Fussball-WM 2022 kurz vor Weihnachten

Die Hitze von Katar zwingt die WM in die Monate November und Dezember. Es soll noch eine weitere Neuerung dazukommen.

Organisatoren der Fussball-WM 2022: Fifa-Präsident Sepp Blatter mit Taskforce-Leiter Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa an einer Pressekonferenz in Doha. (9. November 2013)

Organisatoren der Fussball-WM 2022: Fifa-Präsident Sepp Blatter mit Taskforce-Leiter Scheich Salman bin Ibrahim Al Khalifa an einer Pressekonferenz in Doha. (9. November 2013) Bild: Fadi Al-Assaad/Reuters

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Die Mitglieder der Fifa-Taskforce für den Terminkalender 2018 bis 2024 schlagen in Doha vor, die Fussball-WM 2022 in Katar im November und Dezember durchzuführen. Im Gespräch ist ein Turnier zwischen dem 18. November und dem 18. Dezember. Das tagende Gremium plädiert zudem für eine Verkürzung der Endrunde um ein paar Tage. Das Fifa-Exekutivkomitee dürfte den Terminvorschlag, den auch Fifa-Präsident Sepp Blatter befürwortet, bei seiner Sitzung am 19./20. März in Zürich absegnen.

«Es gibt eine Lösung – November/Dezember», erklärte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke. In einer Mitteilung des Weltverbandes (Fifa) hiess es, dass «der Vorschlag die Unterstützung aller sechs Kontinentalverbände» habe. Der Vorschlag der Terminfindungskommission beinhaltet zudem die Möglichkeit «einer Verkürzung des Zeitplans. Der genaue Zeitpunkt der Austragung muss allerdings noch final diskutiert werden».

Der traditionelle WM-Sommertermin kommt wegen der extremen Hitze im Austragungsland nicht infrage. Und ein Alternativtermin im Januar und Februar ist wohl ebenfalls vom Tisch. Der Fifa liegt das zu nahe bei den Olympischen Winterspielen. Vor allem die Wintersportverbände hatten sich im Vorfeld vehement gegen diese mögliche Variante gewehrt.

Quelle: Fifa

Auf Kollisionskurs mit der Uefa

Mit der Empfehlung der Taskforce geht die Fifa trotz Valckes Aussage allerdings auf Kollisionskurs mit der Uefa und den europäischen Grossclubs. Denn viele europäische Ligen müssten ihre Spielpläne komplett umstellen. Sogar die Champions League müsste neu terminiert werden. Im November und Dezember fällt in der Königsklasse normalerweise die Entscheidung in den Gruppenphasen.

Den Topligen und der Uefa wird es jetzt darum gehen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten und eine grosszügige finanzielle Entschädigung der Fifa herauszuschlagen. Bayerns Präsident Karl-Heinz Rummenigge meinte gegenüber deutschen Medien: «Diese Kosten können nicht durch die Clubs bezahlt werden. Wir sind nicht bereit, diese zu zahlen.» Das Tauziehen um den geeigneten Termin für die Fussball-WM 2022 in Katar ist zugleich auch ein Kampf um das liebe Geld. Peter Coates, Präsident des Premier-League-Clubs Stoke City, hat in einer ersten Stellungnahme gegenüber der BBC die Situation als «ein Desaster» bezeichnet. «Die Saisonplanung wird damit ausgesprochen schwierig. Es könnte nicht störender und chaotischer sein.»

Probleme dürfte es auch mit TV-Anstalten, namentlich in Übersee, geben. Der November und Dezember gilt in den USA traditionellerweise als Zeit des American Football. (pst/fal/si)

Erstellt: 24.02.2015, 09:49 Uhr

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