Er trank und fuhr mit mindestens 1,15 Promille

Auch in zweiter Instanz ist ein 44-jähriger Oberaargauer wegen Trunkenheit am Steuer schuldig gesprochen worden. Jetzt droht ihm zudem der Verlust seines Führerscheins.

Ein 44-jähriger Oberaargauer wurde wegen Trunkenheit am Steuer schuldig gesprochen worden. (Symbolbild)

Ein 44-jähriger Oberaargauer wurde wegen Trunkenheit am Steuer schuldig gesprochen worden. (Symbolbild) Bild: Fotolia

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Wann hat er wie viel getrunken, und wann fuhr er mit dem Auto durchs Dorf? Mit diesen Fragen befasste sich am Donnerstag das Obergericht. Ein 44-Jähriger aus dem Oberaargau hatte einen erstinstanzlichen Schuldspruch nicht akzeptiert. Er behauptete, erst nach der Fahrt gebechert zu haben.

Nun liegt das Urteil vor. Wie das Regionalgericht Emmental-Oberaargau schenkte auch das Ober­gericht den Aussagen wenig Glauben. «Der Mann passte seine Aussagen zum Trinkverhalten im Laufe der Einvernahmen zu seinen Gunsten an. Doch das Gutachten zeigt ein deutlich anderes Bild», stellt Oberrichter Philippe Guéra fest. Wichtig ist dieses Gutachten, weil die Polizei den Beschuldigten nicht auf frischer Tat, also hinter dem Steuer, ertappte.

Für sie hatte der Einsatz im November 2012 mit Anrufen von besorgten Einwohnern einer Oberaargauer Gemeinde begonnen. Die Schilderungen notierte der Diensthabende im Journal, eine Streife machte sich auf. Fündig wurde sie bei einem abgestellten Auto ohne Nummernschilder, mit einem Schlüssel im Zündschloss. Es gehörte dem Vater des Beschuldigten. Letzteren trafen die Polizisten gegen 22 Uhr besoffen in einem Kellerlokal. Zuvor hatte er mit einem Kumpan eine selbst gebastelte Kanone abgefeuert.

Der Verteidiger hatte die Zeitangaben im Polizeijournal als ­unglaubwürdig taxiert und be­antragt, das Begleitgutachten zum Alkohol im Blut wegen formaler Fehler vom Verfahren auszuschliessen. Das Obergericht folgte dieser Argumentation nicht. Der Mann wurde wegen Führen eines Motorfahrzeuges in angetrunkenem Zustand schuldig gesprochen. Das Obergericht folgte dem Antrag der Oberstaatsanwältin, die das Vergehen wegen der errechneten Alkoholkonzentration im Blut von mindestens 1,15 Promille als qualifizierte Tat eingestufte.

Der Beschuldigte muss eine Geldstrafe von 5000 Franken bezahlen, dazu 300 Franken als Übertretungsbusse und 15'000 Franken Verfahrenskosten.

Das Verkehrsamt entscheidet

Den Entzug des Ausweises muss das Strassenverkehrsamt verfügen. Dem 44-jährigen Schweizer ist das Vorgehen bekannt. Er war bereits in mehrere Unfälle verwickelt. Einer davon endete für seinen Beifahrer tödlich.

Dem Mann wurde nach Eröffnung des Strafverfahrens der Ausweis vorläufig entzogen. Sein Anwalt erreichte die Sistierung. Mit Folgen: Wie das Obergericht während des Prozesses erfuhr, kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Bei einem Ausweichmanöver habe er einen Fussgänger leicht touchiert, so der Beschuldigte.

Entsprechend düster fiel das ­Fazit des Richtergremiums aus. Die Geldstrafe wurde wegen der schlechten Prognose und der Uneinsichtigkeit des Beschuldigten unbedingt ausgesprochen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.02.2017, 17:43 Uhr

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