Wie das Handy zur Kreditkarte wird

Tapit heisst der Dienst, der Schweizerinnen und Schweizern künftig das Bezahlen leichter machen soll. Heute wird er vorgestellt.

Das Handy als Kreditkarte: Präsentation einer Lösung an der Elektronikmesse Bitkom (27.11.2012).

Das Handy als Kreditkarte: Präsentation einer Lösung an der Elektronikmesse Bitkom (27.11.2012).

(Bild: Keystone Michael Kappeler)

Angela Barandun@abarandun

Eigentlich ist es eine Entwicklung der Swisscom: der mobile Bezahldienst Tapit, der das Handy zur Kreditkarte macht. Bei Beträgen bis zu 40 Franken muss man damit künftig nur noch den Bezahlterminal antippen – und schon ist der Einkauf bei Coop oder Migros beglichen. Präsentiert wird der Dienst allerdings nicht nur von der Swisscom, sondern von Swisscom, Sunrise und Orange gemeinsam.

Swisscom startet allein

Eine vor der Präsentation veröffentlichte Mitteilung der Cornèr Bank zeigt nun aber, dass die Swisscom trotzdem die Nase vorn hat: Sie lanciert den Dienst erst mal allein, Sunrise und Orange werden erst «in den nächsten Monaten» nachziehen. Auch sonst steht das Angebot vorerst nur einer sehr kleinen Gruppe von Kunden zur Verfügung. Das einzige Kreditkartenunternehmen, das den Dienst im Moment unterstützt, ist die Cornèr Bank. Künftig soll laut der bereits aufgeschalteten Webseite Tapit.ch auch Viseca dazukommen, die im Auftrag von Raiffeisen, Bank Coop und verschiedenen Kantonalbanken Kreditkarten herausgibt. Gleichzeitig arbeitet der Finanzkonzern SIX, der die Börse betreibt und schweizweit der wichtigste Zahlungsdienstleister ist, an einem Konkurrenzprodukt.

13 Handys unterstützen den Dienst

Zudem gibt es laut der Tapit-Website erst 13 Handys, die man kreditkartentauglich machen kann – 9 Geräte von Samsung (darunter die beliebten Modelle Galaxy S3, S4 oder S5), zwei von HTC und zwei von Sony. Voraussetzung ist ein sogenannter NFC-Chip, der über kurze Distanzen eine Funkverbindung mit dem Bezahlterminal herstellt. Das in der Schweiz populärste Handy, das iPhone, verfügt über keinen derartigen Chip – lässt sich für den Dienst also nicht ohne Umwege nutzen. Die Deutsche Telekom, die einen vergleichbaren Dienst im Mai lanciert hat, hat sich bei den iPhones mit einer Art Sticker mit eingebautem Chip beholfen, den man auf das Handy kleben muss. Ob die Schweizer Anbieter das ebenfalls vorhaben, ist noch nicht bekannt. In der Mitteilung der Cornèr Bank heisst es, Tapit für iPhone sei «in der Entwicklungsphase».

Ziel ist es, Tapit zu einer Art Portemonnaie auszubauen, in dem man diverse Karten hinterlegen kann – nicht nur Kredit-, sondern auch Kundenkarten oder Firmenbadges, mit denen man sich Zugang zu Bürogebäuden verschafft. Bei welchen Firmen das möglich sein wird und wie schnell, ist noch unklar.

Einen Eindruck des Dienstes gibt dieses Video über den Dienst My Wallet der Deutschen Telekom, der im Mai lanciert wurde:

thunertagblatt.ch/Newsnetz

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