An die glorreichen Zeiten anknüpfen

Mit Aufsteiger Thunerstern und Uttigen spielen – nach dem Abstieg von Wimmis – auch in diesem Jahr zwei ­Oberländer Teams in der höchsten Spielklasse. Im ersten Direktduell der Saison obsiegte die Routine, Uttigen gewann 9:6.

Routine gegen Jugend: Uttigens Rui Ribeiro (35) macht Druck auf Thunersterns Fabio Tommasi (21). Mit Erfolg. Die Aaretaler gewinnen das erste Derby der Saison.

Routine gegen Jugend: Uttigens Rui Ribeiro (35) macht Druck auf Thunersterns Fabio Tommasi (21). Mit Erfolg. Die Aaretaler gewinnen das erste Derby der Saison.

(Bild: Walter Dietrich)

Raphael Hadorn

Zwischen 1999 und 2005 hiess der Rollhockey-Schweizer-Meister siebenmal in Folge entweder Thunerstern oder Uttigen. Seither aber warten die beiden Traditionsvereine auf einen weiteren Titel. Die Thuner spielten zuletzt gar drei Jahre in der Zweitklassigkeit. In absehbarer Zukunft möchte das Team wieder an die glorreichen Zeiten anknüpfen, während Uttigen schon in dieser Saison selbstbewusst das Wort Titel in den Mund nimmt.

Junger Aufsteiger

Thunerstern ist zurück in der NLA. Beim Saisonauftakt in Montreux mussten sich die «Sterne» dem Meister nur knapp mit 4:5 geschlagen geben – und zeigten somit auf, dass sie kein «normaler» Aufsteiger sind. Angeführt wird das Team von Gian Rettenmund. Der erst 19-Jährige gilt als eines der grössten Talente des hiesigen Rollhockeys. Letzte Saison erzielte er in 19 Spielen unglaubliche 54 Tore. Er hatte damit massgeblichen Anteil am Aufstieg der Thuner, steuerte er doch auch zum entscheidenden 6:3-Sieg im Superfinal gegen Vordemwald vier Tore bei. Wenn man bedenkt, dass er in der gleichen Saison auch noch die U-20-Equipe mit 71 Toren in 18 Spielen zum Meistertitel schoss . . .

Etwas im Schatten seines um drei Jahre jüngeren Bruders, aber nicht minder wichtig ist Raphael Rettenmund. Sein Schnitt von zwei Toren pro Spiel in der letzten Saison lässt sich ebenfalls sehen. Des Weiteren dürfen Fabio Tommasi (21) und Rui Lorenzo (20) zu den Leistungsträgern gezählt werden. Dahinter aber klafft (noch) eine Lücke. «Wir sind relativ stark von unseren Topspielern abhängig», sagt Trainer Stefan Schürch. Aus dem letztjährigen Team ist der Portugiese Diogo Gomes nicht mehr dabei, und Patrick Kneubühl fehlt reisebedingt ebenfalls für längere Zeit.

Aufgestockt hat man das Team «nur» mit eigenen Junioren. Vorerst. Und so ging Thunerstern als einziges NLA-Team nur mit Schweizern in die neue Saison. «Die Ausländer, welche bereits in der Schweiz spielen, sind mehrheitlich bei ihren Klubs geblieben, und einen neuen Ausländer in die Schweiz zu holen, liegt ausserhalb unserer Möglichkeiten», sagt Schürch. Als Aufsteiger ist für ihn primär das Erreichen der Playoffs und somit der Ligaerhalt das Saisonziel. Vielleicht schon heuer, aber bestimmt in naher Zukunft dürfte das Team, wenn es denn zusammenbleibt, national aber wieder vorne mitmischen.

Routinierte Aaretaler

Was Thunerstern fehlt, hat der Kantonsrivale aus dem Aaretal: Routine, Ausländer und einen prominenten Zuzug. Mit dem Tessiner Marzio Vanina ist ein Schweizer Nationalspieler von Weil nach Uttigen zurückgekehrt, wo er bereits von 2009 bis 2014 unter Vertrag stand. In Thun wäre der 27-Jährige mit Abstand der älteste Spieler, nicht so in Uttigen, wo mit Goalie Roman Langenegger (30) und den Portugiesen André Pereira (34) und Rui Ribeiro (35) drei Ü-30-Spieler zu den absoluten Leistungsträgern gehören. Letzterer hat auf diese Saison hin zudem das Amt des Trainers übernommen.

Und kann mit dem letztjährigen Topskorer Robin Schaffer (24), Fabian Althaus (18), Timo Schertenleib (25) und Sascha Frey (24) auch auf jüngere Akteure zurückgreifen. Die Mischung stimmt – und so hat man denn auch hohe Ansprüche. «Wir wollen Meister werden», antwortet Sportchef Bernard Seiler auf die Frage nach dem Saisonziel. Und auch im Cup will man vorne mitmischen. In diesem war Uttigen vor Jahresfrist am damals noch unterklassigen Thunerstern gescheitert.

Nicht so im ersten Derby dieser Saison. In der MUR-Halle bestimmte zwar der Aufsteiger zu Beginn das Spiel, führte schnell 2:0 und lag auch noch neun Minuten vor Schluss mit zwei Toren in Front (6:4). Dann aber liessen die Kräfte beim spielstarken Gastgeber nach, Routine und Kondition setzten sich durch – und Uttigen drehte das Spiel mit fünf Toren de suite noch zu seinen Gunsten.

Berner Zeitung

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