Nicht ganz 100 Wohnungen

Bätterkinden

Gegenüber dem Bahnhof Bätterkinden sollen im kommenden Jahr die Bagger auffahren. Die Senevita AG will ein Alterszentrum mit knapp 50 Plätzen bauen.

Ein Profilwald zwischen Ahorn- und Lindenweg. Hier entstehen acht neue Häuser.

Ein Profilwald zwischen Ahorn- und Lindenweg. Hier entstehen acht neue Häuser.

(Bild: Marcel Bieri)

Tobias Granwehr

In der Gemeinde Bätterkinden ist es das grösste Bauprojekt seit langer Zeit. Das verdeutlichen allein die Baugesuchsunterlagen, die eine kleine Kartonschachtel füllen. Diverse Baupläne liegen dem Gesuch bei und zeigen auf, was am Ahornweg beim Bahnhof geplant wird: der Neubau eines Alterszentrums sowie sieben Mehrfamilienhäuser. Und auch vor Ort selbst ist das Projekt nicht zu übersehen: Dutzende Bauprofile säumen das gut 1,5 Hektaren grosse Grundstück.

Das Land gehört der Familie Hug-Hubler aus Utzenstorf. Sie hat das Bauvorhaben vor bald zwei Jahren mit einer Information der Bevölkerung lanciert. In der Zwischenzeit wurde eine Überbauungsordnung (ÜO) ausgearbeitet, «um die baurechtlichen Grundlagen für das Projekt festzulegen», wie Bätterkindens Bauverwalter Beat Geiger erklärt. Die ÜO sei vom Kanton geprüft und genehmigt worden. Deshalb läuft nun als nächster Schritt das Baubewilligungsverfahren. Das Gesuch liegt bis zum 17. Dezember bei der Gemeinde öffentlich auf, bis dann können Einsprachen eingereicht werden.

Initiantin abgesprungen

Die Familie Hug-Hubler hat für das Grossprojekt mit der Halter AG Gesamtleistungen aus Bern als Totalunternehmerin und der Senevita AG zwei Partner ins Boot geholt. Ursprünglich initiiert wurde das Vorhaben allerdings von der Domicil Bern AG. Laut Daniel Hug wurden deren Baupläne dann aber auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt, weil der Kanton die Zahl der bewilligten Pflegeplätze nicht wie erhofft erhöht hatte. «Wir mussten darauf reagieren, weil sonst das ganze Projekt blockiert gewesen wäre», erklärt Hug. So hätten sie sich zusammen mit der Halter AG nach Alternativen umgesehen.

Dabei kamen sie mit zwei anderen Betreibern von Pflegeheimen in Kontakt. «Wir haben uns letztlich für Senevita entschieden, weil sie in Burgdorf vertreten sind und somit die Region kennen», so Hug. «Zudem erschien uns ihr Konzept als sinnvoll.» Die Senevita AG plant in Bätterkinden ein Alterszentrum mit 40 Pflegezimmern und 9 Alterswohnungen sowie weitere Seniorenwohnungen in zwei zusätzlichen Häusern, die alle unterirdisch miteinander verbunden sind. «Dieser Ansatz erlaubt es älteren Leuten, möglichst lange selbstständig zu leben», sagt er.

Bedarf ist ausgewiesen

Die Senevita AG mit Sitz in Muri bei Bern betreibt über 20 Pflegeheime und beschäftigt gemäss eigenen Angaben etwa 1800 Mitarbeitende. Mediensprecherin Daniela Flückiger erklärt, Senevita habe die Gelegenheit genutzt, in ein Projekt einzusteigen, bei dem die ÜO bereits weit fortgeschritten gewesen sei. Wie viel genau das Unternehmen investiert, gibt es hingegen nicht bekannt.

Nur wenige Kilometer entfernt in Rüdtligen-Alchenflüh wird derzeit ebenfalls ein Pflegezentrum mit 50 Zimmern projektiert. Das ist laut Flückiger für Senevita jedoch kein Problem: Der Bedarf an Pflegeplätzen in dieser Region sei ausgewiesen. «Das Alterszentrum ist für Bätterkinden und die angrenzende Region geplant.» Durch die weiteren Neubauten sollen auch Synergien genutzt werden können. «Wenn aus den umliegenden Gebäuden Bedarf an Dienstleistungen besteht, so könnten diese durch den Senevita-Betrieb angeboten werden», so Flückiger.

Kleine Gewerbefläche

Raphael Burkhalter von der Halter AG erklärt, in den anderen vier Gebäuden seien 47 Wohnungen vorgesehen in der Grösse zwischen 2,5 und 5,5 Zimmern. Die Zufahrt zur Einstellhalle, die alle Häuser miteinander verbindet, werde über den Lindenweg führen. Das sei in der ersten Baupublikation falsch erwähnt worden, weshalb sie noch einmal im Anzeiger publiziert und die Einsprachefrist um eine Woche verlängert worden sei, so Burkhalter. Schliesslich erwähnt er noch, dass in einem der Häuser an der Bahnhofstrasse auch eine kleine Gewerbefläche angedacht sei. Dort sei ein Angebot aus dem Bereich Pflege/Gesundheit denkbar, das sei aber noch offen. «Wir möchten das in den kommenden Monaten klären», sagt der Projektleiter der Halter AG Gesamtleistungen.

Die Vertreter der Bauherrschaft rechnen damit, dass im ersten Quartal 2019 die Baubewilligung erteilt wird. Der Baustart ist für kommenden Juni vorgesehen.

Berner Zeitung

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