Insel-Gruppe bleibt trotz Widerstand hart

Die Insel-Gruppe plant im Rahmen einer Restrukturierung den Ausschluss des Pflegepersonals aus der Konzernleitung. Die Empörung darob ist so gross, dass mit Protestaktionen zu rechnen ist. Die Insel hält jedoch an ihren Plänen fest.

Inselspital: Es brodelt intern.

Inselspital: Es brodelt intern. Bild: Andreas Blatter

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Seit knapp eineinhalb Jahren ist die neue Insel-Gruppe AG operativ unterwegs – und schon macht sie durch eine geplante Restrukturierung von sich reden. Ab dem 1. Juli wird die bisherige Geschäftsleitung der Gruppe durch eine Konzernleitung ersetzt. Dort wird die Abteilung Pflege nicht mehr mit einer eigenen Vertretung Einsitz nehmen. Wie der «Bund» publik machte, soll das Pflegepersonal in der Konzernleitung künftig durch einen Arzt vertreten werden.

Frust und Empörung beim Pflegepersonal sind gross. Laut «Bund» sind erste Protestaktionen bereits beschlossene Sache. Sogar ein Streik könne nicht ­ausgeschlossen werden. Die Pflegefachleute befürchten, dass durch die Neuorganisation ihre Anliegen an Gewicht verlieren könnten.

Verband solidarisiert sich

Am Freitag sicherte der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK der Insel-Belegschaft seine Unterstützung zu. Der SBK fordert die Verantwortlichen der Insel-Gruppe auf, «die eigenständige Vertretung der Direktion Pflege/MTT in der Konzernleitung unverzüglich sicherzustellen». Dies sei für die Stärkung des medizinischen Kerngeschäfts massgeblich. Die geplante Führungsorganisation bezeichnet der Verband als «inakzeptabel».

Insel gibt nicht nach

In einer Medienmitteilung verteidigte die Insel-Gruppe am Freitagabend ihre neuen Pläne. «In der aktuellen Struktur sind die Entscheidungswege zu lang und die Geschäftsleitung zu stark mit operativen Fragen beschäftigt», heisst es dort. Die Verantwortlichen betonen, dass die heute bestehenden Geschäftsleitungen (GL) des Inselspitals sowie der anderen Spitäler der Gruppe auch weiterhin existieren werden.

So werde in der GL des Inselspitals die Direktion Pflege/MTT weiterhin vertreten sein. Auf Stufe Konzernleitung, die vor allem strategisch arbeiten solle, wolle man jedoch daran festhalten, die Sparte Medizin zusammenzufassen. Auch wenn dort ein Arzt diesen Bereich vertrete, bleibe die Mitsprache des Pflegepersonals und der anderen nicht ärztlichen ­Medizinalangestellten gewährleistet, schreibt die Insel-Gruppe weiter. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.05.2017, 19:05 Uhr

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