Langenthal

«Es wurde zu lange zu wenig gemacht»

LangenthalDie Bautätigkeit im Spital Region Oberaargau (SRO) ist ungebrochen. Ende 2016 wurde das Herzstück, der neue Haupteingang, eingeweiht. Heuer soll das renovierte Haus Süd folgen.

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Die laufenden Bauarbeiten im Spital Langenthal sind nicht zu übersehen. Bereits fertiggestellt wurde Ende 2016 der neue Haupteingang. Dieser ist heller und einladender als sein Vor­gänger. «Der Vergleich ist wie Tag und Nacht», sagt die Bereichs­leiterin Marketing und Kommu­nikation, Manuela Leuenberger.

Die Bauarbeiten hätten mit der ganzen Planung rund ein Jahr in Anspruch genommen und etwa 5,6 Millionen Franken gekostet. «Man darf nicht vergessen, dass mit dem Eingangsbereich auch die Nebenräume modernisiert wurden», erklärt Ressortleiter Hotellerie und Projektleiter Beat Heng.

Die Freude über das «Herzstück», wie es Leuenberger und Heng nennen, ist bei den Verantwortlichen deutlich sichtbar. Besonders freuen sie sich über die vielen positiven Reaktionen der Mitarbeiter und Patienten. Denn nicht immer hätten alle Verständnis gehabt für die Bauarbeiten und den damit einhergehenden Lärm. «Uns war es deshalb wichtig, dass die Patienten immer im Bild waren, was gerade aus welchem Grund gemacht wurde», erklärt Manuela Leuenberger.

Vor der Sanierung geräumt

Nicht betroffen von den Bauarbeiten sind die Patienten im Haus Süd, das zurzeit saniert wird. Denn dieses wurde vorgängig komplett geräumt, die Abteilungen wurden ausgelagert. Dies erleichtert, sagt der Leiter des Technischen Dienstes, Marcel Geisseler, die Bauarbeiten enorm.

Im Erdgeschoss entstehen derzeit neue und helle Räumlichkeiten für die Dialysepatienten. «Für diese Behandlung müssen die Betroffenen regelmässig mehrere Stunden im Krankenhaus verbringen. Wir wollen ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich gestalten», betont Manuela Leuenberger. Generell seien die Sanierungsarbeiten im Haus Süd stark auf das Wohl der Patienten und Mitarbeiter ausgerichtet.

Ein Beispiel dafür ist der Lichthof, welcher sich vom Dach bis ins Erdgeschoss erstrecken wird. «Wenn wir schon eine komplette Sanierung machen, wollen wir auch das Beste dabei raus­holen», sagt Projektleiter Beat Heng.

Neue Intensivstation

Im ersten Obergeschoss des Hauses Süd wird weiterhin die Onkologie (Krebsabteilung) beheimatet sein. Im zweiten und dritten Stock wird die Frauenklinik ihren neuen Platz finden. Drei gross­zügige Geburtszimmer sowie ein multifunktionaler Raum befinden sich im Bau.

«Gegenwärtig sind gynäkolo­gisches Ambulatorium, Entbindungsbereich und Wochenbettabteilung voneinander getrennt. In Zukunft werden alle Abteilungen der Frauenklinik beieinander sein, und die Patientinnen müssen nicht lange überlegen, wo sich was befindet», erklärt Manuela Leuenberger.

Augenfällig ist die Aufstockung auf dem Haus Süd. Die dafür nötige Ausnahmebewilligung wurde laut Projektleiter Beat Heng problemlos erteilt. Im neuen Geschoss wird Anfang 2018 die Intensivstation einziehen. 10 Einzelzimmer werden zur Verfügung stehen. «Wir müssen uns an die Vorgaben der Schweizerischen Gesellschaft für Intensivmedizin halten», erklärt Heng.

Die zukünftige Station der SRO AG werde exakt diesen Vorschriften entsprechen. «Für die gegenwärtige Intensivstation hatten wir nur noch eine befristete Bewilligung, da klar war, dass wir eine neue bauen werden», führt der Projektleiter aus. Sein Stellvertreter Marcel Geisseler ergänzt, dass die strengen Vorschriften der ­Gebäudeversicherung betreffend Brand- und Erdbebenschutz hohe Anforderungen an die Planer gestellt hätten und externe Berater beigezogen wurden.

Voraussichtlich Ende Jahr soll das gesamte Haus Süd fertiggestellt sein. Die Umzüge der jeweiligen Abteilungen würden aber sicher noch viel Zeit beanspruchen. Ausserdem müssen zunächst in jeder Abteilung Testläufe durchgeführt werden.

Arbeiten im Notfallzentrum

Parallel zu der laufenden Sanierung im Haus Süd wird ab April das Notfallzentrum mit einer Isolationskoje ergänzt. Diese Arbeiten werden bei laufendem Betrieb durchgeführt und sollen voraussichtlich im November abgeschlossen werden. «Für mich sind die ganzen Arbeiten sowieso erst abgeschlossen, wenn auch im Aussenbereich alles fertig ist», sagt Heng mit einem Lachen. Und das wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 der Fall sein, wenn die Bepflanzung in Angriff genommen werden kann.

Nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell würden die Bauarbeiten bisher nach Plan laufen. Insgesamt rechnet Beat Heng mit Kosten in Höhe von 31 Millionen Franken. Diese Investitionen finanziert die SRO AG mit Eigenmitteln.

Prekäre Parkplatzsituation

Kaum werden die Arbeiten im Haus Süd abgeschlossen sein, wird auch schon die nächste Baustelle anlaufen. Denn 2018 soll ein Parkhaus auf dem Spitalareal gebaut werden. «Die Parkplatz­situation ist bereits prekär und wird sich in Zukunft noch verschlimmern, da die Parkplätze an der Waldhofstrasse wegen Bauarbeiten wegfallen werden», erklärt Marcel Geisseler.

Grundsätzlich sei in der SRO in den vergangenen 20 bis 30 Jahren viel zu wenig gemacht worden. Deshalb seien aktuell so viele Baustellen am Laufen. «So weit werden wir es sicher nie mehr kommen lassen», betont Heng. Das Spital sei eine Institution, die sich ständig Anpassungen und Modernisierungen unterziehen müsse. (Langenthaler Tagblatt)

Erstellt: 16.02.2017, 05:58 Uhr

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