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Eine Frau stemmt sich gegen die Mordwelle

Fast jeden Tag wird in der gefährlichsten Stadt der USA jemand erschossen. Polizei und Politik versagen in Baltimore. Unterwegs mit einer Bürgerin, die das nicht länger hinnehmen will.

Auf den Knien, mit der Stirn auf dem Asphalt von Baltimore: Erricka Bridgeford «reinigt» die jeweiligen Tatorte mit einem ganz bestimmten Ritual. Foto: Getty Images

Auf den Knien, mit der Stirn auf dem Asphalt von Baltimore: Erricka Bridgeford «reinigt» die jeweiligen Tatorte mit einem ganz bestimmten Ritual. Foto: Getty Images

Alan Cassidy@A_Cassidy

Es hat nicht geklappt. Schon wieder nicht. Als Erricka Bridgeford am Samstagmorgen aufwacht, spürt sie einen Druck auf der Brust, eine Last wie Blei, ein Gefühl, sie kennt es: Etwas ist falsch. Am Nachmittag erhält sie dann den Anruf, vor dem sie sich gefürchtet hatte: das nächste Opfer. Eine Frau, 32 Jahre alt, schwarz, erschossen hinter dem Lenkrad ihres Autos. Die Waffenruhe, die Baltimore 72 Stunden Frieden hätte bringen sollen, ist geplatzt. Es ist der 200. Mord des Jahres in der gefährlichsten Stadt Amerikas – dabei ist doch erst Anfang August.

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