Ritschi begeisterte am Hünegg Openair

Hilterfingen

Wetterglück, ein Headliner in Bestform und ein elektrisiertes Publikum prägten die 36. Ausgabe des Hünegg Openair.

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«Das hier gibt es nur einmal», sagte Ritschi am Samstagabend zum Publikum auf dem Schlosspark Hünegg. Dabei sprach er weniger von der Magie, die in ­jenem Moment in der Luft lag, ja die immer in der Luft liegt, wenn der Funke zwischen Live-Musiker und Zuhörerschaft übergesprungen ist.

Es war vielmehr eine Liebeserklärung an das Hünegg Openair selbst. Während andere Festivals immer grösser würden, sagte der Mundartsänger, bleibe dieses einmalige ­Openair sich selbst treu.

Während solche Aussagen auftretender Künstler allzu oft blosse Schmeicheleien sind, wirkten sie bei Ritschi auch dadurch glaubhaft, dass sich der Sänger im Vorfeld seines Konzerts mitsamt Frau und Kinder unters gemeine Volk mischte.

Mitreissende Präsenz

Nun, auch das mag ein Klischee sein: Wer in Mundart singt, muss nicht automatisch authentisch oder nahe bei den Leuten sein. Ritschti jedenfalls war am Samstagabend beides. Eine mitreissende Bühnenpräsenz sowie ein hohes musikalisches Level zeichneten die Performance von ihm und der ganzen Band aus. Gleichzeitig wirkten gerade die Songs des aktuellen Albums Patina, auf der das Älterwerden ein grosses Thema ist, frisch und authentisch.

Ukulele traf auf Beatboxing

Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt von Ritschis Überraschungsgast. Er habe vor etwa zwei Wochen in einer Zeitung gelesen, dass er einen Gast ans 36. Hünegg Openair mitnehme und habe dann angefangen seine Telefonliste durchzugehen, scherzte der 40-Jährige. «Da die meisten in meinem Alter in den Ferien waren, wandte ich mich schliesslich an einen jüngeren Kollegen, den ich noch gar nicht so gut kenne», sagte er und bat schliesslich James Gruntz auf die Bühne.

Der Kurzauftritt des 32-jährigen Singer-Songwriter liess dann in der Tat etliche junge Zuhörerinnen hörbar in Begeisterungsstürme ausbrechen. Doch der Ukulele spielende James Gruntz und der beatboxende Ritschi, dieses spezielle Duett begeisterte nicht nur sie.

Emanzipierter Sound

Für einen gelungenen Auftakt sorgten vor dem Auftritt des Headliners die zwei regionalen Bands Stay Illusion und 23degrees. Die jungen Musiker der Band Stay Illusion, die es erst seit zwei Jahren gibt, überzeugten mit einem emanzipierten Sound im Bereich Alternative Rock. Nebst dem energiegeladenen Zusammenspiel blieb die warme und glockenklare Stimme der Leadsängerin in Erinnerung. 23degrees aus Steffisburg, die bald ihr 10-jähriges Bestehen feiern, setzten zu Beginn mit ihrem melodiösen und groovigen Akustikpop ein erstes Ausrufezeichen.

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