Ex-Rebellen bedauern Verschleppungen

In Kolumbien bitten ehemalige linke Guerilla-Kommandanten für Entführungen während des Bürgerkriegs um Vergebung.

Rodrigo Londoño, auch bekannt unter seinem früheren Nom de guerre «Timochenko», spricht in Bogota vor den Medien. (23. September 2019) Bild: Luisa Gonzalez/Reuters

Rodrigo Londoño, auch bekannt unter seinem früheren Nom de guerre «Timochenko», spricht in Bogota vor den Medien. (23. September 2019) Bild: Luisa Gonzalez/Reuters

Ehemalige Kommandanten der linken Guerillaorganisation Farc haben wegen der Entführung Tausender Menschen während des internen Konflikts in Kolumbien um Verzeihung gebeten.

«Es gab bedauernswerte Vorfälle, wie die Entführung von Zivilisten. Wir bitten jene, die Opfer dieses Vorgehens wurden, um Vergebung», sagte der ehemalige Oberkommandierende und heutige Parteichef der Farc, Rodrigo Londoño, am Montag bei einer Anhörung vor der Sonderjustiz für den Frieden.

Während des Bürgerkriegs hatten die Rebellen zahlreiche Menschen verschleppt. Prominenteste Geisel war die Präsidentschaftskandidatin Íngrid Betancourt, die sich über sechs Jahre in der Gewalt der Farc befand. Nach Angaben der kolumbianischen Generalstaatsanwaltschaft kamen über 500 Menschen in der Geiselhaft der Rebellen ums Leben.

Die Farc und die kolumbianische Regierung hatten Ende 2016 den jahrzehntelangen Bürgerkrieg mit rund 220'000 Toten und Millionen Vertriebenen, an dem auch tausende Paramilitärs beteiligt waren, mit einem Friedensvertrag beendet. Mit der Sonderjustiz sollen nun die während des Bürgerkriegs verübten Verbrechen aufgearbeitet werden. Die Farc will künftig als politische Partei für ihre Ziele wie eine gerechtere Landverteilung eintreten.

oli/sda

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