Bahn frei für Saison Nummer drei

Rüdtligen-Alchenflüh

Hürdenreich war der Weg bis zum Bau der BMX-Bahn. Mittlerweile erfreut sie sich grosser Beliebtheit. Nicht nur die jungen Emmentaler BMX-Fahrer trainieren hier. Auch Eltern und Kinder kurven mit normalen Velos gern mal über die Piste.

Alles startklar: Der 7-jährige Ben Lüthi trainiert auf der Piste in Alchenflüh schon wieder eifrig für die nächsten BMX-Rennen.

Alles startklar: Der 7-jährige Ben Lüthi trainiert auf der Piste in Alchenflüh schon wieder eifrig für die nächsten BMX-Rennen.

(Bild: zvg)

Nadja Noldin

Der Frühling hält Einzug. Mit ihm erwachen die Freizeitradler und Hobbybiker aus dem Winterschlaf und machen sich auf zu einer Tour. Wer die Emme entlangfährt, kommt vielleicht an der BMX-Anlage beim Schulhaus in Rüdtligen-Alchenflüh vorbei und macht einen Abstecher.

Warum nicht den Starthügel hinuntersausen, die Kurven und Wellen ausprobieren und die Geschicklichkeit testen? Die 400 Meter lange Bahn steht allen Fahrrad­begeisterten offen und ist gratis zugänglich.

Es gibt nur einige Verhaltensregeln zu befolgen, darunter die Helmpflicht, die nicht etwa von Kindern, sondern bezeichnenderweise von Erwachsenen mitunter ignoriert wird.

Gleichgewicht halten, spurten

Der Belag aus Juramergel wurde kürzlich frisch gewalzt. Die BMX-Bahn ist damit startklar für die dritte Saison. Gebaut wurde sie 2014 nach einer langen Vorgeschichte.

Seither wird der Parcours rege genutzt. An Wochenenden mit schönem Wetter kommen die Leute scharenweise mit den Velos. Beliebt ist die Anlage bei Familien mit Kindern. Die Kleinen lernen, das Gleichgewicht auf zwei Rädern zu halten, die Grösseren können so richtig losspurten. Stürze und Schrammen mag es da geben.

Bis jetzt sei es aber zu keinen ernsthaften Zwischenfällen gekommen, sagt Andreas Jakob, Präsident des BMX-Vereins Emmental. Der Verein betreibt die 315 000 Franken teure Bahn und hat sie mithilfe von Sponsorenbeiträgen sowie Darlehen finanziert und viel Eigenleistung eingebracht.

Zwei Bahnen im Kanton

«Mit der Anlage wurde für alle Kinder und Jugendlichen ein Freizeitangebot in einem geschützten und legalen Rahmen geschaffen», ist Jakob überzeugt. Er sei selber überrascht, wie stark die Piste frequentiert wird. Die Leute reisten sogar von weiter her an. Kein Wunder, die nächste BMX-Bahn befindet sich in Blumenstein bei Thun. Sonst gibt es keine im Kanton Bern.

«Mit der Anlage wurde für alle Kinder und Jugendlichen ein Freizeitangebot in einem geschützten und legalen Rahmen geschaffen.»Andreas Jakob, Präsident des BMX-Vereins Emmental

Nebst den normalen Velofahrern kommen natürlich die Fans der kleinen BMX-Räder auf ihre Kosten. Im Winter hielten sich die Randsportler mit Hallentraining in Madiswil fit.

Ab nächster Woche startet das offizielle Training für die BMXler in Alchenflüh – jeweils am Dienstag- und am Donnerstagabend. Die jungen Teilnehmer werden in zwei oder drei Gruppen je nach Stärkeklasse eingeteilt und von ausgebildeten Jugend-und-Sport-Trainern betreut.

«Im Schnitt sind es 20 bis 25 Kinder und Jugendliche, es sind aber auch schon 40 gewesen», sagt Clubpräsident Jakob. Denn oft kämen viele neugierige Anfänger, um BMX-Luft zu schnuppern. «Die Kinder haben die Möglichkeit, bei uns das Velofahren gut zu lernen.» Meistens seien es Buben, aber nicht nur.

«Wir haben auch Mädchen, zwei von ihnen sind sogar ziemlich ambitioniert.» 13 BMX-Räder unterschiedlicher Rahmengrösse – vom Mikro bis zum Pro XL – stellt der Verein für Ausleihen zur Verfügung. Sie sind in einem der Container auf dem Platz untergebracht.

Der BMX-Verein Emmental zählt laut Jakob circa 45 Mitglieder plus deren Familien. 12 haben eine Lizenz gelöst, um Rennen fahren zu können. Das ist ab fünf Jahren möglich. Obwohl es um Geschwindigkeit gehe, komme man beim BMX-Sport nur mit ­Rasen nicht weit.

Vielmehr seien Konzentration und das Beherrschen der Technik gefragt, erklärt Andreas Jakob. Für einen Bunny Hop – das Abheben beider Räder vom Boden – müsse man gut und gern drei Jahre lang üben.

Jung, rasant, talentiert

Die Emmentaler konnten letztes Jahr einige Erfolge verbuchen und Ränge einfahren: Ben Lüthi etwa wurde Gesamtsieger der Deutschschweizer Meisterschaft (DSM) in der Kategorie der 5- bis 7-Jährigen, sein Bruder Mark Lüthi wurde Gesamtzweiter bei der nationalen Rennserie, dem Swiss­cup, in der Kategorie der 9- bis 10-Jährigen.

Acht Racer fuhren zudem an der Europameisterschaft in Italien mit. Die DSM-Serie besteht aus acht Läufen, einer davon fand letztes Jahr Anfang September zum ersten Mal in Alchenflüh statt. 168 Fahrer nahmen teil. Inoffiziell messen sich die Emmentaler zudem viermal im Jahr mit den Blumensteinern am Berner Cup, zwei Läufe wurden in Alchenflüh ausgetragen.

Ausbau der Kurven geplant

Dieses Jahr organisiert der Verein am 9. und 10. September wieder­um einen DSM-Lauf in Alchenflüh. Demnächst soll eine Beleuchtung installiert werden, damit gegen Saisonende am Abend länger trainiert werden kann. Und in naher Zukunft sollen die Kurven der Linie 2 und 3 ausgebaut werden.

«Sie sind im Moment nicht auf Elitefahrer ausgerichtet», sagt Jakob. Dabei wird der Verein vor allem auf Freiwillige setzen, die den Umbau in Fronarbeit anpacken. «Später möchten wir vielleicht einmal Swiss-Cup-Läufe veranstalten können. Dafür braucht es aber geteerte Kurven.»

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