Ein Haus für Jung und Alt

Steffisburg

Am Rande der Stuckimatte in Steffisburg ist ein Mehrgenerationenhaus mit neuzeitlicher Energieversorgung geplant.

Die Scheune am Weberweg (links) soll dem geplanten Neubau weichen.

Die Scheune am Weberweg (links) soll dem geplanten Neubau weichen.

(Bild: Andreas Tschopp)

«Der Familienrat wünschte die Realisierung eines nachhaltigen Projekts, das die Bauten auf der Stuckimatte sinnvoll ergänzt», sagt Jean-Pierre Stucki. Er ist Vertreter der Bauherrschaft, der Stucki’s Söhne AG, welche den Nachlass der ehemaligen Tuchfabrik Stucki verwaltet und 1994 damit begann, die Bleichematte – so benannt nach den einst darauf zum Bleichen ausgelegten Tüchern – in Etappen zu überbauen. So entstanden insgesamt an die 20 Mehr- und Einfamilienhäuser auf der Stuckimatte. Dort stehen blieb neben den ehemaligen Fabrikgebäuden nur die Scheune des früheren Landwirtschaftsbetriebes an der Ecke, wo der Weber- in den Industrieweg einmündet.

Ein Mehrgenerationenhaus

Die Scheune mitsamt Schopf und Silo soll nun abgebrochen werden und so Platz für den Neubau eines Wohnhauses mit 15 Wohnungen sowie der Einrichtung einer Cafeteria und einer Kindertagesstätte (Kita) im Erdgeschoss machen. Im «Thuner Amtsanzeiger» ist die entsprechende Baupublikation mit Auflage bis 26. November auf der Bauverwaltung in Steffisburg veröffentlicht worden.

Den Unterlagen ist zu entnehmen, dass im Attikageschoss des dreistöckigen Gebäudes eine Gemeinschaftsterrasse mit Wellnesszone und Sauna geplant ist. Ebenso sind ein Gästezimmer und zwei Zuschaltzimmer vorgesehen. «Wir wollen ein Mehrgenerationenhaus erstellen», erläutert Jean-Pierre Stucki mit Verweis darauf, dass auch zwei Clusterwohnungen geplant sind. Es handelt sich dabei um mehrere Kleinwohnungen mit gemeinsamer Infrastruktur für Essen und Aufenthalt.

Sonne als Energielieferant

Laut Stucki gehört zum Baukonzept, das auf einem Studienwettbewerb basiert, den die Brügger Architekten aus Thun gewannen, eben auch die Einrichtung eines Bistros oder eines Ladens und einer Kita. Solche Einrichtungen zur Tagesbetreuung von Kindern berufstätiger Eltern gibt es bisher in Steffisburg im Oberdorf und im Schwäbis nahe bei Thun. Die am Weberweg geplante neue Kita, für die wie auch die Cafeteria noch Betreiber gesucht werden, stellt somit geografisch eine Ergänzung dieses Angebots dar. Vorbildlich soll das Projekt der Stucki’s Söhne AG bei der Energieversorgung sein, denn die Energie für das Mehrfamilienhaus liefern soll in erster Linie die Sonne.

Keine Autoeinstellhalle

Geplant sind Wärmekollektoren auf dem Dach und eine Fotovoltaikanlage für die Stromproduktion. Diese Anlage war laut Stucki ursprünglich an der Fassade vorgesehen, die stattdessen nun begrünt wird. Für die Wärmeversorgung wird in der Mitte des Gebäudes ein zwölf Meter hoher Speicher eingebaut, der 30000 Liter Wasser mit unterschiedlicher Temperatur fasst, wie der Vertreter der Bauherrschaft erklärt.

Zusätzliche Solarzellen werden auf den Carports angebracht, die auf der Nachbarparzelle am Weberweg erstellt werden, die ebenfalls der Stucki’s Söhne AG gehört. Letztere will total 8,7 Millionen Franken in ihr Vorzeigeprojekt investieren. Bei diesem wird nicht nur mangels Platz, sondern auch aus ökonomischen und aus ökologischen Gründen auf den Bau einer Autoeinstellhalle verzichtet. So gibt es genügend Raum zum Abstellen der Velos im Keller.

Selber gestalten

Für den Neubau, der sich selber mit Energie – auch aus dem Grundwasser mit Wärmepumpe – versorgen wird, ist der Minergie-A-Standard beantragt. Es werde zudem eine Eigenverbrauchsgemeinschaft gegründet, die auf die gesamte Überbauung Stuckimatte, wo es heute schon eine Elektrowärmepumpe mit einem gasbetriebenen Klein-Blockheizkraftwerk gibt, ausgedehnt werden könne. Das hebt Jean-Pierre Stucki hervor, der seit seiner Pensionierung im Tessin lebt und verspricht, dass die künftigen Mieter im Mehrgenerationenhaus ihr Zusammenleben gemeinsam gestalten und verantworten werden.

Thuner Tagblatt

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