Ein bisschen Champions League

Wacker unterliegt im ersten Auftritt als Cupsieger 24:25 in Winterthur. Martin Rubins Team tritt dezimiert an, es schlägt sich gut, kriegt viele Strafen und verliert knapp.

Geschlagen: Die Thuner können bloss noch zusehen, wie Marvin Lier wirft.

Geschlagen: Die Thuner können bloss noch zusehen, wie Marvin Lier wirft.

(Bild: Martin Deuring)

Adrian Horn

Als Nicolas Raemy nach der Partie nach vorn schreitet, um sich den Preis für die Wahl zum Best Player abzuholen, tut er dies in kaputtem Shirt. Am rechten Ärmel ist wohl mehr als eine Naht gerissen. Das Bild korrespondiert mit der hohen Anzahl verhängter 2-Minuten-Strafen. Und doch gibt es die Begegnung nicht treffend wieder.

Pfadi versus Wacker war umkämpft, gewiss; davon zeugt allein schon das Resultat. Besonders intensiv geführt wurde das Spiel aber nicht. Mitunter wähnte man sich gar an einem Testmatch. Viele technische Fehler wurden begangen und vorab vom Flügel eine Menge erstklassiger Chancen ausgelassen. Der Klassiker – er hielt vor 1132 Zuschauern so gar nicht, was er versprochen hatte.

24:25 verloren die Gäste; bei ihrem ersten Auftritt als Cupsieger hatten die Thuner sehr wenig Glück. Gleich achtmal musste Wacker in Unterzahl ran. In Anbetracht der Umstände schlugen sich die Berner Oberländer sehr ordentlich. Gegenüber dem vorangegangenen Sonntag fehlten drei Akteure. Roman Caspar hatte sein Comeback beendet, Damien Guignet und Phillip Holm waren verletzt ausgefallen. Den Rückraum belegten mit Dario Lüthi, Cedric Manse und Gabriel Felder vorübergehend Leute, welche gewöhnlich auch in der Nationalliga B zum Einsatz gelangen. Auch weil sie ihre Sache gut machten, ging Martin Rubins Mannschaft mit einer Führung in die Pause.

In der Schlussminute verpasste sie es, auszugleichen und damit den Punkt zu holen, den sie sich im Grunde verdient hatte. Und so erinnerte einen die Partie am Ende an Wackers Champions-League-Kampagne vom Herbst: Da waren die Thuner gleichfalls oft dezimiert angetreten, häufig geriet der Auftritt gut, reichlich 2-Minuten-Strafen kassierten sie, und gleich vier Partien verloren sie mit bloss einem Tor Differenz. Es war ein Déjà-vu, auf das die Berner Oberländer hätten verzichten können.

In toller Verfassung

Am Boden zerstört waren die Thuner nicht. Sie hatten die Winterthurer in deren Halle trotz Widrigkeiten mehr als bloss gefordert. Unter anderen Schlussmann Marc Winkler bestätigte, in toller Form zu sein. Zwei Partien vor Beginn des Playoff hinterlässt der Meister einen guten Eindruck. Da war Mitte März die starke Darbietung gegen Suhr, da war nun der solide Auftritt im Aufeinandertreffen mit Pfadi, und da war vor allen Dingen die exzellente Vorstellung im Cup­final gegen die Kadetten vor Wochenfrist, im wichtigsten Spiel der Saison. An sie dürften Rubins Akteure auf der Heimfahrt gerne noch mal gedacht haben. Den Ärger über die knappe Niederlage macht sie gewiss wett.

Berner Zeitung

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