Comey ist zu Aussage vor US-Senat bereit

Ein enger Berater des US-Präsidenten ist laut Medienbericht ins Visier der Ermittler in der Russland-Affäre geraten. Derweil wagt der entlassene FBI-Direktor den Schritt an die Öffentlichkeit.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Zuge der Russland-Untersuchungen wird der gefeuerte FBI-Chef James Comey vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats aussagen. Das teilte der Vorsitzende des Ausschusses, der republikanische Senator Richard Burr, am Freitag mit. Das Datum für die Anhörung sei noch nicht festgelegt, es werde aber nach dem Memorial Day stattfinden. An dem Gedenktag, dem letzten Montag im Mai, erinnern die Amerikaner an ihre Gefallenen. US-Präsident Donald Trump sorgt derweil mit einer deutlichen Aussage über Comey für Irritationen.

Burr sagte, dass der Ausschuss von Comey mehr über die Rolle erfahren wolle, die dieser bei der Einschätzung des FBI spielte, Russland habe sich in die US-Präsidentschaftswahl im vergangenen Jahr eingemischt. Burr erklärte auch, dass er hoffe, dass Comeys Aussage einige Fragen beantworten werde, die seit dessen plötzlicher Entlassung durch US-Präsident Donald Trump aufgekommen seien.

Comey für Gesprächsnotizen bekannt

Comey wird sich sicherlich mit Fragen über ein Abendessen im Januar auseinandersetzen müssen, bei dem Trump ihn laut einer Erklärung Comeys an Vertraute aufgefordert haben soll, ihm Loyalität zu schwören. Wochen später, so heisst es ebenfalls von Comeys Verbündeten, soll der Präsident verlangt haben, dass die Ermittlungen gegen seinen Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn eingestellt werden.

Comey ist bekannt dafür, Gesprächsnotizen über Begegnungen zu machen, die ihm besonders wichtig oder auch seltsam vorkommen. Eine Einladung des Justizausschusses des US-Senats zur Anhörung hatte er ausgeschlagen.

Berater im Visier

Weitere Schlagzeilen machten im Zuge der Russland-Ermittlungen die Runde: Der «Washington Post» zufolge ist nun auch ein enger Berater des US-Präsidenten im Visier der Ermittler. Er oder sie werde als Person von besonderem Interesse eingestuft, hiess es von der «Post». Einen Namen nannte die Zeitung nicht.

Derzeitige Mitglieder der Regierung, die Kontakte zu Russland eingeräumt haben, sind Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, Justizminister Jeff Sessions und Aussenminister Rex Tillerson. Bisher war bekannt gewesen, dass vor allem Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn und sein früherer Wahlkampfchef Paul Manafort im Zentrum der Ermittlungen stehen.

Vor mehr als einer Woche entlassen

Das Weisse Haus wiederholte seine Ansicht, dass eine gründliche Ermittlung bestätigen werde, dass es zwischen Trumps Wahlkampfteam und dem Ausland keine Verbindungen gegeben habe.

Trump hatte Comey vor etwas mehr als einer Woche entlassen. Das Weisse Haus und Regierungsmitarbeiter gaben danach mehrere diverse Erklärungen ab, warum die Personalentscheidung so plötzlich vorgenommen worden sei. Kritiker warfen Trump vor, mit der Entlassung die FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre stoppen zu wollen. (chk/AP)

Erstellt: 20.05.2017, 05:59 Uhr

Artikel zum Thema

Bericht: Trump verzichtet auf England-Reise

Donald Trump hat Bedenken an einem Besuch bei Theresa May geäussert. Alle News des US-Präsidenten seit der Katar-Krise bis zum 12. Juni. Mehr...

Service

Auf die Lesezeichenleiste

Hier lesen Sie unsere Blogs.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Aaaaaaachterbahn: Mitten im Schienen-Wirrwarr des spanischen Freizeitparks Port Aventura stürzt ein Wagen des Fahrgeschäfts Dragon Khan in die Tiefe. (Juli 2017)
(Bild: Albert Gea) Mehr...