St. Stephan

Schutz vor der Simme

St. StephanNur knapp 30 Personen besuchten die öffentliche Mitwirkungsveranstaltung des Hochwasserschutzprojektes Simme in St. Stephan. Fest steht: Es muss gehandelt werden, doch Fragen gab es kaum.

Ingenieur Thomas Berchtold stellt das Hochwasserschutzprojekt Simme vor. Das Mitwirkungsverfahren dauert noch bis am 19. Mai.

Ingenieur Thomas Berchtold stellt das Hochwasserschutzprojekt Simme vor. Das Mitwirkungsverfahren dauert noch bis am 19. Mai. Bild: ksm-fotografie

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Zu Beginn der Mitwirkungsveranstaltung zum Hochwasserschutzprojekt Simme zeigte Dr. Thomas Berchtold von der Flussbau AG und leitender Ingenieur zwei Bilder vom letzten Hochwasser im Jahr 2011. Der Flugplatz St. Stephan war überflutet, ebenso die Trasse der MOB. «So etwas darf nicht mehr passieren!», sagte Berchtold und ergänzte, bei einem weiteren grossen Hochwasser stünde die Holzwerk Rieder AG «buchstäblich in einem See». Gefährdet seien ausserdem die Flugpiste sowie die Landwirtschaftsflächen beidseits der Simme.

Auch vom Gesetz her besteht Handlungsbedarf: Die planmäs­sige Umsetzung des Gewässerraums muss gemäss Gewässerschutzgesetz Art 36a bis Ende 2018 abgeschlossen sein. Das Hochwasserschutzprojekt Simme soll den Abschnitt zwischen der Chürzi und der Hanglisbrücke in St. Stephan hochwasserschutzmässig verbessern und das Gewässer ökologisch aufwerten.

6,5 Millionen grob geschätzt

Nach der ausführlichen Vorstellung des Hochwasserschutzprojektes Simme lag insbesondere Albin Buchs, Gemeindepräsident von St. Stephan, eine Frage auf dem Herzen: «Was soll das Ganze denn etwa kosten?» Eine grobe Schätzung liege bei 6,5 Millionen Franken, sagt Berchtold.

Da bei diesem Projekt viel Material verschoben werden müsste, könne man die Kosten nicht genau beziffern, aber: Von Bund und Kanton dürfe man mit Subventionen rechnen. Diese würden 85 bis 90 Prozent der Aus­gaben decken. So blieben für die Schwellenkorporation höchstens «einige 100'000 Franken» zu bezahlen. Weitere Fragen, den Perimeter betreffend, gab es keine.

Alle sind gefragt

Seit dem 20. April liegt das Mitwirkungsdossier bei der Gemeindeverwaltung von St. Stephan bis 19. Mai auf, wo auch alle Pläne und Dossiers einsehbar sind. Diese können ebenfalls online unter www.ststephan.ch eingesehen werden. Albin Buchs rief die ganze Bevölkerung auf, sich in diesem Mitwirkungsverfahren einzubringen und sich aktiv an der Gestaltung zu beteiligen. Möglich ist das schriftlich oder per Mail.

Eine Zusammenfassung der Eingaben erscheine im Juni in einem Mitwirkungsbericht. Projektanpassungen seien möglich, sofern die Vorschläge «sinnvoll, wirtschaftlich tragbar und den gesetzlichen Vorgaben entsprechen».

Noch diesen Herbst soll die Vernehmlassung durch Bund und Kanton erfolgen, Projektauflage soll im Frühling 2018 sein und eine Genehmigung erhofft man sich auf Frühling 2019. Ende 2019 erwartet man den Subventionsbeschluss, damit frühestens und im besten Fall im Winter 2019/2020 mit dem Bau begonnen werden kann. (Berner Oberländer)

Erstellt: 21.04.2017, 15:56 Uhr

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