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Leserreaktionen«Auch wenn ich die Ängste der Wirte verstehe, sind solche Protestaktionen völlig kontraproduktiv»

Leserinnen und Leser äussern sich zu aktuellen Themen. Unter anderem zu der gesetzwidrigen Öffnung des Restaurants «Rothorn» in Schwanden-Sigriswil.

Nach der Öffnung des Restaurants Rothorn erzwang die Kantonspolizei am Nachmittag die Schliessung.
Nach der Öffnung des Restaurants Rothorn erzwang die Kantonspolizei am Nachmittag die Schliessung.
Foto: Hans Peter Roth

Zu «Der Wolf vor der Kamera»

Wir halten als Hobby einige Dexter Kühe, das sind jene, welche bloss einen Meter hoch sind. Die wären für Wölfe ein gefundenes Fressen. Sollte eines Tages eine unserer Kühe von einem Wolf gerissen werden, wären weder der Wildhüter noch der Kanton, der Bund oder der liebe Gott schuld, sondern ich alleine. Und zwar, weil ich meine Verantwortung für das Wohl der von mir gehaltenen Tiere nicht wahrgenommen hätte. Eine Selbstanzeige wegen Zuwiderhandlung gegen die Tierschutzgesetze wäre angebracht. Es ist heute möglich, Weidetiere wolfssicher einzuzäunen. Will oder kann ein Hobbytierhalter dies nicht tun, dürfte er meines Erachtens keine Tiere mehr halten. Sind einmal alle Tiere sicher eingezäunt, werden Wölfe auch nicht mehr in die Nähe der Herden kommen, da sie gelernt haben, dass hier ausser Stromschlägen nichts zu holen ist. Christoph Jakob-Lüthy, Rubishaus

Link zum Artikel: «Der Wolf vor der Kamera»

Zu «Das Härtefallprogramm nützt vielen Gastronomen nichts»

Die Schliessung der Gastrobetriebe bis Ende Februar ist nicht zu verstehen. Die ersten Massnahmen wurden noch begriffen. Wie Erhebungen zeigen, werden die Ansteckungsrisiken in den Gastrobetrieben als gering bezeichnet. Die Betriebe haben zum Schutz ihrer Angestellten und Gäste schon im vergangenen Frühjahr Umstellungen und Investitionen getätigt, um den Vorschriften gerecht zu werden. Die Restaurants erfüllen eine soziale Bedeutung, welche auch unter Einhaltung der Corona-Vorschriften gelebt werden kann. Wenn ein Ehepaar oder maximal vier Einzelpersonen sich zu einem Austausch finden wollen, sollte dies wieder möglich sein, eventuell jedoch zu reduzierten Zeiten. Nach dem Stand der Dinge sind landesweit unzählige Betriebe und tausende von Arbeitsplätzen existenziell bedroht. Wer an die Menschengedränge in Einkaufszentren oder im öffentlichen Verkehr denkt, bekundet Mühe, eine weitere Schliessung der Gastrobetriebe zu verstehen. Stefan Treier, Wohlen

«Im Fokus von Medien und Behörden»

Auch wenn ich die Ängste, Verzweiflung und Ärger der Wirte verstehe, sind solche Protestaktionen völlig kontraproduktiv. Damit erweisen sie sich und ihrem Berufsstand einen Bärendienst und sind ein Affront gegenüber allen anderen Wirten, die sich an die Vorgaben halten. Wer gegen Vorschriften verstösst, muss gebüsst werden. Wer sich, wie Daniela Liebi aus Schwanden, ausserdem dermassen in den Medien profiliert und die Protestaktion ankündigt, muss sich über den Besuch der Polizei nicht wundern. Die Massnahmen sind nicht da, um die Gastrobranche zu schikanieren, sondern um ein für Risikogruppen gefährliches Virus einzudämmen. Gebüsst werden sollten auch jene, die dem Aufruf gefolgt und in die Restaurants essen gegangen sind. Schade, dass sie ihre Energie für illegale Protestaktionen verbrauchen statt für gesetzeskonforme Lösungen. Andrea Mordasini, Bern

2 Kommentare
    W. Greiff

    claude Cloche, was meinen Sie mit "Der BR beschliesst Massnahmen unter falschen Informationen." Welche Informationen sollen den falsch sein? Welches sind denn Ihrer Meinung nah die einzig richtigen Informationen?