Clinton nutzte «aus Bequemlichkeit» nur privates Mail

Während der vier Jahre als US-Aussenministerin besass Hillary Clinton keine offizielle E-Mail-Adresse. Nun begründet sie ihr Vorgehen.

Räumte ein, dass sie besser ein Geschäftsmail benutzt hätte: Die ehemalige US-Aussenministerin Hillary Clinton. (10. März 2015)

Räumte ein, dass sie besser ein Geschäftsmail benutzt hätte: Die ehemalige US-Aussenministerin Hillary Clinton. (10. März 2015)

(Bild: AFP Don Emmert)

Die wahrscheinliche US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton hat die ausschliessliche Nutzung eines privaten E-Mail-Kontos während ihrer Zeit als Aussenministerin bedauert. «Rückblickend wäre es für mich besser gewesen, wenn ich zwei unterschiedliche Handys und zwei E-Mail-Konten genutzt hätte», sagte Clinton in New York. «Aus Bequemlichkeit» habe sie sich damals aber entschieden, nur ihre private Mailadresse zu verwenden. Sie räumte ein, dass nur etwa die Hälfte ihrer E-Mails aus dieser Zeit an das Aussenministerium übergeben worden seien.

Clinton, die als demokratische Präsidentschaftskandidatin 2016 gehandelt wird, ist durch die E-Mail-Affäre unter Druck geraten. Nach einem Bericht der «New York Times» besass sie während ihrer vierjährigen Amtszeit als Aussenministerin keine offizielle E-Mail-Adresse. Mitarbeiter hätten ihre Mails zudem nicht auf den Ministeriumsservern gesichert. Stattdessen wurden die Daten auf einem Server gespeichert, der in Clintons Anwesen im Bundesstaat New York steht.

Heikle Stellen schwärzen

Die Republikaner werfen der früheren Aussenministerin und First Lady Geheimniskrämerei vor. Clinton erklärte dagegen, dass sie die Richtlinien der Regierung für den offiziellen E-Mail-Verkehr «voll eingehalten» habe. Ausserdem betonte sie, dass sie über ihr E-Mail-Konto keine vertraulichen Dokumente verschickt habe. Ihr privater Server sei vor Hackerangriffen geschützt gewesen. «Es gab keine Verletzung der Datensicherheit», sagte sie.

Clinton hatte im Dezember 55'000 Seiten an dienstlichen E-Mails zu Archivierungszwecken an das Aussenministerium übergeben. Vergangene Woche hatte sie in einer ersten Reaktion auf die Affäre versprochen, den Schriftverkehr öffentlich zu machen. Das Aussenministerium muss die Dokumente aber noch durchgehen und Stellen mit vertraulichen Angaben schwärzen. Am Dienstag sagte Clinton, dass dem Aussenministerium rund 30'000 dienstliche E-Mails von ihr vorlägen. Weitere 30'000 private Mails habe sie von ihrem Server löschen lassen: «Ich hatte keinen Grund, sie aufzubewahren.»

thu/AFP

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