Fahrende müssen länger auf neue Plätze warten

Schweizer Fahrende werden länger als erwartet die provisorischen Halteplätze nutzen müssen. Die Realisierung der drei neuen geplanten Plätze in Erlach, Muri und Herzogenbuchsee verzögert sich um mindestens ein Jahr.

In Herzogenbuchsee ist der Platz neben der Hundeschule geplant.

In Herzogenbuchsee ist der Platz neben der Hundeschule geplant. Bild: Olaf Nörrenberg

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Jeden Frühling gehen die Diskussionen von neuem los: Gibt es genügend Plätze für die Schweizer Fahrenden, die mit ihren Wohnwagen durch Kanton und Land tingeln?

Eigentlich sah es dies­bezüglich bis jetzt in Bern nach etwas Entspannung aus, schliesslich hatte der Grosse Rat letzten September einen Kredit von 2,6 Millionen Franken für drei neue Plätze in Erlach, Muri und Herzogenbuchsee bewilligt. Nun zeigt sich aber, dass diese nicht wie geplant im Frühling 2018 eröffnet werden können. «Die Plätze können den Betrieb voraussichtlich frühestens in zwei Jahren aufnehmen», bestätigt Regierungsrat Christoph Neuhaus auf An­frage.

Als Grund gibt er die «aufwendigen Planungsverfahren» an. Es sei bei mindestens zweien der drei Projekte eine kantonale Überbauungsordnung notwendig, was den Prozess verkompliziere und in die Länge ziehe.

Immerhin geht Neuhaus davon aus, dass der gesprochene Rahmenkredit eingehalten werden kann.

Provisorien länger in Betrieb

Die Verzögerung erachtet der SVP-Regierungsrat als nicht besonders dramatisch, da es im Kanton provisorische Durchgangsplätze gebe. «Die Plätze in Sumiswald, Matten, Biel und Bern werden nun einfach länger genutzt.» Zudem stünden die bestehenden definitiven Plätze in Jegenstorf, Thun, Belp, Ins, Bern-Buech und Brienz weiterhin zur Verfügung.

Immer noch kein Transitplatz

Scheint das Problem für Schweizer Fahrende einigermassen überschaubar, so sieht es bezüglich der ausländischen Fahrenden ganz anders aus: Für sie steht nach wie vor kein sogenannter Transitplatz bereit, obwohl in wenigen Wochen die Saison beginnt. Zur Erinnerung: Letzten Herbst hat der Grosse Rat das Projekt für einen Transitplatz in Meinisberg wegen der hohen Kosten vorerst gebodigt und zur Überarbeitung an die Regierung zurückgewiesen.

Neuhaus traf sich seither mehrmals mit Gemeindevertretern aus dem Seeland. Sein Ziel ist es, quasi ab sofort eine Übergangslösung bereitzustellen, bis sich eine Möglichkeit für einen definitiven Transitplatz ergibt. «Ich habe die Lösung aber noch nicht», räumt Neuhaus ein. Er sei dran und stehe in Gesprächen. «Ich werde diese noch einmal intensivieren. Klar ist aber, dass ich in den Gemeinden eher nicht mit Applaus empfangen werde.»

(Berner Zeitung)

Erstellt: 18.02.2017, 08:31 Uhr

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