Der Kopf des Teams fällt einen Bauchentscheid

Lukas von Deschwanden lehnt Angebote renommierter Klubs aus dem Ausland ab und spielt weiterhin für Wacker Thun.

Mitspieler Freunde! Von Deschwanden bleibt auch wegen seiner guten Beziehungen im Team von Martin Rubin.

Mitspieler Freunde! Von Deschwanden bleibt auch wegen seiner guten Beziehungen im Team von Martin Rubin. Bild: Patric Spahni

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Mitstreiter Luca Linder sagt: «Das ist eine grossartige Botschaft, ich halte Lukas für einen der besten Handballer der Liga und einen tollen Menschen.» Teamkollege Reto Friedli erzählt: «Ich verspüre unendliche Freude. Was Lukas sportlich leistet, ist genial. Und er ist mir ein enger Freund.»

Trainer Martin Rubin hält fest: «Wir sind sehr glücklich. Lukas ist ein kompletter Spieler, gepaart mit seiner Routine macht ihn dies zu einer der dominanten Figuren unserer Meisterschaft.»

«Lukas ist ein kompletter Spieler.»Martin Rubin, Trainer

Die Vertragsverlängerung von Lukas von Deschwanden löst im Umfeld von Wacker Thun eine kleine Euphorie aus. Die Schlüsselkraft verpflichtete sich den Berner Oberländern zwei weitere Saisons. Eine Menge Klubs hatten um die Dienste des 27-Jährigen gebuhlt, darunter ein Traditionsverein aus der Bundesliga, mit dem der Urner nach eigenen Angaben konkrete Verhandlungen führte.

Diesseits der Landesgrenzen war das Interesse am zweimaligen Topskorer freilich noch grösser gewesen, andern potenziellen Schweizer Arbeitgebern erteilte der Nationalspieler indes Anfang Jahr eine Absage.

Letztlich wählte der Sportstudent zwischen dem deutschen Verein und einem Verbleib bei den Thunern, für die er seit 2009 engagiert ist. Von Deschwanden spricht dabei von einem Bauchentscheid. Ausschlaggebend sei gewesen, dass er bei Wacker mit seinen besten Kumpels Handball und um Titel spielen könne. «Wo gibts das sonst schon?»

Heroische Taten

Der Innerschweizer ist den Berner Oberländern längst mehr als bloss ein Mitstreiter. Der Altdorfer ist Teil des Kerns in der Mannschaft von Rubin, er ist deren Kopf und inzwischen auch abseits des Feldes ein Leader. Der Aufbauer erzielt die meisten Tore, er bereitet viele Treffer vor, zählt mittlerweile zu den besten Verteidigern der Liga und hat in der Vergangenheit immer wieder durch Leidensbereitschaft beeindruckt.

Von Deschwanden hat in der Vergangenheit immer wieder durch Leidensbereitschaft beeindruckt.

2013 bestritt er den Playoff-Final trotz einer Bauchmuskelzerrung und erzielte in der entscheidenden Begegnung 8 Tore. Kürzlich lief er im Heimspiel gegen Kadetten Schaffhausen trotz Daumenbruch an der Wurfhand auf und traf viermal.

Des Cupsiegers Kader für die nächste Saison steht damit. Es enthält keinen Ausländer, aber sechs Nationalspieler (von Deschwanden, Lenny Rubin, Nicolas Raemy, Stefan Huwyler, Jonas Dähler und Zuzug Flavio Wick) sowie eine Vielzahl weiterer möglicher Angehöriger der Schweizer Auswahl. Mit einem Schmunzeln sagt Coach Rubin: «Ich freue mich darauf, im ­Training Dialekt sprechen zu können.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 18.03.2017, 07:31 Uhr

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