Ägypten schliesst milliardenschwere Investitionsverträge ab

Anlässlich einer Wirtschaftskonferenz teilte die ägyptische Regierung mit, sie wolle durch Investitionsverträge mit Gaskonzernen die chronische Energieknappheit des Landes wettmachen.

Hat gut lachen: Siemens-Chef Joe Kaeser (r.) lächelt an der Investorenkonferenz in Scharm El-Scheich. (14. März 2015)

Hat gut lachen: Siemens-Chef Joe Kaeser (r.) lächelt an der Investorenkonferenz in Scharm El-Scheich. (14. März 2015)

(Bild: Reuters Amr Abdallah Dalsh)

Die Konzerne BP, Eni, Siemens und General Electric haben mit der ägyptischen Regierung Investitionsverträge in Milliardenhöhe abgeschlossen. Allein die Gasförderverträge mit BP belaufen sich auf zwölf Milliarden Dollar.

Die Förderung werde voraussichtlich im Jahr 2017 aufgenommen, teilten beide Seiten auf einer Wirtschaftskonferenz im Ferienort Scharm El-Scheich mit. Der italienische Konzern Eni, der etwa Agip-Tankstellen betreibt, unterzeichnete mit der Regierung eine Absichtserklärung für ein Geschäft, das ein Volumen von fünf Milliarden Dollar hat.

Die Verträge sollen innerhalb von sechs Wochen endgültig geschlossen werden. Wegen des steigenden Verbrauchs und der sinkenden Förderung ist Ägypten in den vergangenen Jahren zum Energieimporteur geworden, während es früher Öl und Gas ins Ausland verkaufen konnte. Die chronische Energieknappheit Ägyptens soll nun mit einer verstärkten Gasförderung bekämpft werden.

Siemens baut Kraftwerke

Ausserdem erteilte die ägyptische Regierung dem deutschen Industriekonzern Siemens den Auftrag, in Beni Suef in Oberägypten ein Gas- und Dampfturbinenkraftwerk mit einer Leistung von 4,4 Gigawatt zu errichten. Zudem sollen Windkraftanlagen mit einer Leistung von zwei Gigawatt gebaut werden. Die Rotorenblätter dafür werden in einer neuen Fabrik in Ägypten gebaut.

Allein die beiden Projekte haben nach Siemens-Angaben ein Volumen von vier Milliarden Euro. Der Elektrokonzern, der seit 1859 in dem nordafrikanischen Land tätig ist, unterzeichnete in Scharm El-Scheich weitere Vereinbarungen, bei denen es sich um Absichtserklärungen handelt.

Insgesamt beträgt das Volumen zehn Milliarden Euro, sagte ein Siemens-Sprecher. Auch der Siemens-Konkurrent General Electric kam zum Zug. So liefert der US-Konzern 34 Gasturbinen.

pst/sda

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