So heisst das neue ZSC-Stadion

Zweieinhalb Jahre nach der Volksabstimmung wird in Zürich-Altstetten gebaut. Der erste Matchpuck soll im Sommer 2022 eingeworfen werden.

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Pascal Unternährer@tagesanzeiger

«Sicher nicht Walter-Frey-Stadion»: Diese scherzhafte Aussage von ZSC-Präsident Walter Frey in einem Interview mit thunertagblatt.ch/Newsnetz kurz nach der Volksabstimmung war bisher die einzige offizielle im Rätsel über den neuen Stadionnamen.

Jetzt ist es klar: Swiss-Life-Arena wird die neue ZSC-Heimstätte heissen, wie heute Mittwoch am Spatenstich enthüllt wurde. Der Zürcher Versicherungskonzern zahlt bereits 12 Millionen Franken an den Bau des Stadions. Jetzt wendet er also einen weiteren, gemäss Insidern tiefen siebenstelligen Frankenbetrag pro Jahr für das Naming Right auf. Offizielle Zahlen gibt es nicht, klar ist nur: Werbetechnisch ist der Standort ideal. Er liegt zwischen Autobahn und Bahnlinie, die Fassade des Baus ist weiss. Swiss-Life-CEO Markus Leibundgut mochte am Rand der Veranstaltung nichts zur Dauer des Vertrags sagen, ergänzte aber, dass das Engagement langfristig sei.

«Heute scheint die Sonne»

Die Anwesenden waren alle glücklich, in vielen Reden wurde aber die sportliche Schmach, das Playoff nicht erreicht zu haben, angedeutet. ZSC-CEO Peter Zahner sagte es so: «Der Montag war enttäuschend, der Dienstag schwierig, und heute scheint die Sonne.» Am Montag war das entscheidende Spiel gegen Servette Genf verloren gegangen, am Dienstag war der Tag der «Chropfleerete» gewesen. Der Mittwoch ist «ein ganz grosser Tag für uns alle», sagte Zahner, der viel Lob für seine Arbeit vor, während und nach dem politischen Prozess erhielt.

Walter Frey sagte, er träume seit 35 Jahren davon, ein eigenes Stadion zu bauen. Nun freue er sich insbesondere für die 1400 Eishockeyanerinnen und Hockeyaner der ZSC-Organisation – unter ihnen 900 Juniorinnen und Junioren, Finanzstadtrat Daniel Leupi (Grüne) tröstete die ZSC Lions und sagte, fürs Stadion habe man länger als auf eine Meistersaison hinarbeiten müssen. Martin Kull, CEO des Bauunternehmens HRS, versprach Bestleistungen ab dem 1. Tag. Das Stadion setze bezüglich Architektur, Design und Logistik neue Massstäbe.

Rückhalt vom Volk

Die bisherige Geschichte des ZSC-Stadions in Altstetten verlief für Stadtzürcher Verhältnisse gradlinig. Das Projekt, das 2008 vom ZSC-Verwaltungsrat in Angriff genommen worden war, wurde vom Parlament klar angenommen und vom Stimmvolk im September 2016 mit 56,6 Prozent Ja-Anteil durchgewinkt. Danach gab es keine Rekurse gegen die Baubewilligung, weshalb man nun im Zeitplan ist. Dieser sieht vor, die Arena im Juni 2022 zu eröffnen.

Entworfen wurde das 170 Meter lange, 110 Meter breite und 30 Meter hohe Gebäude vom Londoner Architektenteam Caruso St John unter dem Namen Theatre of Dreams. Es kommt an die Vulkanstrasse zwischen Eisenbahngleisen und Autobahn nahe der Grenze zu Schlieren.

Parkplätze im Engrosmarkt

Im Stadion selbst wird es rund 360 Autoparkplätze geben. An Matchtagen stehen in der Umgebung mehr zur Verfügung, da Verträge mit Nachbarn abgeschlossen wurden. So wird es im nahen Engrosmarkt 600 Parkplätze haben für Matchbesucher. Das Stadion ist gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Knapp zehn Gehminuten sind es vom Bahnhof Altstetten aus, auch gibt es in der Nähe Buslinien. Eine Fussgängerpasserelle wird das Werdhölzli mit dem Stadion verbinden. Die Verlängerung des 4er-Trams bis zum Stadion, welche der Gemeinderat in den Richtplan geschrieben hat, kommt aber nicht so bald. VBZ-Stadtrat Michael Baumer (FDP) sagt, es gebe Erschliessungsprojekte mit höherer Priorität, weil dort mehr Menschen wohnten.

Platz hat es für 12'000 Fans(1710 Stehplätze), eine Trainingshalle mit 300 Plätzen sowie Restaurants und Büros. Es sind 14 Logen vorgesehen mit drei Preiskategorien – von etwas unter bis etwas über 100'000 Franken im Jahr. Das Catering wird die SV Group übernehmen. Der Eishockeybau kostet 169 Millionen Franken. Die Bauherren beziehen von der Stadt ein 120-Millionen-Darlehen, das mit 1,6 Prozent verzinst und laufend zurückbezahlt wird.

Stadt zahlt 2 Millionen an Betrieb

ZSC-Lions-Präsident Frey, Stadler-Rail-Chef Peter Spuhler und die Swiss Life zahlen je 12 Millionen, weitere Beiträge fliessen von Bund (4 Millionen) und Kanton (9 Millionen). Die Stadt zahlte die Altlastensanierung des Schrebergartengebiets (2,8 Millionen) und berappt die Erschliessungsmassnahmen wie Trottoirverbreiterungen und Strassenausbauten (1,9 Millionen).

Zudem zahlt sie jährlich 2 Millionen Betriebsbeiträge, befristet auf 30 Jahre, an die Infrastruktur. Die ZSC Lions wiederum beteiligt sich mit bis zu 2 Millionen an die Verbreiterung einer Passerelle her. Das Land bleibt bei der Stadt, der Baurechtzins beträgt für die 28'000 Quadratmeter Fläche 35'000 Franken im Jahr.

Dem neuen Stadion mussten 122 Schrebergärten weichen. Einige von ihnen werden nun auf dem Areal Dunkelhölzli ersetzt.

So stellen sich die Stadionbauer den Personenfluss um die neue Arena in Zürich-Altstetten vor. (Video: PD)

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