Thun

Von Frauen für Frauen über Frauen

ThunDie Thuner Stadtgeschichte ist geprägt von starken Frauen. Eine Führung von Thunersee Tourismus befasst sich mit historischen und modernen Heldinnen der Gesellschaft – so etwa mit der Goldschmiedin Yvonne Schediwy.

Yvonne Schediwy arbeitet an einem Ringrohling. Sie ist eine der starken Thuner Frauen, die auf der neuen Stadtführung besucht werden.

Yvonne Schediwy arbeitet an einem Ringrohling. Sie ist eine der starken Thuner Frauen, die auf der neuen Stadtführung besucht werden. Bild: Irina Eftimie

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In Thun leben mehr Frauen als Männer. Ausserdem haben viele Frauen hohe Positionen in Firmen, kulturellen Institutionen und in der Politik inne. Doch was wissen wir über diese starken Frauen? Welche Hürden und Herausforderungen mussten sie überwinden, damit sie sich in ihren Feldern etablieren konnten? Auf der ­Führung «Frauenpower ­– Starke Frauen bewegen Thun» von Thunersee Tourismus erfahren Interessierte die Hintergrundgeschichten von sieben starken Frauen, die Thun und seine Geschichte geprägt haben.

Moderne Heldinnen

«Thun hat so viele starke Frauen, die Auswahl ist uns wirklich nicht leichtgefallen», sagt Elsbeth ­Aebersold. Um dabei eine möglichst grosse Bandbreite an starken Frauengeschichten zeigen zu können, entschied sich das Stadtführungsteam sowohl für historisch relevante Persönlichkeiten als auch für moderne Heldinnen der Mode, Politik und des Sports. «Ich habe mit der Jüngsten imTeam zusammengearbeitet, und sie machte mich darauf aufmerksam, dass wir nicht nur von Verstorbenen erzählen sollten», sagt Aebersold. «Also haben wir die Frauen direkt angefragt, um ihre Erlaubnis zu erhalten, da wir gerne auch etwas privatere Details in unseren Führungen erwähnen.»

Als besonderes Highlight treffen die Gruppen am Ende jeder Führung eine in Thun lebende starke Frau. «Den Besuch bei der siebten Frau passen wir immer der Gruppe an, so entstehen jedes Mal wieder spannende Diskussionen», sagt Aebersold.

Der fertige Ringrohling in der Hand von Yvonne Schediwy. Bild: Irina Eftimie

Eine starke Entscheidung

Eine der Frauen, die auf der Tour besucht werden, ist Yvonne Schediwy. «Schon seit meiner Kindheit wusste ich, dass ich Goldschmiedin werden wollte», sagt Schediwy, «aber ohne Beziehungen eine passende Lehrstelle zu finden, war damals extrem schwierig. Also lernte ich Detailhandelsfachfrau und ging nach meiner Ausbildung nach Brasilien.» In Brasilien lernte Yvonne Schediwy von den Indios, wie sie Schmuck aus Draht, Knochen und anderen Materialien herstellen konnte. «Ich wollte einen Monat bleiben und blieb dann vier Jahre», sagt sie.

In Brasilien lernte sie auch ihren Ehemann kennen, die Ehe wurde jedoch geschieden, als die beiden in die Schweiz zogen. «Da ich wieder arbeiten gehen musste, stand ich vor der Entscheidung, entweder etwas aus dem zu machen, was ich gelernt hatte, oder mein Kind von Fremden aufziehen zu lassen, während ich arbeiten ging. Ich habe dann ein paar Bretter und Scharniere gekauft und baute daraus meinen ersten Märitstand», sagt Schediwy.

Mit den traditionellen Methoden, die sie in Südamerika gelernt hatte, und ihrem starken Willen wurde sie immer erfolgreicher. Sie besitzt jetzt ein Geschäft in der Thuner Altstadt, in dem sie mit ihrer Tochter zusammen Schmuck herstellt, und eröffnete im April eine Filiale in Bern.

Nächste Führung: 9. September, 16 Uhr, Welcome-Center im Bahnhof Thun, 25 Fr. pro Person. Gruppenführungen auf Anfrage. Infos:www.thunersee.ch (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 19.06.2017, 09:47 Uhr

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