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Feuer in KalifornienDefektes Fahrzeug verursacht «Apple Fire»

Östlich der Hollywood-Metropole fressen sich Flammen durch das hügelige Gebiet. Tausende müssen sich in Sicherheit bringen.

Nahe Los Angeles breitet sich das sogenannte «Apple-Fire» immer weiter aus.
Video: Tamedia

An dem ersten grossen Waldbrand des Jahres im US-Bundesstaat Kalifornien könnte ein defektes Fahrzeug schuld sein. Nach Angaben der Behörden am Montagabend soll das Feuer im Bezirk Riverside County, rund 130 Kilometer östlich von Los Angeles, durch brennende Auspuff-Emissionen ausgelöst worden sein. Seit Ausbruch des Feuers am Freitag hatten sich die Flammen in kurzer Zeit auf eine Fläche von gut 107 Quadratkilometern ausgedehnt.

Nach Angaben der Feuerwehr waren knapp 2300 Helfer im Einsatz. Bis Montag konnte das Feuer nur zu fünf Prozent unter Kontrolle gebracht werden. Knapp 8000 Einwohner mussten vorsichtshalber ihre Häuser verlassen, doch ein Übergreifen der Flammen auf Siedlungen konnte zunächst verhindert werden. Das Feuer frass sich hauptsächlich durch trockene Vegetation in ein Wildnisgebiet vor. Hitze und starker Wind erschwerten die Löscharbeiten.

Einwohner in gefährdeten Gebieten müssen ihre Häuser verlassen. (1. August 2020)
Einwohner in gefährdeten Gebieten müssen ihre Häuser verlassen. (1. August 2020)
Foto: Ringo H.W. Chiu/Keystone

Dichter Rauch war über dem Gebiet zu sehen. Die Wetterbehörde veröffentlichte am Montag Satellitenfotos von Rauchschwaden, die bis in die Nachbarstaaten Nevada und Arizona zogen.

Das sogenannte «Apple fire» war am Freitagnachmittag aus bislang unbekannter Ursache ausgebrochen. Über dem Gebiet war eine dichte Rauchwolke zu sehen. Diese generiere selbst starke Winde und verbreite die Funken in alle Richtungen. Dies mache das Feuer unberechenbar, sagte eine Sprecherin des San-Bernardino-Nationalforsts im Süden Kaliforniens der «Los Angeles Times». «Unsere Sorge ist, dass die Feuerwehrleute nicht kontrollieren können, was diese Rauchwolke tut», fügte sie hinzu.

Das Feuer sei unberechenbar, sagte eine Sprecherin des San-Bernardino-Nationalforsts. (1. August 2020)
Das Feuer sei unberechenbar, sagte eine Sprecherin des San-Bernardino-Nationalforsts. (1. August 2020)
Foto: Ringo H.W. Chiu/Keystone

Als Notunterkunft wurde unter anderem eine Schule eingerichtet. Helfer achteten angesichts der Corona-Pandemie darauf, dass Abstands- und Hygieneregeln eingehalten würden, hiess es. Nach Angaben der Brandschutzbehörde Cal Fire lodern derzeit rund 15 Feuer in Kalifornien.

Brände in dem Bundesstaat sind – vor allem im Herbst – nicht unüblich, weil die berüchtigten Santa-Ana-Winde dann besonders stark wehen. Am 8. November 2018 hatte das verheerende «Camp"-Feuer den Ort Paradise nördlich von San Francisco fast völlig zerstört. 85 Menschen starben, Zehntausende wurden obdachlos. Es war das Feuer mit den bisher meisten Opfern in der Geschichte des Bundesstaates.

Ein Feuerwehrmann beobachtet das «Apple fire» im kalifornischen Banning. (1. August 2020)
Ein Feuerwehrmann beobachtet das «Apple fire» im kalifornischen Banning. (1. August 2020)
Foto: Ringo H.W. Chiu/Kesytone

SDA