Jobsuchende werden für Geldwäsche missbraucht

Arbeit von zu Hause, hohes Gehalt, Flexibilität: Mit verlockenden Stellenausschreibungen erschleichen sich Kriminelle die Kontodaten von Arbeitsuchenden.

Vorsicht beim Weitergeben von sensiblen Daten: Mann arbeitet am Laptop. (Symbolbild)

Vorsicht beim Weitergeben von sensiblen Daten: Mann arbeitet am Laptop. (Symbolbild) Bild: Patrick Semansky/Keystone

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Mit gefälschten Job-Angeboten im Internet locken Kriminelle Stellensuchende in die Falle. Die vermeintlich künftigen Mitarbeitenden sollen ihr Privatkonto zum Verschieben von Geld zur Verfügung stellen, warnt das Bundesamt für Polizei (Fedpol). Der ahnungslose Kontoinhaber wird dann als Geldesel (Money Mule) eingesetzt, um Gelder zu waschen, die aus kriminellen Aktivitäten stammen.

Zu diesem Zweck werden laut Fedpol Immobilienfirmen manchmal sogar erfunden oder eigens dafür gegründet. Es komme auch vor, dass der Name einer bekannten Immobilienfirma missbraucht wird. Mittels öffentlich einsehbaren Informationen im Internet, erstellen Kriminelle eine täuschend echte Website und veröffentlichen Stellenangebote. Diese sind äusserst attraktiv und versprechen Arbeit von zu Hause, ein hohes Gehalt, Flexibilität.

Strafverfahren droht auch dem Opfer

Wer sein Konto für die Verschiebung von Geldern zur Verfügung stellt, kann für die Mithilfe zur Geldwäscherei strafrechtlich belangt werden. Das Fedpol empfiehlt in jedem Fall misstrauisch zu sein. Selbst wenn ein Arbeitgeber auf den ersten Blick seriös wirkt, weil einem das Logo bekannt vorkommt oder die Firma im Handelsregister auftaucht: Es können dennoch Betrüger dahinter stecken.

Seriöse Arbeitgeber würden in der Regel zu einem Vorstellungsgespräch einladen und nicht verlangen, das Privatkonto für den Zahlungsverkehr des Geschäfts zur Verfügung zu stellen. Ausserdem werden vertrauliche Daten niemals per Mail angefragt. Im Zweifelsfall schade es nicht, beim «richtigen» Arbeitgeber nachzufragen, ob das Jobangebot wirklich besteht.

(chi/kat)

Erstellt: 17.02.2017, 18:06 Uhr

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