Vor 50 Jahren: Der «Strämu» erhält seine Becken

Baden im Thuner Strandbad soll nicht mehr nur auf den See beschränkt sein. Die Bauarbeiten für die neuen Schwimm­becken kommen im milden Februar 1967 gut voran.

Als der See noch die einzige Abkühlung bot: Diese Luftaufnahme aus dem Jahr 1960 zeigt, wie das Strandbad Thun vor dem Bau der Schwimmbecken aussah.

Als der See noch die einzige Abkühlung bot: Diese Luftaufnahme aus dem Jahr 1960 zeigt, wie das Strandbad Thun vor dem Bau der Schwimmbecken aussah. Bild: Stadtarchiv Thun, Hans Dubach

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Baden im Thuner «Strämu» war lange nur im See möglich. Erst zwischen 1966 und 1968 wurden das 50-Meter-Becken, das 25-Meter-Trainingsbecken, das Lernschwimmbecken sowie der 10-Meter-Sprungturm errichtet.

Anfang Februar 1967 vermeldete diese Zeitung, dass die Arbeiten dank des milden Wetters zügig voranschreiten würden. «Die Grube, in welcher das neue Bassin Platz finden soll, ist weitgehend ausgehoben.» Welches Bassin genau gemeint war, geht aus dem Artikel aber nicht hervor.

Was vor 50 Jahren sonst noch für Schlagzeilen sorgte:

1. 2. 1967: An der 137. Hauptversammlung des Männerchores trat Präsident Max Schär nach drei Jahren zurück. An seine Stelle wurde der bisherige Vizepräsident, Hansueli Weibel, gewählt.

1. 2. 1967: An einer ersten Sitzung des Organisationskomitees des Eidgenössischen Schützenfestes 1969 in Thun wurden unter dem Vorsitz von OK-Präsident Ernst Walther der leitende Ausschuss und die 21 Präsidenten der Spezialkomitees bestimmt.

4. 2. 1967: Nächsten Montag und Dienstag grosse Modeschau der Firma Charles Veillon, Lausanne, im Freienhof mit Musik und Zauberei und acht charmanten Mannequins. Präsentiert von Heidi Abel, der beliebten Fernsehansagerin.

7. 2. 1967: Letzten Freitag fand im Freienhof eine grosse Veranstaltung über Musik neuen Stils statt. Dabei fiel besonders die Thuner Big Band The Modernairs auf. Das 15 Mann starke Orchester interpretierte Melodien des unvergesslichen Komponisten Glenn Miller.

8. 2. 1967: Die Fahne der Feldschützen Goldiwil-Schwendibach verrät als Gründungsjahr 1867. Die Vorarbeiten zum Jubiläumsschiessen im August sind unter dem Präsidenten Karl Kropf jun. schon recht weit vorangetrieben worden.

10. 2. 1967: Die Kunstsammlung im Thunerhof beherbergt bis zum 19. März eine Ausstellung der Zürcher Maler Henry Wabel, Adolf Herbst und Eugen Frei.

11. 2. 1967: Am Donnerstag gastierte im Scala das Wiener Operettengastspiel mit der «Lustigen Witwe». Die Inszenierung war, besonders im ersten Akt, zu sehr ins Lächerliche gezogen. Wenn man von einer Operette auch ­unbeschwerte Unterhaltung erwartet, sollte das Publikum nicht allzu tief eingeschätzt werden.

14. 2. 1967: Nachdem die Segelfluggruppe Thun am 15. Juli 1966 vom Eidg. Luftamt grünes Licht für die Eröffnung einer eigenen Flugschule bekommen hatte, konnte der Wochenendschulbetrieb aufgenommen werden. Da das Flugfeld Thun auf einem Truppenübungsplatz liegt, darf dieses nur samstags ab 11.30 Uhr und am Sonntag benützt werden.

15. 2. 1967: Über 1000 «öffentliche» Bäume, ohne diejenigen der zahlreichen Schulhäuser, gibt es in Thun, die zweijährlich geschnitten werden müssen. Diese Menge Bäume werden von einer einzigen, sechs Mann umfassenden Equipe des Stadtbauamtes gestutzt, die froh um das gegenwärtig günstige Wetter ist.

16. 2. 1967:Der Pelzfellmarkt im Freienhof brachte einen Grossaufmarsch und die Rekordauffuhr von 1412 Fellen. Füchse erreichten durchschnittlich 15 bis 18 Fr., Marder 20 bis 40 Fr., Iltisse 5 bis 8 Fr. und Dachse 14 bis 17 Fr. Liebhaber kauften einzelne Edelmarder bis zu 45 Fr. und Steinmarder bis zu 60 Fr. Ein besonders schöner Fuchs ging für 105 Fr. weg. Rund 1500 Besucher besuchten den Fellmarkt und die Trophäenschau.

16. 2. 1967: Im Januar haben sich 15 Arbeitslose, wovon 13 versichert, gemeldet. Für die Versicherten wurden im Gesamten 73½ Tage kontrolliert.

16.2. 1967: Der Weg längs des Bahntrassees der BLS im Gwatt (Fortsetzung vom alten Gwattstutz in nördlicher Richtung) wird nach einer alten Flurbezeichnung «Steinhaufenweg» benannt.

