Shiffrin setzt sich ab

Mikaela Shiffrin gewinnt in Stockholm erstmals einen Parallelslalom, ­womit sie im Gesamtweltcup ­ihre Reserve auf Lara Gut auf stattliche 180 Punkte ausbaut. Bei den Männern sorgt der Deutsche Linus Strasser für eine Premiere.

Premiere für Mikaela Shiffrin (rechts): Die Amerikanerin bezwang in Stockholm im Final Veronika Velez Zuzulova und triumphierte erstmals in einem City-Event.

Premiere für Mikaela Shiffrin (rechts): Die Amerikanerin bezwang in Stockholm im Final Veronika Velez Zuzulova und triumphierte erstmals in einem City-Event. Bild: Keystone

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Noch ist nichts entschieden, aber nach Mikaela Shiffrins Triumph im Parallelslalom von Stockholm, ihrem achten Saisonsieg, wird die Aufgabe für Lara Gut, die grosse Kristallkugel für den Gesamtweltcup zu verteidigen, enorm schwierig.

Die Tessinerin, die am Sonntag im Super-G von Cortina gestürzt war und wegen ihren Prellungen an Oberarm und Oberschenkel nicht in die schwedische Hauptstadt reiste, liegt neu 180 Punkte zurück. Das ist eine grosse Hypothek bei noch elf ausstehenden Rennen – drei Super-G und je zwei Prüfungen in den Sparten Abfahrt, Riesenslalom, Slalom und Kombination.

Shiffrin schlug im Final die Slowakin Veronika Velez Zuzulova und sicherte sich ihren 28. Weltcupsieg. Erstmals aber triumphierte die 21-Jährige in einem sogenannten City-Event. Einzig in Runde 1 geriet Shiffrin kurz in Schwierigkeiten, danach wirkte sie in allen Duellen unwiderstehlich.

Die Hoffnungen, Vorjahressiegerin Wendy Holdener würde der Amerikanerin ein paar Punkte wegschnappen, erfüllten sich nicht. Die Innerschweizerin schied schon in der ersten Runde aus. Gegen ihre 18-jährige Teamkollegin Mélanie Meillard blieb Holdener um sieben Hundertstel geschlagen. Für den Teenager aus dem Wallis bedeutete dann aber die nächste Runde, die Viertel­finals, ebenfalls Endstation. Gegen die Norwegerin Nina Löseth, die letztlich auf Platz 3 landete, schied Meillard aus.

Für Denise Feierabend und Daniel Yule war nach dem ersten Duell bereits Schluss. Die Engelbergerin war gegen Veronika Velez Zuzulova ohne Chance, Yule unterlag im Feld der Männer dem Schweden Mattias Hargin, der später den kleinen Final um Platz 3 für sich entschied.

Strasser überrascht

Wie schon im Dezember beim ­Parallel-Riesenslalom von Alta Badia, wo völlig unerwartet der Franzose Cyprien Sarrazin gewonnen hatte, gab es auch am Hammarby-Bakken mitten in Schwedens Hauptstadt einen Gewinner, den wohl niemand auf der Rechnung hatte.

Der Deutsche Linus Strasser, der vor zwei Jahren als Fünfter in Schladming sein bestes Resultat abgeliefert hatte, räumte alles weg, was sich ihm in den Weg stellte. In der Startrunde eliminierte er den Norweger Henrik Kristoffersen, und im Final musste sich auch der Franzose Alexis Pinturault geschlagen geben.

Strasser war nur durch den Verzicht von Felix Neureuther ins Starterfeld gerutscht. Eine Kapselverletzung im Knie verhinderte die Teil­nahme von Neureuther, der reglementsgemäss durch einen Landsmann ersetzt werden durfte. Strasser gewann als erst elfter Deutscher ein Weltcuprennen.

Wie Kristoffersen schied auch Marcel Hirscher in seinem ersten Duell aus. Immerhin wurde der Slalomweltcup, zu dem dieser doch ganz andere Parallelwettbewerb zählt, dadurch nicht verfälscht. Der Österreicher Hirscher liegt vor den beiden letzten Slaloms weiter 60 Punkte vor Kristoffersen. Im Gesamtweltcup haben Hirschers Gegner ohnehin schon kapituliert. (sda)

Erstellt: 31.01.2017, 21:20 Uhr

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