Die Kinder müssen 2015 nicht mehr in der Minihalle turnen

Wabern

Die Schulanlage Wandermatte in Wabern erhält ein neues Gebäude mit einer grossen Turnhalle und wird saniert. Die Bauarbeiten sind ab Juli 2014 geplant. Die Kosten werden auf bis zu 10 Millionen Franken geschätzt.

Das Modellbild des Siegerprojekts «Luzie»: Der neue Turnhallentrakt soll architektonisch Akzente setzen.

Das Modellbild des Siegerprojekts «Luzie»: Der neue Turnhallentrakt soll architektonisch Akzente setzen.

(Bild: zvg)

Lucia Probst

Es stinkt aus den rostigen Leitungen, der Verputz fällt langsam herunter, und die Turnhalle ist eigentlich viel zu klein: Seit sie Mitte der 1950er-Jahre erstellt wurde, gab es in der Schulanlage Wandermatte in Wabern keine grösseren Sanierungen. Jetzt sollen die Schulgebäude saniert und erweitert werden. Gestern präsentierte der Könizer Gemeinderat das Projekt, das in einem Architekturwettbewerb zum Sieger erkoren wurde. Es heisst «Luzie» und stammt von Volker Bienert aus Zürich. 47 Architekturbüros haben sich am offenen Wettbewerb beteiligt.

Geometrisch spannend

Gefallen hat «Luzie» der Wettbewerbsjury aus Gemeinderäten, Architekten und Experten vor allem deshalb sehr gut, weil es sorgfältig mit dem Bestehenden umgeht. Ein Grossteil der Schulanlage ist als schützenswert eingestuft, deshalb waren allzu grosse Eingriffe nicht erwünscht. Das Schulhaus und die Pausenhalle bleiben bestehen. Nur erhaltenswert ist jedoch der Altbau mit der kleinen Turnhalle. Bienert und sein Team schlagen vor, diesen abzureissen und durch einen Neubau mit grösserer Turnhalle zu ersetzen. Dass die Schule eine solche erhalten soll, hat der Gemeinderat letzten Juni beschlossen. Der neue, zweistöckige Trakt wird auch einen Mehrzweckraum umfassen. Vor allem durch seine spezielle Geometrie soll er auf dem Areal Akzente setzen.

Es habe etwas Zeit gebraucht in diese Vorschläge hineinzufinden, sagt Architekt und Jurymitglied Marco Graber. «Doch prüft man sie genauer, merkt man, welche überzeugenden Qualitäten das Projekt hat.»

Neben den heutigen Kindergärten entsteht auch ein neues Kindergartengebäude. Das Schulhaus selbst wird umfassend saniert und erhält eine andere Raumaufteilung, die auch für die Basisstufe geeignet ist. Sanft umgestaltet wird der Aussenraum. So wird etwa die Anordnung der Sportplätze etwas optimiert. «Wir sind grosse Anhänger der 50er-Jahre», sagte der siegreiche Architekt Volker Bienert. Es sei für ihn zentral gewesen, an die Architektur dieser Zeit anzuknüpfen.

Baustart im Juli 2014

Bis die Pläne realisiert werden können, dauert es noch: Diesen Herbst will der Gemeinderat dem Parlament einen Projektierungskredit beantragen. Im Sommer und Herbst 2013 sollen Parlament und Volk dann über den Kredit für den Bau und die Sanierung abstimmen. Auf 8,5 bis 10 Millionen Franken werden die Kosten derzeit geschätzt.

Von Juli 2014 bis Juli 2015 sind die Bauarbeiten geplant. Dann wird das Schulhaus komplett leer sein. Die rund 170 Kinder werden auf das Dorf- und das Morillonschulhaus verteilt, wie Gemeinderat Urs Wilk (FDP) ausführte.

«Der Umzug wird happig», sagt Schulleiter Konrad Tschirren. Es werde eng im Dorfschulhaus. Über die Pläne ist er aber erfreut: «Das Projekt kommt den Bedürfnissen unserer Schule sehr entgegen.» Dass die Kinder nicht mehr in einer viel zu kleinen Halle turnen müssten, sei ein «Riesengewinn», so Tschirren. «Nicht nur für uns, auch für viele Vereine.»

Alle 47 Projekte sind bis am 20.1. in der Schule Wandermatte zu sehen. Mo–Fr 17–19 und Sa 10–12 Uhr.

Berner Zeitung

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