Sich nah und doch so fern

Mélanie Meillard und Simone Wild belegen im WM-Riesenslalom die Ränge 13 und 14. Das sportliche Niveau der beiden ist vergleichbar, ansonsten fallen die Unterschiede auf.

Nach dem 5. Rang im ersten Lauf fiel Simone Wild noch auf den 14. Platz zurück.

Nach dem 5. Rang im ersten Lauf fiel Simone Wild noch auf den 14. Platz zurück. Bild: Keystone

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Erfahrung hier, Erfahrung dort, Erfahrung überall. Die Betreuerschaft von Swiss-Ski benutzt das Schlüsselwort dieser Heim-WM-Tage phasenweise im Minutentakt. So wurde Luca Aerni beispielsweise trotz geringer Erfahrung Weltmeister. Hans Flatscher verwies im Zusammenhang mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Teamleaderin Lara Gut schon vor dem Frauen-Riesenslalom auf die fehlende Erfahrung seines Quartetts. Was nachvollziehbar, ja schon fast überflüssig war, weil das Durchschnittsalter unter 20 Jahren liegt.

Simone Wild, mit 23 die Älteste, raste im ersten Durchgang völlig überraschend auf Platz 5, fiel jedoch im Final auf Rang 14 zurück. Mélanie Meillard, mit 18 nur die Zweitjüngste, stiess dank sechstbester Laufzeit von Platz 21 auf Rang 13 vor. Wild wirkt konsterniert, sagt leise, im Grossen und Ganzen müsse sie zufrieden sein. Nachdem sie sichtlich erschrocken zurückgewichen ist, als ihr sieben Radioreporter ihre Mi­krofone gleichzeitig drei Zentimeter vor den Mund gehalten haben. Womit wir wieder bei der Erfahrung wären.

Kämpfte sich im zweiten Lauf von Rang 21 auf Rang 13 vor: Die 18-jährige Mélanie Meillard. Bild: Keystone

Die Zürcher Oberländerin, im Skiclub Flumserberg gross geworden, ist eine Spätzünderin. Nie hat sie an einer Junioren-WM teilgenommen, nie zuvor befand sie sich in einer vergleichbaren Ausgangslage, nie zuvor sah sich mit einem derart hohen medialen Interesse konfrontiert. Meillard, mit ihrer Familie wegen des Skisports vom Kanton Neuenburg ins Unterwallis gezogen, ist frühreif. Sie gilt seit Jahren als Riesentalent, hat an den Olympischen Jugendspielen Gold und Silber gewonnen. Und parliert vor erwähnten Radiojournalisten munter drauf los. Weil sie im Umgang mit solchen Situation über Erfahrung verfügt.

Cheftrainer Flatscher sagt, Wild habe «eine Schaufel drauflegen» wollen, sei daraufhin zu direkt gefahren. Der Österreicher gesteht, nach dem ersten Durchgang gedacht zu haben, womöglich könne «etwas Sensationelles» passieren. Und rügt sich gleich selbst. «Ich muss mich an der Nase nehmen. Es war nicht realistisch, dass wir mit diesem Team um die Podestplätze mitfahren.» Weil hierfür mehr Erfahrung nötig gewesen wäre. (Berner Zeitung)

Erstellt: 17.02.2017, 07:22 Uhr

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