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Als unter Tage die Anarchie ausbrach

Nach 17 dunklen Tagen ortete eine Sonde die Mineure in Chile, die Bergung begann. Nun wird publik, was damals wirklich geschah: Hierarchiekämpfe, Chaos und Tränen.

Warten auf die Rettung, ohne die Nerven zu verlieren: Die Mineure von San José kurz vor ihrer Bergung.
Warten auf die Rettung, ohne die Nerven zu verlieren: Die Mineure von San José kurz vor ihrer Bergung.
Armada de Chile (AP, Keystone)

Am Anfang des Dramas um die 33 Mineure in der Unglücksmine von Chile war dieser dumpfe Knall. «Es tönte, als ob eine Ladung Dynamit hochgegangen wäre», erzählt Mario Gomez jetzt nach seiner Rettung. Der 63-Jährige steuerte zu dem Zeitpunkt einen Kleinlaster. An der Minensohle in 790 Meter Tiefe hatte er Gestein geladen und eben die Fahrt nach oben begonnen – sieben Kilometer im Zickzack hinauf wie auf einer Schweizer Passstrasse. Nach 200 gefahrenen Metern war aber bereits Schluss. Schichtchef Luis Urzúa stoppte ihn: «Stell deinen Laster hin und steig in meinen Geländewagen.» Sekunden später, Gomez war noch am Einsteigen, rollte die Staubwalze an. Sie umnebelte den Körper, verklebte die Augen.

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