Aeschiried

Gönner für Skisport-Kleinod

Aeschiried2018 werden es 50 Jahre sein, dass die Skilifte auf der Aeschiallmend ihre Runden drehen – wenn es denn genug Schnee hat. Um das Voralpengebiet längerfristig zu sichern, wird ein Gönnerverein gegründet.

Ski fahren an einem Fjord in Norwegen – nein, von Aeschiried gefühlt direkt nach Spiez und Thun. Der Bügellift Allmispitz schleppt die Wintersportler hoch auf 1384 Meter über Meer – oder wahlweise 825 Meter über dem See.

Ski fahren an einem Fjord in Norwegen – nein, von Aeschiried gefühlt direkt nach Spiez und Thun. Der Bügellift Allmispitz schleppt die Wintersportler hoch auf 1384 Meter über Meer – oder wahlweise 825 Meter über dem See. Bild: zvg

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Auf der Aeschiallmend lässt sich Wintersport vor einer Kulisse betreiben, die ihresgleichen sucht: Der Blick vom Allmispitz geht über den See, die Stadt Thun und das Mittelland bis hin zum Jura. Das Schneesportkleinod macht dem Namen «Voralpen-Charme», dem Verbund von 19 Skigebieten in der Thunerseeregion, alle Ehre.

Und das seit einem halben Jahrhundert: Nächstes Jahr wird der Bügellift Hellboden–Aeschiallmend 50-jährig. Sein Habegger-Bruder – er schleppt Wintersportler auf den Allmispitz (1384 m ü. M.) – ist zwei Jahre jünger.

Geld verdienen lässt sich mit der Skilift Aeschiallmend AG zusehends weniger. Weil es (zu) oft an Schnee mangelt. «Ohne die Frondiensttage unserer Teilzeitmitarbeiter ginge es nicht mehr», sagt Präsident Hans Lengacher. Jährlich zwei Tage packen die Mannen einzig für die Sache an. Und das Zmittag. «Keine Selbstverständlichkeit», rühmt Lengacher. Auch der Verwaltungsrat ist ehrenamtlich tätig.

Im vergangenen Winter waren die Anlagen während dreier Wochen in Betrieb. Es sei gut gelaufen, sagt der Präsident zwar. Da die Vorsaison aber ohne einen einzigen Betriebstag in die Geschichte eingegangen ist, blieb der Erlös auch heuer überaus ­bescheiden. Lengacher klärt auf: «Die Abos wurden um eine Saison verlängert – das sind wir den Abonnenten schuldig.» So kulant seien indes längst nicht alle.

Unterstützung durch Gönner

«Der längerfristige Betrieb unseres Skigebietes liegt uns am Herzen. Viele Menschen auch aus Spiez, Thun und der weiteren Umgebung haben auf der Aeschiallmend Ski fahren gelernt.» Der Aeschiner Bankleiter und Grossrat Christoph Berger lancierte deshalb die Idee für einen Gönnerverein – mit acht Personen aus Aeschi, Krattigen und Spiez.

Am kommenden Dienstag soll der Verein abends um 20 Uhr in der Chemihütte Aeschiried aus der Taufe gehoben werden. «Er bezweckt die finanzielle Unterstützung der Skilift Aeschi­allmend AG. Er verfolgt keine kommerziellen Zwecke und die Organe sind selbstverständlich ehrenamtlich tätig», lässt Berger wissen

Er findet, dass gerade auch für die grossen Skigebiete die kleinen Gebiete in den unteren Regionen sehr wichtig seien. «Wir müssen vermehrt wieder auch Kinder und Jugendliche fürs Skifahren begeistern. Familienfreundliche und eben auch kostengünstige, nahe Skigebiete bieten dazu die besten Voraussetzungen.»

Geplant sei, dass jeder Gönner pro Jahr 100 Franken bezahle. Die Mittel sollen einerseits der Erneuerung, dem Unterhalt und der Investition in Anlagen und Fahrzeuge dienen, anderseits könnten allfällige Betriebsdefizite gedeckt werden. Der Initiant hofft, dass mit über 50 Gönnern gestartet werden kann.

Es flossen öffentliche Gelder

Es erstaunt wenig, ist Skiliftpräsident Lengacher ob dieser Hilfe hocherfreut: «Es ist ein Glücksfall für uns. Ich bin Christoph Berger dankbar, nimmt er sich des Themas an.» Stünden Reparaturen an Fahrzeugen oder Liftanlagen bevor, seien sie froh um zusätzliche Mittel. Da reicht es nicht mehr aus, dass jährlich eine knapp schwarze Null zu Buche steht. «Aktuell stehen Investitionen von 10'000 Franken ins Haus, weil wir die Umlaufrollen mit frischen Futtern ausstatten müssen», sagt Hans Lengacher.

Er ist äusserst dankbar um die private Initiative – denn: «Wir wollen die Gemeinden möglichst nicht um Geld angehen.» Letztes Jahr sei es aber nicht mehr anders möglich gewesen. Vor Jahren hatten die Gemeinderäte von Aeschi und Krattigen zu just diesem Zweck Defizitgarantien über 15'000 respektive 10'000 Franken gesprochen.

Mittel generiert die Skilift AG seit Jahren auch über ihre Skibar beim Parkplatz ­Aeschiried. Und die Solidarität mit dem reizvollen Kleingebiet spielt – auf verschiedenen Ebenen: So haben auch die Macher des neuen Freilichttheaters auf der Aeschiallmend in Aussicht gestellt, zwei Drittel eines allfälligen Gewinns an die Skilifte zu spenden.

Gründungsversammlung: Gönnerverein Skilift Aeschiallmend (Interessierte willkommen): Dienstag, 25. April, 20 Uhr im Restaurant Chemihütte in Aeschiried. (Berner Oberländer)

Erstellt: 21.04.2017, 19:48 Uhr

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