Leissigen

Die Raiffeisenbank verlässt das Dorf

LeissigenDie Raiffeisenbank schliesst ihre Filiale in Leissigen. Dies sorgt für viel Unmut im Dorf. Schliesslich habe man noch vor wenigen Wochen erklärt, Schliessungen seien kein Thema.

Die Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Thunersee in Leissigen?wird Ende August geschlossen. Dies sorgt für Unmut im Dorf und bei den Gemeindebehörden.

Die Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Thunersee in Leissigen?wird Ende August geschlossen. Dies sorgt für Unmut im Dorf und bei den Gemeindebehörden. Bild: Fritz Lehmann

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«Es gibt andere Regionalbanken», meinte ein aufgebrachter Besucher der Leissiger Gemeindeversammlung. Gemeindepräsident Bruno Trachsel hatte die Anwesenden über die Gespräche mit der Raiffeisenbank Thunersee informiert.

Auch Bancomat weg

Diese teilte ihren Kunden Ende Mai mit, dass sie die Geschäftsstelle in Leissigen schliessen werde. Auch die Intervention der Gemeindebehörde fruchtete nicht. «Die Schliessung auf den 31. August ist definitiv.» Auch der Bancomat wird verschwinden.

«Die Raiffeisenbank Thunersee hat angesichts der Entwicklungen im Umfeld und der sich ändernden Kundenbedürfnisse die Geschäftsstellen-Strategie neu definiert», teilt die Bank mit. «Die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden nach individueller Beratung in Finanzfragen steigen stetig.

Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach einfachen Bankdienstleistungen wie Ein- und Auszahlungen massiv ab.» Weiter würden in naher Zukunft grosse Investitionen in das Leissiger Bankgebäude anstehen. Diese würden sich aufgrund der aktuellen Situation nicht rechtfertigen lassen.

Bargeldbezug soll in Leissigen weiter möglich sein. Dies durch eine Vereinbarung mit der angrenzenden Filiale von Volg. Diese sei sogar sieben Tage die Woche offen. Man stehe der Kundschaft für die persönliche Beratung wie bisher in Spiez, Thun, Heimberg und Uetendorf zur Verfügung.

Weniger Leute am Schalter

Sauer aufgestossen ist den Leissigern, dass an der Generalversammlung Mitte März Schliessungen von Filialen ausgeschlossen wurden. Ein Bürger an der Gemeindeversammlung sprach von einer «brandschwarzen Lüge».

Den Unmut kann Marcel Andrey, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Thunersee, nachvollziehen. Er relativiert aber. «Unser Verwaltungsratspräsident Heinz Egli bezog sich dabei auf eine Aussage des Leiters der Raiffeisenbank Schweiz, Patrik Gisel, der gesagt hatte, dass rund 250 Filialen schweizweit in den nächsten Jahren geschlossen würden», erklärt Andrey. «Es ging darum, zu zeigen, dass bei uns vor Ort entschieden wird, ob eine Geschäftsstelle zugeht, und nicht in St. Gallen.»

Andrey betont aber, dass an der GV klar gesagt wurde, dass die Frequenzen in den Filialen zurückgehen, weil sich die Kundenbedürfnisse geändert hätten. «Wer auf diese Worte hörte, wusste, dass eine Neubeurteilung der Geschäftsstellenpolitik früher oder später Thema wird.

Schliesslich stehen Wirtschaftlichkeit und Kundenbedürfnisse im Vordergrund.» In Leissigen sei das Bedürfnis nach Transaktionen am Schalter zurückgegangen. «Zuletzt hatten wir 25 Prozent weniger Schalterbesuche.»

(Berner Oberländer)

Erstellt: 29.06.2016, 06:08 Uhr

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