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Beamte kontrollierten Loughner kurz vor dem Attentat

Jared Loughner wurde kurz vor seiner Tat von Wildhütern angehalten. Derweil verwahrt sich die US-Politikerin Sarah Palin gegen Hetzvorwürfe und greift zugleich die Medien an.

Ihm wird der Prozess gemacht: Jared Lee Loughner auf einem Foto der Ermittlungsbehörde in Pima County.
Ihm wird der Prozess gemacht: Jared Lee Loughner auf einem Foto der Ermittlungsbehörde in Pima County.
Reuters
Hatte schon mehrmals Besuch von der Polizei: Hier wohnt die Familie von Jared Lee Loughner.
Hatte schon mehrmals Besuch von der Polizei: Hier wohnt die Familie von Jared Lee Loughner.
Reuters
Grosses Medieninteresse: Staatsanwalt Patrick Cunningham nach dem ersten Gerichtstermin.
Grosses Medieninteresse: Staatsanwalt Patrick Cunningham nach dem ersten Gerichtstermin.
Keystone
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Der mutmassliche Attentäter von Tucson ist wenige Stunden vor den Schüssen auf die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords von einem Wildhüter angehalten worden, weil er eine rote Ampel überfuhr. Wie die Naturschutzbehörde des Staates Arizona am Mittwoch mitteilte, nahm ein Beamter am Samstag gegen 7.30 Uhr die Personalien des 22-jährigen Jared Loughner auf.

Weil kein Haftbefehl vorlag, habe der Mann nach einer mündlichen Verwarnung seine Fahrt fortsetzen dürfen. Rund drei Stunden später kam es zu dem Attentat in einem Einkaufszentrum, bei dem sechs Menschen getötet und 14 weitere verletzt wurden.

US-Präsident Barack Obama wird unterdessen in Arizona erwartet, um eine Rede in Gedenken an die Opfer zu halten. Das Attentat am vergangenen Wochenende hatte das ganze Land erschüttert. In vielen Medien wurde die Bluttat aber auch mit der «aggressiven Rhetorik» in der amerikanischen Politik in Verbindung gebracht.

Palin wehrt sich

In einer am Mittwoch im Internet veröffentlichten Videobotschaft verwahrte sich derweil die US-Politikerin Sarah Palin gegen den Vorwurf, durch polarisierende Rhetorik zu einem politischen Klima beigetragen zu haben, das den Attentäter zu den Schüssen auf die Abgeordnete Gabrielle Giffords bewegt haben könnte. Zugleich warf Palin den Medien vor, mit Schuldzuweisungen gegen sie und andere Vertreter der Rechten die innenpolitische Polarisierung noch zu verschärfen.

«Besonders in den Stunden nach einer solchen Tragödie sollten Journalisten und Kommentatoren keine Blutanklage fabrizieren», sagte Palin in der Videobotschaft. Dadurch würden sie «jenen Hass und jene Gewalt anstacheln, die sie zu verurteilen vorgeben». Das von Palin benutzte Wort «Blutanklage» (englisch «blood libel») ist theologisch besetzt. Es beschreibt in der Regel verleumderische Anklagen gegen religiöse Minderheiten, vor allem gegen Juden - etwa in Form von mittelalterlichen Ritualmordvorwürfen oder der Vorhaltung, Juden trügen Schuld am Tod von Jesus Christus.

«Nicht nachgeben - nachladen!»

Palin war in den vergangenen Tagen für ihre aggressive Rhetorik in die Kritik geraten. Auf ihrer Internetseite hatte sie ein Fadenkreuz auf den Wahlkreis von Gabrielle Giffords und anderen demokratischen Abgeordneten gelegt, auf deren Niederlage bei der Kongresswahl 2010 im November sie hinarbeitete. Häufig zitiert wurden auch Palin-Aussprüche wie «Nicht nachgeben - nachladen!» Bei dem Attentat in Tucson am Samstag hatte der Täter die Abgeordnete Giffords durch einen Kopfschuss schwer verletzt und sechs Menschen getötet. Bislang ist unklar, inwieweit die Tat politisch motiviert war.

Palin wies in ihrer Internetbotschaft darauf hin, dass es sich um die Tat eines Einzelnen handle. «Akte von monströser Kriminalität stehen für sich selbst, sie beginnen und enden mit den Kriminellen, die sie begehen», sagte sie. Sie würden nicht «kollektiv begangen von den Bürgern eines Staates», die ihr verfassungsmässiges Recht auf freie Meinungsäusserung ausübten. Die frühere Vizepräsidenschaftskandidatin Palin ist eine Ikone der US-Rechten, sie zählt zu den polarisierendsten Figuren in den USA. Sie gilt als mögliche Bewerberin für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner 2012.

AFP/jak

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