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Todesfall im OberlandAlt-Nationalrat Bernhard Müller ist gestorben

Der ehemalige SVP-Nationalrat und Regierungsrat verstarb letzten Dienstag.

Bernhard Müller, Alt Regierungsrat und Nationalrat und Entwicklungshelfer in Asien, hier in seinem Zuhause im November 2019.
Bernhard Müller, Alt Regierungsrat und Nationalrat und Entwicklungshelfer in Asien, hier in seinem Zuhause im November 2019.
Foto: Christoph Buchs

Der ehemalige Berner SVP-Nationalrat und Regierungsrat Bernhard Müller ist 89-jährig verstorben. Gemäss Todesanzeige starb er vergangenen Dienstag.

Am meisten Bekanntheit erlangte Müller im Kanton Bern und darüber hinaus von 1974-1990 als Volkswirtschaftsdirektor. Von 1979-1987 gehörte er gleichzeitig dem Nationalrat an.

Müller war Bergbauernsohn aus Scharnachtal und engagierte sich seit seiner Jugend für die Sache der Tibeter. Er wollte sich nicht mit der Unterjochung Tibets durch China abfinden. Sein beruflicher Weg führte den späteren Verhaltensbiologen und Ökonomen als Experten und Chef von Tal-Entwicklungs- und Landwirtschaftsprojekten nach Nepal, Tibet und China. 2017 erhielt Müller den Schweizerischen Menschenrechtspreis der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (Sektion Schweiz).

Kämpfer für Tibet

Schmunzelnd vermerkt Müller einmal, dass er durch sein Engagement sogar ins Guinness-Buch Einzug fand und zwar als Weltrekordler mit den meisten zurückgelegten Höhenmetern oberhalb von 3000 Metern.

Die Besetzung Tibets durch China kostete einer Million Tibeter das Leben, wie Müller in verschiedenen Büchern und in Vorträgen stets in Erinnerung rief. Besonders scharf geisselte Müller auch gegenüber der Obrigkeit im eigenen Land das Lavieren von Politik und Diplomatie gegenüber China in der Tibet-Frage.

In Kontakt stand Müller sowohl mit dem Dalai Lama wie auch mit hohen chinesischen Funktionären. Von seiner Vision eines freien Tibets liess er nie ab, wie er Zeit seines Lebens versicherte.

SDA

3 Kommentare
    Norsu

    Unvergessen bleibt der hoch gewachsene Biologielehrer aus dem Scharnachtal, der uns Progyschüler in Thun mit den Geheimnissen der Naturwissenschaften vertraut machte. Er konnte uns plastisch einprägen, wie Hofhunde ihre Reviere markieren. - Später hat er sich für das Ueberleben und die Freiheit der Völker im Himalaya eingesetzt. Im Gegensatz zu seinem Sitznachbar im Nationalrat, Christoph Blocher, kämpfte er für eine offene Aussenpolitik gegenüber dem expandierenden China mit seiner allmächtigen KP. Heute sehen wir nicht nur in Tibet, sondern in Hongkong, rund um Taiwan und anhand des leidenden Volkes der Uiguren, wie brutal der Machtanspruch der Chinesen ist. Wer wagt gegen diese Brutalität vorzugehen?