Bolsonaro-Sohn als Botschafter – Trump gibt seinen Segen

Der Sohn des brasilianischen Präsidenten ist einer Ernennung zum Botschafter in den USA einen Schritt näher gekommen.

Family first: Eduaro Bolsonaro soll die seit April 2019 vakante Stelle auf Wunsch seines Vaters Jair antreten. (Archiv)

Family first: Eduaro Bolsonaro soll die seit April 2019 vakante Stelle auf Wunsch seines Vaters Jair antreten. (Archiv)

(Bild: Keystone Joedson Alves)

Die Regierung in Washington habe der Personalie offiziell zugestimmt, sagte Brasiliens Staatschef am Freitag. Er habe einen handgeschriebenen Brief von US-Präsident Donald Trump erhalten. Sein Sohn werde als Botschafter «die Freundschaft und den Handel zwischen den beiden Ländern» voranbringen, fügte der ultrarechte Staatschef hinzu.

Der 35-jährige Eduardo Bolsonaro sitzt derzeit als Abgeordneter im brasilianischen Parlament. Um ihn zum Botschafter in Washington zu machen, muss ihn sein Vater nun offiziell nominieren. Die Entscheidung liegt dann beim Senat. «Wir haben keine Eile», sagte der Staatschef zum weiteren Vorgehen.

Trump hatte bereits in der vergangenen Woche erklärt, dass er Eduardo Bolsonaro gerne als Botschafter in den USA sehen würde. In Brasilien wurde die Personalie hingegen kontrovers diskutiert. Die Besetzung des prestigeträchtigen Botschafterpostens mit einem Familienmitglied widerspricht Bolsonaros Wahlkampfversprechen, Vetternwirtschaft und andere Aspekte der Korruption in dem südamerikanischen Land zu bekämpfen.

Schon während des Präsidentschaftswahlkampfes in Brasilien und in den ersten Monaten seines Vaters als Staatschef diente Eduardo diesem als diplomatischer Berater. Er begleitete den Präsidenten bei mehreren Auslandsreisen und auch bei dessen Washington-Besuch im März. Dort war Eduardo Bolsonaro der einzige brasilianische Vertreter bei einem privaten Treffen seines Vaters mit Trump im Oval Office des Weissen Hauses.

Der studierte Jurist hat sich zudem der Bewegung The Movement des US-Ultranationalisten und einstigen Trump-Vertrauten Steve Bannon angeschlossen.

nag/AFP

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