Bürgermeister von Ferguson soll des Amtes enthoben werden

Nach dem Rücktritt des Verwaltungs- und des Polizeichefs von Ferguson soll nun auch Bürgermeister James Knowles sein Amt niederlegen. Dies wollen Bürgerrechtler erreichen.

Die Gemeinde brauche Führung: James Knowles lehnt einen Rücktritt ab.

Die Gemeinde brauche Führung: James Knowles lehnt einen Rücktritt ab.

(Bild: Reuters)

Eine afroamerikanische Bürgerrechtsorganisation will den Rücktritt des Bürgermeisters der US-Kleinstadt Ferguson im Bundesstaat Missouri erreichen. Fünf Aktivisten der Organization for Black Struggle reichten im Rathaus eine Aufforderung zur Amtsenthebung von James Knowles ein.

Damit der Antrag Erfolg hat, müssen mindestens 15 Prozent der eingetragenen Wähler von den Listen der Kommunalwahlen 2014 für die Amtsenthebung des weissen Republikaners stimmen. Knowles hatte bereits am Freitag einen Rücktritt abgelehnt. Er sagte dem Sender NBC, gerade jetzt brauche die Gemeinde «Führung».

Zwei Polizisten verletzt

Die nach der Tötung eines unbewaffneten schwarzen Jugendlichen am 7. März durch die Polizei ohnehin aufgeheizte Stimmung in dem Ort hatte sich weiter verschlechtert, nachdem das US-Justizministerium einen Bericht zur routinemässigen Schikanierung von Afroamerikanern in der Kleinstadt veröffentlicht hatte. In der Nacht zum Donnerstag wurden dann bei einer Demonstration vor der Polizeiwache zwei Polizisten durch Schüsse schwer verletzt.

Ferguson war im August international in die Schlagzeilen geraten, nachdem dort der Jugendliche Michael Brown von einem weissen Polizisten getötet worden war.

Eine sogenannte Grand Jury aus überwiegend weissen Laienrichtern kam aber im November zum Schluss, dass sich der Polizist nichts zuschulden kommen liess. Das Urteil führte in Ferguson und zahlreichen anderen Städten zu Protesten. Der Bericht des US-Justizministeriums bestätigte inzwischen eine routinemässige Schikanierung von Afroamerikanern in Ferguson.

Am Mittwoch kündigte der Polizeichef von Ferguson, Thomas Jackson, als Reaktion auf den Bericht seinen Rücktritt an. Einen Tag zuvor hatte bereits Verwaltungschef John Shaw die Konsequenz aus den schweren Vorwürfen gezogen und war zurückgetreten.

kpn/sda

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