Thun

Flickarbeiten in den Sommerferien

ThunDer Thuner Gemeinderat hat die Seefeldschule zuoberst auf seine Prioritätenliste gesetzt. Noch in den kommenden Sommerferien sind diverse Unterhaltsarbeiten am Schulhaus geplant. Und: Der Gemeinderat will den Fall intern aufrollen.

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«Der Gemeinderat bedauert die schwierige Schulraumsituation im Seefeld», schreibt die Stadt in einer am Montag versandten Medienmitteilung. Es sei ihr deshalb ein grosses Anliegen, den Zustand der Schule zu verbessern. Dazu gehörten neben den bereits erledigten Arbeiten weitere Sofortmassnahmen, welche in den kom­menden Sommerferien ergriffen werden sollen.

Kein Platz im Gymer-Pavillon

Die Stadt hat sich auf Wunsch der Eltern in den letzten Tagen auch mit dem Kanton in Verbindung gesetzt, um zu prüfen, ob die Primarschule Seefeld vorübergehend in den Räumen oder im neu erstellen Provisorium des Gymnasiums gegenüber untergebracht werden könnte: «Leider besteht dazu keine Möglichkeit», teilt nun die Stadt mit.

Hingegen prüft die Stadt derzeit als Zwischenlösung eine Ersatz-Containerlösung am jetzigen Standort oder einen Umzug des Kindergartens und der Schule Seefeld in die Baracke an die Schubertstrasse 10. Entsprechende Mittel für Letzteres seien bereits im Aufgaben- und Finanzplan eingestellt.

«Allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass sich dieses Gebäude in einem ähnlichen Zustand befindet wie jenes an der Äusseren Ringstrasse», schreibt die Stadt in einem Brief an die Eltern, welchen sie ebenfalls am Montag versandte und der Antworten auf Fragen enthält, welche die Eltern schriftlich gestellt hatten.

Kanton entscheidet erst 2018

«Leider ist der Kanton mit seinen Standortüberlegungen in Sachen Gymnasium noch nicht so weit, wie wir uns das wünschen würden», erklärte Stadtpräsident Raphael Lanz den Grund, weshalb eine definitive Lösung noch auf sich warten lässt. «Der Kanton wird wohl erst Anfang 2018 bekannt geben, ob und wann er am Standort Schadau einen Neubau realisieren oder den Standort Seefeld sanieren will.»

Die Stadt hat seit längerem die Absicht, mit der Schule Seefeld in die allenfalls frei werdenden Räumlichkeiten zu ziehen. Gemäss heutigen Erkenntnissen wird dies aber frühstens 2025 der Fall sein.

Der Gemeinderat hat ebenfalls auf Druck der Eltern ein Schadstoffgutachten in Auftrag gegeben. «Die Resultate sind in den nächsten Wochen zu erwarten», erklärt die Stadt, die den Eltern gleichzeitig mitteilt, dass den ­zuständigen Hauswarten kein Schimmelproblem in der über 40-jährigen Baracke bekannt sei.

«Es sind Fehler passiert»

Auf die Frage, ob das gestrige Versanddatum der Medienmitteilung und der Unterlagen an die Eltern bewusst auf das Datum des zweiten Elternabends gelegt worden sei, meinte Raphael Lanz: «Wir wollten die Eltern und die Öffentlichkeit nach der Beschlussfassung letzten Freitag so rasch wie möglich informieren.» So gesehen sei das Zusammentreffen der Daten eigentlich ideal: «Auf diese Weise konnten wir gleich im Vorfeld alle Fragen, die eventuell am Elternabend wieder ein Thema geworden wären, beantworten.»

Der Stadtpräsident gibt aber unumwunden zu, dass in der Vergangenheit Fehler passiert seien: «Wenn ich sehe, wie sich die Schule derzeit präsentiert, ist wahrscheinlich nicht alles optimal gelaufen.» Deshalb habe der Gemeinderat nun eine interne Aufarbeitung des Falls angeordnet, welche allfällige Versäumnisse aufzeigen und das Zusammenwirken der verschiedenen Stellen innerhalb der Stadtverwaltung, aber auch im Umgang mit externen Stellen beleuchten solle.

«Es geht uns aber dabei nicht darum, Schuldige zu finden, sondern unsere Lehren aus den Vorkommnissen zu ziehen.» Damit dies gelingt, sollen die Ergebnisse von einer unabhängigen Stelle überprüft werden. Wer diese Aufgabe übernehmen werde, konnte Raphael Lanz am Montag noch nicht sagen: «Wir sind mit jemandem im Gespräch, der Auftrag ist aber noch nicht erteilt.» (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 19.06.2017, 20:31 Uhr

Sofortmassnahmen

Was die Stadt erledigt hat und noch plant

Das Amt für Stadtliegenschaften habe den Zustand der Schule Seefeld analysiert und Massnahmen getroffen, teilt die Stadt in ihrem Mediencommuniqué mit. So ist bereits in der letzten Woche das undichte Oberlicht repariert worden, welches dazu führte, dass im Kindergarten bei Starkregen Kübel aufgestellt werden mussten. Zuvor war auch der alte Teppichbelag im Eingangsbereich ersetzt worden, der gemäss einem Schreiben der Stadt an die Eltern als Verursacher des schlechten Geruchs identifiziert worden sei.

In den Sommerferien werden nun weitere Unterhaltsarbeiten ausgeführt: So sollen die Eingangstüren künftig nach aussen hin öffnen. Alle Türen sowie die Fassaden im Türbereich werden zudem geflickt und neu gestrichen. Alle Fenster im Gebäude werden überprüft und wo nötig ersetzt. Die Garderobe soll zudem aufgefrischt und neu möbliert werden. Der Bodenbelag im Aufenthaltsraum wird allenfalls ersetzt, und im Garten wird der Geräteraum erneuert und die Rutschbahn und die Schaukel ersetzt.

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