20. 2. 1967: Der Februargrossmarkt war gut besucht. Die Grossviehauffuhr blieb mittelmässig und die Schweineauffuhr gering: 143 Stück Grossvieh, 165 Schweine und 1 Ziege. Die Preise: gute Kühe 2800 bis 3500 Fr., mittlere Kühe 1800 bis 2300 Fr., Ferkel per Paar 160 bis 170 Fr., 3 bis 4 Monate alte Fasel per Paar 340 bis 370 Fr.

21. 2. 1967: Die Stadtmusik zählt neu über 1000 Mitglieder, nämlich 80 Aktive, 37 Ehren- und 907 Passivmitglieder. Erfreut wurde zur Kenntnis genommen, dass die Gemeindesubvention von 4700 auf 8000 Fr. angestiegen ist.

21. 2. 1967: Wochenmarktbericht vom 18. Februar. Fleisch per kg: Rind 7.60 bis 18 Fr. Kuh 5.80 bis 12 Fr. Schwein, frisch 11 bis 14 Fr. Schwein, geräuchert 11 bis 13 Fr. Poulets per Stück 7 Fr. Eier, gross, inländisch, pro Stück –.24 bis –.25. Früchte und Gemüse per kg: Kartoffeln –.45 bis –.60, Zwiebeln inländisch 1 bis 1.10, Rüebli –.65 bis –.80, Orangen –.99 bis 1.80, Bananen 1.80– bis 2. Kopfsalat ausländisch pro Stück –.40 bis –.70.

21. 2. 1967: Das Sturmwetter, das sich seit Tagen angekündigt hat, ist letzte Nacht über unsere Gegend hereingebrochen. Rings um die Stadt waren Strassen von umgestürzten Bäumen versperrt. Auch in der Länggasse 25 A fiel eine Ziertanne auf das Haus der Metzgerei Riesen.

22. 2. 1967: Durch vom Strom ­geknickte Strommasten gab es in der ganzen Gegend verschiedene Stromunterbrüche, so auch am Dienstagmorgen in Thun. Durch verschiedenes Umschalten konnten alle Verbraucher bis jetzt wieder provisorisch versorgt werden.

24. 2. 1967: Zum Unterhalt und zum Ausbau des Stadions Lachen wurde eine vom Regierungsrat bewilligte Lotterie gestartet. Hauptpreis ist ein Ford Cortina.

24. 2. 1967: Mit einer eindrück­lichen Veranstaltung feierte letzten Samstag der Schwerhörigenverein Thun sein 50-jähriges Bestehen.

24. 2. 1967: Die verheerende Sturmwelle, die gestern durch das Land fegte, richtete auch bei uns grosse Schäden an. Häuser wurden abgedeckt, fallende Bäume zerstörten Autos und Stromleitungen. Der Strättligenwald, wo circa 3000 m3 Holz gefallen sind, wurde wegen der Gefahr des Stürzens gelöster Bäume gesperrt.

25. 2. 1967: In einem Bildbericht stellt das «Thuner Tagblatt» die Johanneskirche, Thuns neueste Kirche im Dürrenast, vor. Diese wird morgen Sonntag feierlich eingeweiht.

27. 2. 1967: Im Vorbau des Hotels Elite, wo bis vor einigen Wochen ein Traiteur-Laden betrieben wurde, ist am letzten Freitag Thuns zweites Reisebüro eröffnet worden. Das Reisebüro Unitourist AG wird von Richard Kunz geleitet.

27. 2. 1967: Mit einem 2:1 im Heimspiel und einem 3:3 im Rückspiel gegen Martigny gelang es dem Eishockey-Club Thun, den Nationalliga-B-Pokal zu erringen.

28. 2. 1967: Organisiert von der Klubschule Migros spricht die nächsten drei Donnerstage der bekannte Hans A. Traber im Freienhof zu seinen Farbfilmen «Vom Wald zum Tümpel», «In Wiesen und Feldern» und «Vom Moos zum See

Quelle: Stadtarchiv Thun (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 27.02.2017, 10:23 Uhr

Artikel zum Thema

Umbau des Maulbeerplatzes wurde teurer

Vor 50 Jahren Die Umgestaltung des Thuner Maulbeerplatzes kostete die Stadt fast das Doppelte des ursprünglich veranschlagten Preises. Mehr...

Aare lockte zum Schlittschuhlaufen

Vor 100 Jahren Beim Scherzligweg, unweit des Kleistinseli, gefror im Januar 1917 die Aare zur natürlichen Eisbahn – was das «Tagblatt der Stadt Thun» zum Froh­locken brachte. Mehr...

In Thun wurde die Butter rationiert

Vor 100 Jahren Im Dezember 1916 führte die Milch­siederei Thun Butter­karten ein, um den Butter­verkauf zu kontingentieren. Die Karten berechtigten die Inhaber zum Bezug von halbmonatlich 200 Gramm Butter. Mehr...

Service

Auf die Lesezeichenleiste

Hier lesen Sie unsere Blogs.

Kommentare

Blogs

Gartenblog Aus die Maus

Echt jetzt? Pornos für Frauen? Gähn.

Service

Die Welt in Bildern

Get up, stand up! Drei Stand Up Paddler geniessen das Sommerwetter auf dem Genfersee bei Allaman (27. Mai 2017).
(Bild: Valentin Flauraud) Mehr...