Thun

Gemeinderat will Pumptrack auf dem Viehmarktplatz prüfen

ThunEine runde Sache? Die Fraktion der Mitte im Stadtrat lancierte mit einem Postulat die Idee einer mobilen Velorundstrecke – im Fachjargon Pumptrack genannt – auf dem Thuner Viehmarktplatz. Die Regierung zeigt Interesse und will die Eingabe vertieft prüfen.

Flitzen hier dereinst Velos durch die Gegend? Geht es nach der Fraktion der Mitte, könnte auf dem meist leeren Viehmarktplatz ein temporärer Pumptrack installiert werden.

Flitzen hier dereinst Velos durch die Gegend? Geht es nach der Fraktion der Mitte, könnte auf dem meist leeren Viehmarktplatz ein temporärer Pumptrack installiert werden. Bild: Michael Gurtner

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Spiel und Spass auf dem öden, meist leer stehenden Viehmarktplatz? Ein erster entsprechender Effort endete ernüchternd. Private lancierten im Sommer 2015 mit dem Segen der Stadt eine temporäre Nutzung mit diversen Spielmöglichkeiten – eine Pétanquebahn, Outdoorbillard, Tischfussball. Ergänzt wurde das Angebot mit einem Bistro.

«Der Aufwand hat sich in keiner Art und Weise gelohnt», musste Initiantin Jeannette Hänni am Ende bilanzieren. Der Versuch bescherte ihr einen Verlust. Doch das Thema «Belebung des Viehmarktplatzes» ist damit nicht vom Tisch. Im September 2016 reichte die Fraktion der Mitte im Stadtrat ein Postulat mit folgendem Wortlaut ein: «Der Gemeinderat wird gebeten, den Einsatz eines mobilen Pumptrack für die Zwischennutzung auf dem Viehmarktplatz ab 2017 zu prüfen.»

«Ein ‹rollendes› Bewegungs- und Freizeitangebot neben der viel befahrenen Grabenstrasse passt.»Aus der Postulatsantwort des Thuner Gemeinderats

Gemäss der Online-Enzyklopädie Wikipedia handelt es sich bei einem Pumptrack um «eine speziell geschaffene Mountainbikestrecke (Engl. kurz track). Das Ziel ist es, darauf, ohne zu treten, durch Hochdrücken (Engl. pumping) des Körpers aus der Tiefe am Rad Geschwindigkeit aufzubauen.» Eine solche Strecke hat die Stadt etwa bei der Neugestaltung des Spielplatzes im Lerchenfeld installiert.

Kosten: Rund 50'000 Franken

Die Fraktion der Mitte ist angesichts der Tatsache, dass die Umgestaltung des Viehmarktplatzes beim Gemeinderat keine Priorität geniesst, überzeugt: «Die Zwischennutzung durch den Einsatz eines mobilen Pumptrack erlaubt es, die Umgestaltung ohne Zeitdruck zu planen und den Platz zwischenzeitlich zu beleben.»

Ausserdem könnten bestehende Pumptracks – namentlich der viel genutzte Park im Lerchenfeld – durch ein zusätzliches Angebot in der Nähe der Innenstadt entlastet werden. Die Fraktion der Mitte, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von EVP, EDU, GLP und CVP, hat auch bereits erste Abklärungen vorgenommen: Nach ersten Angaben des Thuner Anbieters Flying Metal – bekannt etwa von den Rocket-Air-Events im Grabengut – eigne sich der Viehmarktplatz für einen mobilen Pumptrack: «Eine befriedigende Lösung bedarf der derzeitigen Metallfläche plus 4 bis 6 Meter Verbreiterung», heisst es im Postulat.

Damit müsste das bestehende Metallpodest temporär verbreitert werden. Nach Angaben von Flying Metal belaufen sich die Kosten auf rund 40'000 bis 50'000 Franken plus Kosten für die erwähnte Verbreiterung und den Rückbau des Daches. Die Anlage könnte aber laut den Mitteparteien dereinst an anderen Standorten weiterverwendet werden.

Vorbehalte – und Interesse

In seiner Antwort auf das Postulat zeigt sich der Gemeinderat ­erfreut über den Input – er sei in Sachen Belebung des Viehmarktplatzes «jederzeit offen für konkrete Vorschläge aus der Bevölkerung oder aus dem Stadtrat». Die Regierung weist darauf hin, dass Zwischennutzungen sorgfältig abgewogen werden müssten: Gerade Emissionen, Lärm und Sicherheitsfragen müssten einbezogen, entsprechende Regeln und Nutzungsbedingungen festgelegt werden.

Der Stadtrat entscheidet am 20. Januar, ob er dem Antrag des Gemeinderats Folge leisten will.

Zudem werde der Platz in den nächsten Jahren durch Baustellen beim Berntorkreisel und auf der Grabenstrasse tangiert, was wiederum einen Einfluss auf die Zwischennutzung habe. Und schliesslich wäre für die wegfallenden öffentlichen Parkfelder sowie den Car- und Taxistandplatz in der Nähe der Innenstadt Ersatz nötig.

Für den Gemeinderat sind also noch einige Fragen offen – trotzdem erachtet er den Vorstoss als «zielführend»: «Ein ‹rollendes› Bewegungs- und Freizeitangebot neben der viel befahrenen Grabenstrasse passt.» Auch die ­Regierung argumentiert, dass bestehende Angebote entlastet werden könnten. Sie sei deshalb bereit, den Vorstoss anzunehmen und einen Pumptrack mit der ­Firma Flying Metal vertieft zu prüfen.

Bevor die Stadt allenfalls loslegt, liegt der Ball nun aber beim Stadtrat: Er entscheidet an der ersten Sitzung des Jahres am 20. Januar, ob er dem Antrag des Gemeinderats, das Postulat der Fraktion der Mitte anzunehmen, Folge leisten will.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 08.01.2017, 17:49 Uhr

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