht so rau bläst wie auf einem Gipfel und an denen es trocken bleibt. Will man sich von der Wintersonne auf einer Holzbank wärmen lassen oder Schlittschuh laufen, ist er der Richtige. Er ist nicht so dick, dass die Hände unbeweglich werden, aber schützt sie davor, klamm zu werden. Der «Schweizer Wollhandschuh» (Fr. 30.–) ist aus reiner Schurwolle und doppelt gestrickt. Die langen Bündchen dienen als Pulswärmer. Und da es ihn nur in einer Grösse gibt, eignet er sich als Geschenk. Auch, weil man bei diesem altbewährten Modell nichts falsch machen kann.

6. Der Autofahrerhandschuh: Es gibt ihn noch, den Autofah­rerhandschuh, den man aus alten Filmen kennt. Er braust wohl auch heute noch im Old­timer über Pässe oder an tief­blauen Seen entlang. Der klassische Autofahrerhandschuh von Roeckl (Fr. 150.–) besteht aus Hirschnappaleder, ist weich im Griff, strapazierfähig und reissfest. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.02.2017, 10:36 Uhr

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