Gemeinde und Burger wollen die Krone

Aarberg

Die Besitzer des Hotels Krone in Aarberg wollen die Nachfolge regeln. Nun prüfen die Gemeinde und die Burger­gemeinde die Übernahme des Traditionshauses. Eine Frage des Geldes.

Hoffen auf die «Toplösung»: Astrid Müller, Thomas Peter (hinten), Christoph Müller, Andreas Blank und Fritz Affolter (vorne v. l.).

Hoffen auf die «Toplösung»: Astrid Müller, Thomas Peter (hinten), Christoph Müller, Andreas Blank und Fritz Affolter (vorne v. l.).

(Bild: Raphael Moser)

Johannes Reichen

Demnächst starten Astrid und Christoph Müller in ihr zwanzigstes Jahr im Hotel Krone in Aarberg. 1999 stiegen sie als Pächter ein, kurz darauf kauften sie das Haus der damaligen Besitzerin Widea Hotel AG ab. «Es wäre für Aarberg schlecht gewesen, wenn eine grosse, anonyme Hotelgruppe das Traditionshaus übernommen hätte», sagte die Pächterin damals.

Nun denken Müllers langsam ans Aufhören – und brauchen fast die gleichen Worte wie einst: «Wir wollen das Haus nicht einem anonymen Investor übergeben», sagt Christoph Müller. Deshalb freut er sich, dass sich eine andere Lösung abzeichnet, eine «Aarberger» Lösung: Die Einwohnergemeinde und die Burgergemeinde prüfen, ob sie sich am traditionsreichen Haus beteiligen wollen. «Eine absolute Toplösung», sagt der 60-Jährige. Wenn sie denn zustande kommt.

Unbekannter Kaufpreis

In einem halben Jahr wird man mehr wissen. Bis Ende 2018 müssen sich die beiden Gemeinden entscheiden, ob sie bei der Krone einsteigen. Das haben sie zusammen mit Müllers in einem Vertrag festgehalten. Die Parteien haben sich auf einen Kaufpreis geeinigt, wollen ihn aber derzeit nicht bekannt geben.

«Mit dem Kauf des Gebäudes ist es nicht getan», sagt Andreas Blank, Burgerschreiber und Präsident der Arbeitsgruppe, welche die beiden Gemeinden gegründet haben. Diese prüft, ob das Projekt machbar und finanzierbar ist. Klar sei: Soll die Krone auch in Zukunft erfolgreich betrieben werden, ist eine umfassende Sanierung nötig.

«Die Küchenstruktur müsste überarbeitet werden, die Räumlichkeiten neu angeordnet, im hinteren Teil eine neue Terrasse eingerichtet werden», sagt Blank. Auch hierzu werden keine Zahlen genannt. Nur: Die Investitionen seien etwa gleich hoch wie die Kaufsumme.

Wichtiger Kronensaal

Ein grosses Anliegen ist den beiden Interessenten der Kronensaal. Er ist fast 100-jährig, bietet Platz für bis zu 250 Personen, ist allerdings seit anderthalb Jahren geschlossen. Als Gründe nannte Müller vor zwei Jahren die fehlende Rentabilität und eine nötige, aber zu teure Modernisierung. Schon damals prüfte die Burgergemeinde eine finanzielle Beteiligung, sah aber davon ab. «Es müsste eine hohe Summe investiert werden, die nicht rentabilisierbar ist», sagte Blank.

«Wir haben damals auch gemerkt, dass man den Saal nicht losgelöst vom Restaurant und vom Hotel betreiben kann», sagt er heute. Die Gemeinde und die Burgergemeinde sind denn auch bestrebt, das Haus wie heute mit dem Restaurant, den Hotelzimmern und den Sälen weiterzubetreiben. Ohne ein zeitgemässes Konzept gehe es aber nicht.

Für Gemeindepräsident Fritz Affolter (SVP) liegt es im öffentlichen Interesse, dass die Krone ­erhalten bleibt. Zusammen mit Holzbrücke, Kirche und Amtshaus präge sie das Bild auf dem einzigartigen Stadtplatz. Und sie sei ein wichtiger Veranstaltungsort und habe grosse Bedeutung für die Region. «Deshalb möchten wir uns engagieren», sagt er.

Regionale Vorbilder

Als Vorbild dienen Affolter zwei Beispiele aus dem Seeland. Sowohl der Sternen Detligen in Radelfingen wie auch das Weisse Kreuz in Kallnach gehören einer eigens dafür gegründeten Aktiengesellschaft, an der sich Gemeinde, Burgergemeinde und Private beteiligen. So ist es auch in Aarberg geplant.

«Die Finanzierung ist die Knacknuss», sagt Burgerpräsident Thomas Peter: «Wir können und wollen dieses Projekt nicht allein stemmen.» Deshalb liefen nun Gespräche mit Banken und möglichen Investoren. Am Ende werden wohl die Stimmberechtigten der Gemeinde und der Burgergemeinde über einen Kredit entscheiden.

Wenn das Projekt nicht zustande kommt, müssen sich Müllers nach einer anderen Lösung umsehen. Wie alle anderen Beteiligten ist Christoph Müller allerdings zuversichtlich, dass es klappt. Noch dränge die Zeit nicht. Und überhaupt, das Haus sei voll: «Wir arbeiten jetzt einfach weiter.»

Berner Zeitung

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