Neue Betreiberin für KKThun steht fest

Thun

Ab 2020 betreibt neu die SV Schweiz das Thuner Kultur- und Kongresszentrum. Die KKThun AG, die den Betrieb neun Jahre lang führte, reagiert mit Unverständnis.

Ab Januar 2020 übernimmt im KKThun die Firma SV Schweiz die Leitung des Betriebs.

Ab Januar 2020 übernimmt im KKThun die Firma SV Schweiz die Leitung des Betriebs.

(Bild: PD)

Die Firma SV Schweiz aus dem zürcherischen Urdorf ist mit ihrem Event-Catering-Bereich Dine & Shine ab 2020 neue Betreiberin des Kultur- und Kongresszentrums Thun. Dies hat der Thuner Gemeinderat entschieden, wie in einer Mitteilung der Stadt zu lesen ist.

Der Vertrag mit der KKThun AG, die das Haus seit der Eröffnung 2011 betreibt, läuft per Ende 2019 aus. Die gesetzlichen Vorgaben verlangten eine Neuausschreibung des Betriebs. Diese erfolgte im Frühling 2018. Von den 16 Interessenten und Interessentinnen reichten 3 ein Angebot ein, darunter auch die KKThun AG. Es war jedoch die SV Schweiz, die letztendlich die Jury und den Gemeinderat überzeugte.

KKThun AG baut 10 Stellen ab

Es ist eine bittere Pille für die KKThun AG. «Wir bedauern den Entscheid ausserordentlich», sagt Rolf Glauser, Verwaltungsratspräsident der KKThun AG, die sich aus der Stiftung Transfair und der Eclipse AG zusammensetzt. Zumal sich die AG in den letzten zwei Jahren neu organisiert habe. «In der Ausschreibung wurde explizit ein Gastronom für die Leitung des Zentrums gesucht», sagt Glauser. «Wir haben uns mit unserem bisherigen Konzept wieder beworben.» Es sei daraufhin nie zu Verhandlungen mit der Stadt gekommen, daher sei die KKThun AG schon länger davon ausgegangen, dass sie nicht mehr als Betreiberin verpflichtet werden würde.

Sehr überrascht habe ihn jedoch die unterschiedliche Bewertung der Bewerberinnen, sagt Glauser. So habe die Jury Punkte für verschiedene Kriterien vergeben. «Die SV Schweiz, mit der noch keine Erfahrungen vorliegen, hat dabei 950 von maximal 1000 Punkten erhalten. Die KKThun AG nur 400», stellt er ernüchtert fest. Die rund 10 Stellen der KKThun AG werden bis Ende 2019 nach und nach abgebaut. Es würden zudem noch Verhandlungen mit der Stadt bezüglich Materialien anstehen, die diese übernehmen und vergüten müsse, sagt Glauser.

Angebot und Erfahrung überzeugen

Die SV Schweiz habe die Jury – bestehend aus den Thuner Gemeinderäten Roman Gimmel (SVP) und Konrad Hädener (CVP), Mitarbeitenden der Stadtverwaltung sowie einem externen Berater – vor allem durch das vielseitige Angebot, die langjährige Erfahrung sowie die flexiblen Strukturen beim Personaleinsatz überzeugen können, heisst es in der Mitteilung der Stadt weiter.

Roman Gimmel sagt, es sei Zufall, dass eine Zürcher Firma das Rennen gemacht habe. «Die Frage war nicht, ob die Gewinner aus der Region oder sonst woher kommen.» Vielmehr sei es so, dass die neue Betreiberin den Kriterien der Ausschreibung am meisten entspreche. «Das Resultat ist nicht gerade knapp ausgefallen», bestätigt er. Er könne sich vorstellen, dass die neue Betreiberin vielleicht Mitarbeitende der KKThun AG übernehmen könnte.

Auf Empfehlung der Jury gab der Gemeinderat der SV Schweiz den Zuschlag und schloss einen Vertrag ab für die Jahre 2020 bis 2024 mit Option auf Verlängerung bis 2027 – dies, wenn der Stadtrat am 14. Dezember einem Verpflichtungskredit von jährlich 340'000 Franken für Beiträge an Förderanlässe im KKThun zustimmt (siehe Kasten). Der Entscheid wurde der KKThun AG am Montag nach den Gemeindewahlen mitgeteilt. «Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir im November die neue Betreiberin bekannt geben werden und während des Prozesses nicht kommunizieren», sagt Gimmel. Im kommenden Jahr würden einige Übergabegespräche anstehen.

In der Region Thun ist die SV Schweiz in weiteren Betrieben präsent: Die Firma betreibt das Schiffcatering Thunersee und leitet den Mensabetrieb im Gymnasium Thun, Standort Schadau.

Thuner Tagblatt

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