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Die Geldsorgen der Republikaner

Die Partei hat in den letzten Jahren über 600 ihrer wichtigsten Gönner verloren. Nun steht sie vor einem Schuldenberg und befürchtet, deswegen 2012 die US-Wahlen zu verlieren.

Anhänger der Republikaner hoffen bei den Wahlen 2012 auf Palin – doch der Partei fehlt das Geld für die Politwerbung.
Anhänger der Republikaner hoffen bei den Wahlen 2012 auf Palin – doch der Partei fehlt das Geld für die Politwerbung.
Keystone
Gibt den Republikanern kein Geld mehr: Jurist John Dowd.
Gibt den Republikanern kein Geld mehr: Jurist John Dowd.
Keystone
Will täglich fünf oder sechs Stunden potenzielle Gönner anwerben: Reince Priebus.
Will täglich fünf oder sechs Stunden potenzielle Gönner anwerben: Reince Priebus.
AFP
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Die Republikaner haben in den USA an Rückhalt verloren – zumindest, was die finanzielle Unterstützung anbelangt. Für die Zwischenwahlen im vergangenen Jahr machten ihre wichtigsten Geldgeber nur 7 Millionen Dollar locker, wie die «Washington Post» berichtet. Dies sei nur ein Sechstel des Betrags, den die finanzstärksten Anhänger der Partei bei den Zwischenwahlen 2006 aufgeworfen hatten.

Den Demokraten lief es besser: Gemäss der amerikanischen Zeitung brachten sie im vergangenen Jahr 38 Millionen Dollar zusammen. Ihre grosszügigsten Gönner spendierten dreimal mehr als 2006. Die «Washington Post» stützt sich bei diesem Vergleich auf die Analyse von Spendenbelegen. Das Republican National Committee, das für das Fundraising und die Entwicklung der Parteistrategie zuständig ist, habe sich noch nie in einem solch schlechten finanziellen Zustand befunden wie heute, schreibt das Blatt. In der Kasse klafft offenbar ein Loch von 20 Millionen Dollar.

Starke Kritik am Chef-Fundraiser

«Auf diese Weise können Sie nicht einmal im Traum daran denken, 2012 die Präsidentschaftswahlen zu gewinnen», sagt John Dowd, Anwalt aus Washington und langjähriger Unterstützer der Republikaner, gegenüber der US-Zeitung. Vor zwei Jahren habe er aufgehört, die Partei mitzufinanzieren, weil er mit ihrer Führung nicht mehr einverstanden sei. «Solange die Partei so agiert wie heute, denke ich nicht einmal darüber nach, ihr etwas zu geben.»

Michael Steele, der Vorsitzende des Republican National Committee, stellte sich gestern Freitag zur Wiederwahl – erfolglos, denn viele seiner Parteikollegen machen ihn für das finanzielle Debakel verantwortlich. Gleich vier Gegenkandidaten wollten ihn aus dem Amt jagen. Das Rennen machte Reince Priebus aus Wisconsin, der klar sagte, wie es im Komitee laufen muss: «Wir brauchen einen Vorsitzenden, der fünf, sechs Stunden pro Tag am Telefon verbringt und die grossen Geldgeber anruft. Wir brauchen einen, der die nächsten zwei Jahre wie ein Hund schuftet, um den Finanzhaushalt in Ordnung zu bringen.»

Michael Steele hat dies offenbar nicht gut genug gemacht. So zitiert die US-Zeitung den ehemaligen Gönner John Dowd, er sei nicht einmal angefragt worden, ob er der Partei für die Zwischenwahlen 2010 Geld geben wolle.

Obamas Geldmaschinerie läuft wie geschmiert

Das Problem der Republikaner könnte sich laut «Washington Post» sogar noch verstärken. Zum einen, weil es für die nächsten Wahlen ein breites Kandidatenfeld gibt, welche die Partei aufbauen muss. Zum anderen, weil Barack Obamas Demokraten eine ungeheure Geldmaschinerie in Gang gesetzt haben. Bei der Kampagne 2008 trieb die Partei 780 Millionen Dollar auf.

Bei den Republikanern dagegen sind seit den letzten zwei Jahren 609 der wichtigsten Gönner abgesprungen. Einige hätten sich entschlossen, andere konservative Gruppierungen im Land zu unterstützen, schreibt die amerikanische Zeitung. Einer von ihnen ist der texanische Geschäftsmann Donald Carter, der den Republikanern bis 2008 jährlich mindestens 25'000 Dollar überwies. 2010 spendete er stattdessen der Gruppierung American Crossroads, die vom ehemaligen Bush-Berater Karl Rove unterstützt wird, 10'000 Dollar. Mit Hilfe weiterer Sympathisanten brachte diese Interessengruppe für die vergangenen Zwischenwahlen 70 Millionen Dollar zusammen.

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