Oberhofen

Hat das Hallenbad eine Zukunft?

OberhofenAm Wochenende entscheidet sich, ob das Hallenbad Oberhofen eine Zukunft hat. Der Souverän befindet an der Urne über einen Kredit von 1,575 Millionen Franken für die Erneuerung und die Erweiterung.

Das Hallenbad Oberhofen aus der Vogelperspektive: Der Bau aus dem Jahr 1977 soll für knapp 7,5 Millionen Franken saniert und erweitert werden.

Das Hallenbad Oberhofen aus der Vogelperspektive: Der Bau aus dem Jahr 1977 soll für knapp 7,5 Millionen Franken saniert und erweitert werden. Bild: Christoph Gerber/lwww.luftbild-drohne.ch

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Es sind schicksalhafte Tage für das Hallenbad Oberhofen. Am Wochenende stimmen die Oberhofner an der Urne über einen Kredit in Höhe von 1,575 Millionen Franken ab.

Nächsten Mittwoch befinden die Hilterfinger an der Gemeindeversammlung ihrerseits über den gleichen Beitrag für die Erneuerung und die Erweiterung des Hallenbads. Sollte auch nur eine der beiden Trägergemeinden des Sportzentrums Wichterheer nicht Hand bieten, ist die Zukunft des Sportzentrums unsicher.

«Bekommen wir das Geld nicht zusammen, dann kann nur noch ein Wunder die Schliessung des Hallenbads Ende 2016 verhindern», sagt Josef Zuppiger ohne Umschweife. Der Verwaltungsratspräsident der Sportzentrum Wichterheer AG weibelt seit Monaten für das Projekt. «Die Erneuerung ist notwendig, damit der Betrieb überhaupt weitergeführt werden kann», sagt Zuppiger, «und die Erweiterung, damit er möglichst selbsttragend ist.»

In die Jahre gekommen

1977 war das Hallenbad eröffnet worden. Gekostet hatte der Bau damals 5,6 Millionen Franken. In den Jahren 2002 und 2003 wurde das Sportzentrum für 7,1 Millionen Franken erneuert und erweitert. Jetzt steht das nächste grosse Bauvorhaben an. Die Gebäudehülle muss erneuert und die Technikanlagen müssen ersetzt werden.

Weiter soll der Fitnessbereich einer Frischzellenkur unterzogen und vergrössert werden. Dies ist eine Auflage der Migros als Betreiberin. Weiter plant die Sportzen­trum Wichterheer AG ein neues Kinderbecken sowie eine ganzjährig nutzbare Rutschbahn. «Können wir das Vorhaben wie geplant umsetzen, dann führen wir den ­gesamten Betrieb des Sportzen­trums in eine stabile Zukunft», sagt Zuppiger.

Geld aus mehreren Quellen

Kosten wird das Projekt 7,5 Millionen Franken. Nur die Erneuerung schlägt mit Kosten von 5,5 Millionen Franken zu Buche. Die vier Trägergemeinden Heiligenschwendi, Hilterfingen, Ober­hofen und Sigriswil haben gemeinsam 3,5 Millionen Franken zu berappen. Heiligenschwendi (35'000 Franken) und Sigriswil (315'000 Franken) haben ihren Beitrag bereits beschlossen.

Nun sind die Standortgemeinde Oberhofen und Hilterfingen an der Reihe. Sie haben über je 1,575 Millionen Franken zu befinden. Es ist vorgesehen, dass davon 490'000 Franken zur Zeichnung von Aktien verwendet werden.

Weiter geht Zuppiger davon aus, dass Gelder aus dem kantonalen Sportfonds fliessen. Aus dem Fonds der neuen Regionalpolitik von Bund und Kanton soll ein Darlehen in Höhe von 1 Millionen Franken ermöglicht werden. Die restlichen 2,5 Millionen Franken sollen von einer Hypothek stammen.

Von Thun und Steffisburg sind bis jetzt keine Signale ausgesendet worden, die darauf hindeuten, dass das Bauprojekt finanziell unterstützt wird. «Das ist sehr schade», sagt Zuppiger. Denn rund die Hälfte der Badegäste komme aus diesen beiden Gemeinden, wie eine Erhebung gezeigt habe. Im letzten Jahr haben rund 123'000 Personen die Angebote des Sportzentrums genutzt.

Kritische Stimmen

«Uns ist klar, dass die Thuner auf der Suche nach einer eigenen Hallenbadlösung sind», sagt er. Das werde aber noch Jahre gehen, «und bis dann kommen die Thuner auch nach Oberhofen». Zuppiger hat die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben. Sollten die Thuner und Steffisburger aber bis zuletzt hart bleiben, werden die Besucher aus diesen Gemeinden einen höheren Eintrittspreis zu bezahlen haben.

Im Zentrum stehen vorerst aber die anstehenden Entscheidungen in Oberhofen und Hilterfingen. «Wir haben uns bewusst aus dem Abstimmungskampf rausgehalten», sagt Zuppiger. Jede Gemeinde soll für sich entscheiden, ob sie ein Hallenbad in Oberhofen noch will. Zuppiger nimmt aber eine positive Stimmung in der Bevölkerung wahr.

Das bestätigt auch Oberhofens Gemeindepräsidentin Sonja Reichen-Geiger (FDP). «Viele Bürger stehen zum Hallenbad und nutzen es rege.» Trotzdem gab es im Vorfeld auch kritische Stimmen. So hat sich eine Gruppe besorgter Oberhofner mit einem Schreiben an den Gemeinderat gewandt. Den Bürgern ist ein Dorn im Auge, dass Steuergelder in eine AG fliessen. «Es ist keine Gemeindeaufgabe, ein Sportzen­trum zu betreiben», entgegnet Zuppiger. Es sei durchaus üblich, dass eine AG einen derartigen Betrieb führe.

Geht alles glatt, soll im Frühling das Baugesuch publiziert werden. Im Frühling 2017 möchte die Sportzentrum Wichterheer AG die Baumaschinen auffahren lassen. «Wir möchten möglichst die Sommersaison für die Arbeiten am Hallenbad nutzen», sagt Zuppiger. Vorläufig ist dies aber noch Zukunftsmusik. Noch. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 27.11.2015, 08:35 Uhr

Kostenteiler schule

Neben dem Kredit für Renovation und Erweiterung des Hallenbads (vgl. Haupttext) haben die Oberhofner über ein weiteres Geschäft zu befinden. So wird der Kostenteiler im Zusammenhang mit der Oberstufenschule Hünibach angepasst. In den Jahren 1957 bis 1959 erfolgte der Landkauf für den Schulhausneubau Hünibach. Anschliessend wurden am Elisabeth-Müller-Weg die Gebäude für die Primarschule, die Sekundarschule und die Turnhalle erstellt. Die Kosten von rund 6,1 Millionen Franken bildeten die Basis für die Berechnung der Zinsen und der Wertverminderungen. In den letzten Jahren gab es immer wieder Diskussionen zwischen Hilterfingen und Oberhofen. Jetzt konnten sich die Gemeinden auf einen Kostenteiler einigen. Unter anderem wird nun Oberhofen bei einem Ja jährlich 346?800 Franken in den Werterhalt der Oberstufenschule Hünibach zahlen. «Ich denke, wir haben eine faire Lösung für beide Gemeinden gefunden», sagt Oberhofens Gemeindepräsidentin Sonja Reichen-Geiger.(rop)

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