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Er sucht die Verantwortung

Mit 48 Jahren ist Andy Keller in Burgdorf erstmals Cheftrainer. Der ehemalige Profi begibt sich mit seinem Team auf das unbekannte Terrain der 1.-Liga-Ostgruppe.

Andy Keller coacht neu in der Burgdorfer Kabine.

Andy Keller coacht neu in der Burgdorfer Kabine.

(Bild: Christian Pfander)

Reto Pfister

Andy Keller ist es vom Beruf her gewohnt zu führen, straff zu führen. Neun Personen hat er im Job – den er in der Öffentlichkeit nicht genannt haben will – unter sich. Nun ist er auch im Eishockey Chef, als Trainer des Erstligisten Burgdorf.

«Ich wollte selbst Verantwortung übernehmen», sagt der 48-Jährige. Der gebürtige Ostschweizer war fünfzehn Jahre Profi, spielte für alle Berner Vereine in den beiden höchsten Ligen.

Zehn Saisons hängte er als Amateur an, erst mit 44 hörte er auf. In Thun war er Assistent, es kam zu einer vorzeitigen Trennung, weil Keller und Chefcoach Christoph Schenk nicht mehr miteinander harmonierten.

Als Athletiktrainer der Fussballerinnen von Femina Kickers Worb, wo seine Tochter spielt, sammelte er danach interessante Erfahrungen. «Frauen jammern weniger, es braucht jedoch länger, ihr Vertrauen zu gewinnen», sagt er.

Management lernen

Nun also Burgdorf. Nur wenige Jobs im Umfeld seines Wohnorts im Emmental kamen infrage. Der EHCB suchte einen neuen Coach, weil Robert Othmann sich zum MSL-Club Basel verabschiedet hatte.

«Die Vereinsführung und ich sind eher zufällig in Kontakt gekommen», sagt Keller. «Ich war interessiert, es gab ein Auswahlverfahren, am Ende entschieden sich die Verantwortlichen für mich.»

Den Ex-Profi, der eigenverantwortliche Spieler auf dem Eis sehen will, die mutig sind. Aber auch solche, die sich an den Gameplan halten. Und die er auch von seiner Erfahrung aus höheren Ligen profitieren lassen will.

«Etwa bei der Ernährung», sagt Keller. «Einige haben die Tipps bereits umgesetzt, aber ich kann die Spieler nicht dazu zwingen, sie anzunehmen.» Der neue Burgdorfer Trainer hat bereits Unterschiede zwischen den Akteuren in der höchsten Amateurliga MSL, mit denen er in Thun arbeitete, und der 1. Liga festgestellt.

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