Ex-Botschafterin belastet Trump

Ob die Demokraten ein Amtsenthebungsverfahren einleiten, hängt auch von ihr ab: Marie Yovanovitch, ehemalige Botschafterin in der Ukraine.

Die US-Botschafterin in der Ukraine war bis Mai 2019 auf ihrem Posten: Marie Yovanovitch verlässt nach der Befragung das Kapitol. (11. Oktober 2019)

Die US-Botschafterin in der Ukraine war bis Mai 2019 auf ihrem Posten: Marie Yovanovitch verlässt nach der Befragung das Kapitol. (11. Oktober 2019)

(Bild: Keystone)

Bei den Ermittlungen wegen eines möglichen Machtmissbrauchs von US-Präsident Donald Trump hat die ehemalige US-Botschafterin in der Ukraine, Marie Yovanovitch, schwere Vorwürfe gegen das Staatsoberhaupt erhoben. In einer am Freitag in verschiedenen Medien veröffentlichten Stellungnahme wirft Yovanovitch dem Präsidenten vor, sie unter falschen Anschuldigungen aus dem Posten in Kiew gedrängt zu haben. Ein Mitglied des Aussenministeriums habe ihr gesagt, gegen sie sei eine Kampagne gestartet worden. Trump habe seit Mitte 2018 darauf gedrungen, dass sie abgezogen werde. Dabei sei man im Ministerium der Meinung gewesen, sie habe keine Fehler gemacht.

Yovanovitch wurde am Freitag hinter verschlossenen Türen von einem Ausschuss des Repräsentantenhauses befragt. Die oppositionellen Demokraten wollen mit den Ermittlungen prüfen, ob sie ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump einleiten sollten. Hintergrund ist ein Telefonat Trumps mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im vergangenen Juni. Dabei hatte Trump Selenskyj ermuntert, Ermittlungen gegen Joe Biden und dessen Sohn Hunter wegen angeblicher Verwicklung in Korruption zu veranlassen. Der Demokrat Biden hat die besten Chancen, Herausforderer von Trump bei der Präsidentenwahl im kommenden Jahr zu werden. Die Demokraten vermuten, Trump habe sich Material beschaffen wollen, das er im Wahlkampf gegen Biden einsetzen könnte.

Yovanovitch zeigte sich besorgt über die Entwicklung der US-Diplomatie unter Trump. Sie warnte vor «privaten Interessen», für die professionelle Diplomaten umgangen würden. Der Vertrauensanwalt von Trump, Rudy Giuliani, hatte Yovanovitch vorgeworfen Versuche zu behindern, die Ukrainer zu Ermittlungen gegen Biden zu bewegen.


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roy/Reuters

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