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Was iOS 14 kannApple wagt den Homescreen-Spagat

Die neuen Versionen der Betriebssysteme für iPhone, iPad, Mac und die Apple Watch stehen bereit. Sie bringen mehr Ordnung und Information auf den Homescreen – und eine wahre App-Schwemme für den Mac.

Auch bei grossen App-Beständen sorgt das iPhone nun automatisch für Ordnung.
Auch bei grossen App-Beständen sorgt das iPhone nun automatisch für Ordnung.
Foto: Rafael Zeier

Apple wartet im Herbst jeweils mit neuen Versionen für seine Betriebssysteme auf. Für die Software von iPhone und iPad steht dieses Jahr eine Renovation des Homescreens auf dem Programm.

Es gibt bekanntlich diese gitterförmige Ansicht mit den Icons der installierten Apps seit dem allerersten iPhone. Sie erfüllt den Zweck ganz gut bei Nutzern, die nur wenige Apps installiert haben. Doch wenn sich im Lauf der Zeit immer mehr Programme ansammeln, wird die Darstellung zunehmend unübersichtlich: Eine neu heruntergeladene App landet zuhinterst auf der letzten Homescreen-Seite. Und wenn die maximale Anzahl von 15 Seiten ausgereizt ist, sind alle weiteren Apps nur noch via Suchfunktion auffindbar. Seit 2010 und iOS 4 existiert die Möglichkeit, Apps nach Ordnern zu sortieren. Doch das muss man von Hand tun – und das bedeutet viel Arbeit.

Apps werden automatisch organisiert

Mit der neuesten Version des Betriebssystems, iOS 14, versucht Apple einen Spagat: Der Homescreen soll nutzerfreundlicher und informativer werden – aber ohne dass sich die Nutzer an eine neue Bedienung gewöhnen müssen. Möglich wird das durch die sogenannte App-Mediathek, die auf der letzten Seite des Homescreen erscheint und alle Apps automatisch nach mehreren Kategorien sortiert: Es gibt eine Gruppe mit den zuletzt hinzugefügten Apps und automatische Ordner nach Kategorien, sodass Spiele, Unterhaltungs-Apps oder die kreativen Werkzeuge automatisch am gleichen Ort zu finden sind. Durch eine Wischgeste von oben nach unten erscheint eine Suchfunktion und eine alphabetische Liste mit allen Apps.

Neuigkeiten gibt es auch für die Uhr: Zum Beispiel dieses elegante Zifferblatt.
Neuigkeiten gibt es auch für die Uhr: Zum Beispiel dieses elegante Zifferblatt.
Foto: Rafael Zeier

Da über diese Mediathek sämtliche Apps zugänglich sind, erhält der herkömmliche Homescreen eine neue Bedeutung: Ihn nutzt man nun am besten für jene Apps, die man häufig braucht und auf die man möglichst direkt zugreifen möchte. Die weniger oft gebrauchten Apps darf man vom Homescreen verbannen: Tippt man eine App länger an, erscheint ein Kontextmenü mit dem Befehl «App entfernen». Betätigt man ihn, hat man die Möglichkeit, die App der Mediathek hinzuzufügen oder ganz zu löschen.

Eine Neuerung, über die Android-Nutzer nur müde lächeln können, sind die Widgets. Auf dem Homescreen lassen sich nicht mehr nur Apps unterbringen, sondern auch sogenannte Widgets: Das sind kleine Informationsbereiche, in denen beispielsweise das Wetter, der nächste Termin, Nachrichtenschlagzeilen, Börsenkurse, Notizen oder Musik-Playlisten vorzufinden sind. Diese Informationen hat man nach dem Entsperren des Telefons sofort im Blick, ohne dass man die zugehörige App überhaupt öffnen müsste. Bislang steckten die Widgets in der «Heute»-Ansicht, die mit einer Wischgeste von links nach rechts sichtbar wird.

Wichtige Infos auf dem Homescreen

Um ein Widget auf dem Homescreen zu platzieren, aktiviert man den «Wackelmodus»: Bei diesem bewegen sich die Elemente leicht hin und her und können per Finger verschoben oder auch gelöscht werden. In diesem Modus lassen sich übers Plus-Symbol links oben Widgets einfügen und verändern. Der User kann mehrere Widgets übereinanderlegen. Auf diese Weise entsteht ein «smarter Stapel»: Die dort enthaltenen Widgets lassen sich per Finger durchblättern.

Eine weitere neue Funktion aus iOS 14 ist die Möglichkeit, Videos weiterlaufen zu lassen, während man die App wechselt. Diese neue «Bild in Bild»-Funktion wird bislang noch nicht in vielen Apps unterstützt, doch im Safari-Browser kann man sie bereits ausprobieren: Während ein Video im Vollbild abgespielt wird, schiebt man per Finger die App nach oben, als ob sie geschlossen werden sollte: Das führt dazu, dass das Video in einem Fenster weiterläuft, während man Zugriff auf den Homescreen hat und zu anderen Apps wechseln kann. Das Videofenster lässt sich verschieben und in der Grösse ändern.

Die Oberfläche des Mac wird bunter. Und die Modelle mit ARM-Prozessor werden auch iPhone- und iPad-Apps ausführen können.
Die Oberfläche des Mac wird bunter. Und die Modelle mit ARM-Prozessor werden auch iPhone- und iPad-Apps ausführen können.
Screenshot: Matthias Schüssler

App Clips sind eine Art Instant-Apps, die ohne Installation sofort erscheinen, zum Beispiel wenn man einen QR-Code scannt. Die App ist sofort betriebsbereit, zum Beispiel wenn man einen Elektroroller ausleihen möchte, und entfernt sich nach Gebrauch auch wieder. Ferner kann das iPhone nun auch als Autoschlüssel dienen.

iOS 14 wird am 16 September kostenlos erhältlich sein. Installiert werden kann die neue Version auf allen Geräten, die kompatibel zur Vorgängerversion iOS 13 waren.