Zahnmediziner Daniel Buser gewinnt HIV-Preis 2013

Prof. Daniel Buser erhält den HIV-Preis 2013 für herausragende Leistungen am Wirtschaftsstandort Bern. Der Arzt machte sich vor allem durch seine Leistungen in der zahnmedizinischen Implantologie einen Namen.

Prof. Daniel Buser, Direktor der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie der Zahnmedizinischen Klinik der Uni Bern, erhält den HIV-Preis 2013.

Prof. Daniel Buser, Direktor der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie der Zahnmedizinischen Klinik der Uni Bern, erhält den HIV-Preis 2013.

(Bild: Stefan Anderegg)

Juliane Lutz@JulianeLutz

Wie kommen die denn auf mich? Das ist doch ein Preis für Firmenchefs.» Diese Gedanken seien ihm durch den Kopf gegangen, als er gehört habe, dass er der diesjährige HIV-Preisträger sei, verriet Daniel Buser kurz vor der Verleihung.

Bescheidener Topspezialist

Ausbildung in Harvard und an anderen Topuniversitäten der USA, Professor für Oralchirurgie an der Universität Bern, Direktor der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie, Geschäftsführender Direktor der Zahnmedizinischen Kliniken (ZMK) an der Universität Bern und zahlreiche Auszeichnungen – trotz all dieser Erfolge gibt sich der gebürtige Oltner bescheiden. Er nehme die Auszeichnung stellvertretend für die Mitarbeiter der ZMK entgegen, sagte Buser gestern Abend bei der Preisverleihung im Hotel Bellevue Palace vor Hunderten von Gästen. Man könne nur mit einem Team aus Topleuten wirklich erfolgreich sein, so der 59-Jährige.

Bernhard Emch, Präsident der Sektion Bern des Handels- und Industrievereins des Kantons Bern, beschrieb Buser in seiner Laudatio als einen «Leuchtturm, der seine Branche jahrelang geprägt und vorangetrieben» habe. Er übertrieb dabei nicht. Der Preisträger gehört zu den internationalen Koryphäen im Bereich zahnmedizinische Implantologie. Dabei werden fehlende Zähne durch schraubenförmige Implantate aus Titan ersetzt. Dank den Bemühungen Busers gehören die ZMK in diesem Bereich zu den ersten Adressen weltweit.

In seiner Zeit als Geschäftsführender Direktor der ZMK von 2005 bis 2011 gelang es Buser, deren Ruf noch weiter zu stärken, die Effizienz sowie die Anzahl der wissenschaftlichen Arbeiten und der Behandlungen zu erhöhen. Heute arbeiten an den sechs ZMK-Kliniken 300 Mitarbeitende in Voll- und Teilzeitstellen. Pro Jahr lassen sich 10000 Patienten behandeln. Der Umsatz beläuft sich auf etwa 25 Millionen Franken. Allein an der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie, die Buser als Direktor leitet, unterziehen sich pro Jahr 4500 Personen Eingriffen. Der Ruf der Klinik zieht auch schwerreiche ausländische Patienten nach Bern, wo sie mit ihren Clans wochenlang in Luxushotels absteigen und für klingende Kassen sorgen.

Entrepreneur im Kittel

Buser, der vor dem Zahnmedizinstudium drei Semester lang Betriebswirtschaft ausprobierte, finanziert mit der Behandlung von Patienten Forschung und Lehre an seinem Institut. Mit der Leitung allein begnügt sich der umtriebige ehemalige Spitzenhandballer Buser nicht. Pro Jahr setzt er bei 150 bis 200 Patienten Titanimplante noch selbst ein.

In seiner Rede wies HIV-Sektionspräsident Emch auch auf die starke Vernetzung des «wissenschaftlichen Unternehmers» Daniel Buser mit der regionalen Wirtschaft hin. Seit Jahren schon macht er sich für Bern als Kongressstadt stark. So besteht an den ZMK eigens dafür ein Organisationsbüro. «Wenn wir internationale Medizinerkongresse nach Bern holen, dann stärkt das die Reputation der Universität», sagte Buser im Gespräch mit dieser Zeitung. So sei es ihm etwa gelungen, eine medizinische Fachgesellschaft aus den USA für ihren ersten Kongress ausserhalb Nordamerikas nach Bern zu locken. Aufgrund seiner Erfolge in diesem Bereich holte ihn Bern Tourismus vor einigen Jahren in den Vorstand.

Auf den bisher erreichten Lorbeeren ruht sich Daniel Buser aber nicht aus. Er will in den nächsten Jahren vor allem die Nachwuchsförderung vorantreiben und dafür sorgen, dass an den ZMK die besten Leute arbeiten. Und Bern weiter als Kongressstadt etablieren. «Ich möchte gerne dazu beitragen, dass man von Bern nicht länger als der Beamtenstadt, sondern als der Unistadt redet.»

Berner Zeitung

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