Kesb haben zu viel Geld ausgegeben

Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden des Kantons Bern überzogen 2016 zum vierten Mal in Folge das Budget. SVP-Regierungsrat Christoph Neuhaus kontert Kritik.

Mit Kritik konfrontiert: Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP).

Mit Kritik konfrontiert: Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP).

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2013 nahmen die Kindes- und ­Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) im Kanton Bern ihre Arbeit auf. Auffallend: Zuletzt ­erreichten die Kesb dreimal in Folge die Budgetvorgaben nicht, es resultierten stets rote Zahlen. Der «Bund» machte diese Woche publik, dass der zuständige SVP-Regierungsrat Christoph Neuhaus für 2016 einen Nachkredit beantragen muss. Die Finanzkommission des Grossen Rates hat diesen Kesb-Nachkredit über 4,9 Millionen am Donnerstag zur Annahme empfohlen.

Im «Bund» kritisierten GLP- und SP-Vertreter Neuhaus für dessen Führungsstil und orteten «gravierende Fehler» in dessen Direktion. Für sie ist das erneute Kesb-Millionenloch eine direkte Konsequenz von Neuhaus’ Führungsschwäche.

Fiko gibt Rückendeckung

Neuhaus selber rechtfertigt die Budgetüberschreitung mit zwei Argumenten. Erstens habe der Kanton Rückstellungen von 6,7 Millionen Franken gebildet, weil er den Gemeinden bisher zu wenig für deren Kesb-Dienstleistungen bezahlt habe. Zweitens sei das Kesb-Budget um 8,8 Millionen Franken gekürzt worden.

Die Finanzkommission des Grossen Rates gibt Neuhaus ­zumindest teilweise Rückendeckung. Sie kritisiert, dass der Gesamtregierungsrat das Spardiktat des Grossen Rates linear auf die Direktionen und Ämter verteilt habe. Es sei keine Rücksicht auf den Bedarf der einzelnen Stellen genommen worden. (phm)

Erstellt: 17.02.2017, 19:11 Uhr

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