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Correa mit 57 Prozent wiedergewählt

«Sozialismus des 21. Jahrhunderts»: Dieses Versprechen hat Ecuadors Staatschef Correa eine dritte Amtszeit eingebracht.

Gewählt: Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa (Mitte) jubelt zusammen mit seinem Vizepräsidenten Jorge Glass. (17. Februar 2013)
Gewählt: Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa (Mitte) jubelt zusammen mit seinem Vizepräsidenten Jorge Glass. (17. Februar 2013)
Keystone
Grosse Freude: Anhänger von Präsident Correa feiern den Wahlsieg auf den Strassen von Quito. (17. Februar 2013)
Grosse Freude: Anhänger von Präsident Correa feiern den Wahlsieg auf den Strassen von Quito. (17. Februar 2013)
Keystone
Eine klare Mehrheit für Correra: Eine Wahlberechtigte gibt in Cuenca ihre Stimme ab. (17. Februar 2013)
Eine klare Mehrheit für Correra: Eine Wahlberechtigte gibt in Cuenca ihre Stimme ab. (17. Februar 2013)
Keystone
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Bei der Präsidentenwahl in Ecuador hat sich Amtsinhaber Rafael Correa im ersten Durchgang triumphal gegen die sieben Konkurrenten durchgesetzt. Nach Auszählung von gut der Hälfte der Stimmen lag der 49-jährige Sozialist am Montag bei fast 57 Prozent der Stimmen. Sein Hauptkonkurrent, der konservative Banker Guillermo Lasso, kam weit abgeschlagen mit knapp 24 Prozent auf Platz zwei.

Correa feierte seine Wiederwahl mit Anhängern, die sich vor dem Präsidentenpalast in Quito versammelten. «Danke für dieses Vertrauen», rief er ihnen vom Balkon aus zu. «Wir werden euch niemals enttäuschen, dieser Sieg gehört euch», sagte der Wahlsieger und fügte hinzu: «Niemand kann diese Revolution aufhalten. Wir sind dabei, Geschichte zu schreiben.» Auf den Strassen der Hauptstadt feierten zahlreiche Menschen Correas Sieg. Sie riefen «Rafael, wir lieben dich», schwenkten grüne Fahnen, zündeten Knallkörper und hupten.

Aus Kolumbien kamen Glückwünsche

Lasso, der unter den sieben Gegenkandidaten mit Abstand der stärkste war, gestand seine Niederlage ein. «Heute Nacht muss ich den Triumph von Präsident Rafael Correa anerkennen», sagte er vor seinen Anhängern in Guayaquil. Die Wiederwahl verdiene Respekt. Lasso war während der schweren Wirtschaftskrise des Landes Ende der 90er Jahre Finanzminister.

Der kubanische Staatschef Raúl Castro und der linksgerichtete nicaraguanische Präsident Daniel Ortega zählten zu den ersten, die Correa zum Wahlsieg gratulierten. Auch von der Regierung des nördlichen Nachbarlands Kolumbien kamen Glückwünsche.

Bei der parallel abgehaltenen Parlamentswahl hoffte Correas Partei Movimiento PAIS darauf, eine absolute Mehrheit zu erhalten. Laut Innenministerium waren 76.200 Soldaten und Polizisten im Einsatz, um einen ruhigen Verlauf der Wahlen zu gewährleisten. Laut den Wahlbeobachtern der lateinamerikanischen Organisation Unasur gab es keine nennenswerten Zwischenfälle.

Ecuador politisch gefestigt

Ecuador hat rund 15,4 Millionen Einwohnern. Für Bürger zwischen 18 und 65 Jahren besteht Wahlpflicht. Correa wurde 2007 erstmals ins Präsidentenamt gewählt, bei vorgezogenen Neuwahlen im Jahr 2009 wurde er bestätigt.

Correa ist ein Gegner neoliberaler Wirtschaftspolitik. Er arbeitet eng mit anderen linken Staatschefs wie etwa dem erkrankten venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez zusammen. Es gelang ihm, das instabile Ecuador, das im Jahrzehnt vor seiner ersten Wahl sieben verschiedene Präsidenten hatte, politisch zu festigen.

Investoren abschrecken

Correa ist bei ärmeren Schichten wegen seiner Sozialprogramme beliebt. Er beschnitt die Macht grosser Konzerne und Medienunternehmen, Ölfirmen bekamen neue Verträge, die dem Land einen grösseren Anteil an den Einnahmen sicherten. Seine Kritiker werfen dem Staatschef vor, ausländische Investoren abzuschrecken und autoritär zu regieren.

Im vergangenen Jahr kam es zu diplomatischen Spannungen zwischen Ecuador und Grossbritannien, weil Quito dem Wikileaks-Gründer Julian Assange in seiner Londoner Botschaft Asyl gewährte. Am Sonntag sprach sich Correa für eine schnelle Lösung des Streits aus.

sda/AFP/ses/mw/chk

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